Tipp

Superbike - Blog - Zurück in Australien

WSBK goes MotoGP

Mit neuem Format, neuen Zeitplan, neuen Teams und Piloten startete die WSBK-Saison standesgemäß spannend. Motorsport-Magazin.com betrachtet die Tops und Flops.
von

Motorsport-Magazin.com - Alle Jahre wieder: Tests, Verletzungen, Ausfälle - noch bevor die Saison überhaupt beginnt. Willkommen zur Superbike-WM 2014. Man könnte sagen: Nichts Neues auf Phillip Island. Doch das stimmt wohl nicht ganz. Schließlich haben wir nicht nur eine neue Saison, sondern dazu neue Fahrer, neue Bikes, neue Klassen, neue Zeitpläne und eine überraschend gut funktionierende Übertragung mit Livetiming, Livestream und zahlreichen extra Features. Was will man mehr? WSBK-Jahr zwei für die Dorna und die Arbeit trägt Früchte.

Doch nicht nur die Arbeit der Dorna, sondern auch die vieler Teams hat sich bereits am Auftaktwochenende bewährt. So zeigte sich, dass die EVO-Klasse ein wahrer Hingucker ist. Trotz etwas Rückstand auf die Superbikes sahen wir im hinteren Feld tolle Zweikämpfe, für die besonders David Salom und Niccolo Canepa sorgten. Wir erinnern also an dieser Stelle: Werft während der Saison ruhig einen Blick nach hinten, denn dort findet eine extrem spannende Meisterschaft in der Meisterschaft statt. Tolle Show!

Abräumer des Wochenendes

Da wir gerade bei den EVO-Fahrern sind: Salom räumte beide Rennsiege ab. Damit steht er ganz oben auf dieser Liste - und das, obwohl Canepa in Trainings und Superpole fast unschlagbar aussah. Der Kawasaki-Pilot hielt sich zunächst eher unauffällig im Hintergrund, schlug aber zu, als es darauf ankam und wird Canepa damit sicherlich mindestens eine schlaflose Nacht bereiten. Abgeräumt hat auch Sylvain Guintoli mit 41 Punkten und der vorübergehenden WM-Führung. Wenn man bedenkt, dass er Franzose nach zwei Operationen an der Schulter erst extrem spät zurück auf dem Bike war, eine klasse Leistung.

Alex Lowes hatte wahrlich kein leichtes Debüt - Foto: Alex Lowes

Pechvogel des Wochenendes

Die Pechvogel Nummer eins ist definitiv Sylvain Barrier, der nach einem heftigen Crash bei den Testfahrten, gar nicht erst in die Saison starten konnte. Die Tatsache, dass sein Ersatzmann Glenn Allerton auf der EVO-BMW fast immer in den Top-15 unterwegs war, dürfte die seelischen Schmerzen des Superstock1000-Meisters nur noch verschlimmern. Auch Luca Scassa und Michel Fabrizio hatten nach Abflügen beim Test keine Chance auf das Rennwochenende. Eugene Laverty wurde ein ebenso großes Unglücksopfer. Dank der neuen Regularien darf jeder Fahrer nur noch acht Motoren pro Saison verwenden. Der Nordire zählt schon jetzt nur noch sieben, denn Nummer eins verabschiedete sich dummerweise schon im zweiten Rennen.

Kämpfer des Wochenendes

Damit wären wir wieder bei Lowes, der am Samstag richtig blöd abflog und sich dabei am linken Knöchel verletzte. Als wäre dieser Schmerz für ein WSBK-Debüt nicht schon genug, stürzte er im ersten Rennen am Sonntag erneut. Obwohl sein Knöchel danach grün und blau wurde und ihm enorme Schmerzen bereitete, biss sich der Rookie durch das zweite Rennen, kassierte sogar noch einen Sturz, am Ende aber immerhin drei Punkte. Ein harter Einstand. Auch Jeremy Guarnoni kämpfte. Der EVO-Pilot schlug sich bei einem Sturz im Test das Schlüsselbein an, konnte zwar antreten, musste aber ebenso die Zähne zusammenbeißen.

Überraschung des Wochenendes

Am überraschendsten war wohl definitiv das Ergebnis in der World Supersport nach dem Rennabbruch. Kenan Sofuoglu und Michael van der Mark nahmen den Begriff 'Sprint' etwas zu ernst und machten damit Platz für die Verfolger. Jules Cluzel war schließlich der Nutznießer und feierte einen historischen Sieg für MV Augusta und das Yakhnich Team. Überraschend war auch Guintolis Form und die Tatsache, dass der Aprilia-Pilot nun die WM anführt.

Gleichermaßen beeindruckte Suzuki. Lagen die Briten (ja, das Bike wird nicht in Japan, sondern in England rennfertig gemacht) in den letzten Jahren noch etwas hinter den Werksbikes zurück, bewiesen Laverty und Lowes, dass sie nun definitiv mehr als den Anschluss geschafft haben. Zudem zeigte Letzterer für eine erste Fahrt auf der einzigartigen australischen Strecke zumindest in den Trainings eine starke Leistung, aber auch ein ordentliches Tempo in den Rennen.

Wer sich wundert, dass Ducati so weit vorn dabei war, der sei an die vergangene Saison erinnert, in der Carlos Checa auf der Panigale beeindruckte, später aber stark nachließ. Also wollen wir uns für die Italiener mal noch nicht zu früh freuen. Feiern werden wir erst, wenn Davide Giugliano, Chaz Davies und Canepa ihre Leistung in Aragon bestätigen.

Bonus des Wochenendes

Unser Bonus an diesem Wochenende war eine Live-Schaltung zum einzigen Deutschen im Feld. Kevin Wahr zeigte einen ordentlichen Auftakt und berichtete bei Motorsport-Magazin.com exklusiv von seinen Erlebnissen.


Weitere Inhalte:

nach 2 von 13 Rennen
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x