Superbike - Wechselndes Glück bei BMW

Melandri und Davies tauschen

Das BMW Motorrad GoldBet SBK Team feiert zum Auftakt der Saison 2013 auf Phillip Island einen Podiumsplatz.

Motorsport-Magazin.com - Am ersten Rennwochenende der FIM Superbike-Weltmeisterschaft in Australien sicherte sich Werksfahrer Marco Melandri in Lauf zwei den dritten Rang. Er war ein tapfer erkämpftes Podium, denn seine Schulter bereitete ihm starke Schmerzen, nachdem er in Lauf eins gestürzt war. Melandris neuer Teamkollege Chaz Davies beeindruckte in seinem Debütrennen auf der BMW S1000RR mit einem vierten Platz. Im zweiten Lauf hatte er jedoch Pech: ein Sturz und eine Durchfahrtsstrafe beraubten ihn aller Chancen auf ein weiteres gutes Ergebnis.

Es tut mir leid für Carlos. Er ist ein sehr professioneller Fahrer, und ich hoffe, dass er so schnell wie möglich wieder fit wird
Marco Melandri

Beim Start des ersten Rennens verbesserte sich Melandri von Rang fünf auf Platz drei. Seine strategische Herangehensweise war, in der ersten Rennhälfte die Reifen zu schonen und dann seine Jagd auf die Spitze zu eröffnen. Dieser Plan ging zunächst auf. Während der ersten Runden verlor er ein paar Positionen und fiel zurück auf Rang sieben, doch dann arbeitete er sich wieder durch das Feld nach vorn. Diese Aufholjagd fand jedoch in Runde 13 ein unfreiwilliges Ende, als Melandri bereits Dritter war. Beim Einlenken in Kurve vier wurde er von hinten von Carlos Checa getroffen, sein Rennen war damit beendet. Sein Teamkollege Davies zeigte in seinem allerersten Rennen auf der RR eine beeindruckende Leistung. Der Waliser stand zwar nur auf Startplatz zwölf, doch er arbeitete sich mit spannenden Zweikämpfen durch das Feld nach vorn. Drei Runden vor Schluss hatte er sich bis auf Rang vier verbessert, und er verteidigte diese Position bis ins Ziel gegen alle Angriffe von Tom Sykes.

Im zweiten Rennen wechselte das Glück innerhalb des Teams die Seiten. Melandri übernahm in der zweiten Runde Rang drei, und von da an heftete er sich an die Fersen des Führungsduos Sylvain Guintoli und Eugene Laverty. Dabei ließ er den Rückstand nie größer als ein paar Zehntelsekunden werden und bereitete sich darauf vor, sie in der Schlussphase des Rennens zu überholen. Teil eins dieses Plans setzte Melandri in Runde 16 um, als er an Laverty vorbeiging und Platz zwei übernahm. Danach begann er, auf den Führenden Guintoli aufzuschließen. Doch der Dreikampf setzte sich fort. und in Runde 20 ging Laverty sowohl an Melandri als auch an Guintoli vorbei und übernahm die Führung. Dadurch rutschte Melandri zurück auf Rang drei. Er trotzte den Schmerzen, wehrte sich erfolgreich gegen Michel Fabrizio und sicherte sich den Podiumsplatz.

Unterdessen war Davies dieses Mal der Pechvogel. Mit einem guten Start verbesserte er sich gleich auf den achten Platz, stürzte dann aber noch in der ersten Runde. Er fuhr mit einem platten Hinterreifen zurück an die Box, ließ den Reifen wechseln und nahm das Rennen mit einer Runde Rückstand auf den Rest des Feldes als Letzter wieder auf. Zudem bekam er danach eine Durchfahrtsstrafe, da die Renndirektion entschied, dass der Reifenwechsel nicht regelkonform durchgeführt wurde. Davies beendete das Rennen auf Rang 17.

Nach dem ersten Rennen habe ich mich über die Punkte gefreut, die ich mit Rang vier geholt habe. Aber um ehrlich zu sein, wäre ich gern auf das Podium gefahren
Chaz Davies

"Als ich mich im ersten Rennen in Richtung Spitze arbeitete und mich auf Rang drei verbessert hatte, traf mich Carlos am Heck. Dabei bin ich unglücklicherweise auf meine rechte Schulter gefallen. Ich weiß nicht, warum das passiert ist. Vielleicht hat er einen Fehler gemacht, oder er hatte ein technisches Problem - ich ging einfach plötzlich zu Boden. Es tut mir leid für Carlos. Er ist ein sehr professioneller Fahrer, und ich hoffe, dass er so schnell wie möglich wieder fit wird", erklärte Melandri zum ersten unglücklichen Rennen.

Davies resümierte: "Nach dem ersten Rennen habe ich mich über die Punkte gefreut, die ich mit Rang vier geholt habe. Aber um ehrlich zu sein, wäre ich gern auf das Podium gefahren. Ich wusste nach dem Warmup, dass ein Podestplatz ein realistisches Ziel ist. Deshalb war ich fast ein bisschen enttäuscht, auch wenn Platz vier viel mehr war, als ich mir zu Beginn des Wochenendes erwartet hatte. Das Rennen war recht hektisch. Hier in Phillip Island muss man beim Überholen in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen, und es geht sehr eng zu, vor allem beim Anbremsen der Kurven. Aber mein Bike hat auf der Bremse hervorragend funktioniert, und das war ein Vorteil. Es war schade, dass ich ganz am Anfang etwas aufgehalten wurde. Hätte ich da den Anschluss an die Führungsleute halten können, hätte ich mit ihnen davonziehen können. Den Speed dazu hätte ich gehabt. Im zweiten Rennen ist mir nach der ersten Runde das Heck weggerutscht. Ich weiß nicht genau, warum. Ich kann es mir nur so erklären, dass mich entweder jemand berührt hat oder dass die äußerste rechte Seite des Reifens noch nicht ganz eingefahren war, und das hat vielleicht dazu geführt, dass das Hinterrad weggerutscht ist. Leider war Loris außen neben mir, und er hatte keinen Platz zum Ausweichen. Das war natürlich sehr enttäuschend, doch wir nehmen vor allem die positiven Aspekte aus dem ersten Lauf mit und bauen darauf in den nächsten Rennen auf."

In der Fahrerweltmeisterschaft belegt Melandri nach dem ersten Rennwochenende mit 16 Punkten den fünften Rang, Davies ist Zehnter mit 13 Punkten. In der Herstellerwertung belegt BMW mit 29 Zählern den zweiten Rang.


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