Superbike - Rückblick: Honda

Gut, aber nicht konstant

Jonathan Rea zeigte 2012, dass er nicht nur in der Superbike stark ist. Hiroshi Aoyama gelang die Umstellung auf die CBR1000RR nicht so recht.
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Motorsport-Magazin.com - Mit konstanten Ergebnissen unter den Top-10 sicherte sich Jonathan Rea in der Saison 2012 den fünften Gesamtrang in der Superbike-Weltmeisterschaft. Hiroshi Aoyama, der erst in diesem Jahr aus der MotoGP umstieg, fand sich nur schwer auf der Honda CBR1000RR zurecht und beendete seinen WSBK-Ausflug mit nur 61,5 Punkten auf einem enttäuschenden 18. Rang. Der Japaner wird in der kommenden Saison zurück in die GP gehen und überlässt seinen Platz im Honda Werksteam Leon Haslam.

Es war eine gute Saison, aber sie war etwas inkonstant
Jonathan Rea

"Es war eine gute Saison, aber sie war etwas inkonstant. Wenn ich mit meinem Bike nicht in der Lage bin, um den Sieg zu kämpfen, dann bin ich oft ein bisschen frustriert. Auf der anderen Seite konnten wir schon zwei Rennsiege feiern.", erklärte Rea Motorsport-Magazin.com auf dem Nürburgring. Die angesprochenen Siege feierte der Nordire schon am dritten Rennwochenende in Assen und am fünften in Donington.

Speziell im britischen Donington ging Rea wahrlich nicht zimperlich ans Werk, denn er kegelte noch in der letzten Kurve Marco Melandri und Leon Haslam mit einem harschen Manöver aus dem Kampf um den Sieg. "In der letzten Kurve hat Melandri eine Lücke aufgefahren und ich sah keinen Grund, warum ich diese Chance nicht nutzen sollte. Es tut mir leid, dass die beiden dadurch gestürzt sind, aber meiner Meinung nach, war der Platz da. Am Ende konnte ich die 25 Punkte für den Rennsieg mitnehmen und ich freue mich darüber", rechtfertigte sich der 25-Jährige.

In Miller und Misano sicherte sich Rea zwei weitere Podestplätze, bevor er in Brünn einen dritten Nuller wegstecken musste. Nach dem Rennwochenende in der russischen Hauptstadt ging die Saison für Rea in die heiße Phase: Er ersetzte neben seinen Superbike-Einsätzen an jedem freien Wochenende Casey Stoner im offiziellen Honda-Werksteam der MotoGP und konnte sich trotz Doppelbelastung gut schlagen. Nebenher startete er noch beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka und gewann dort mit seinem Team.

Jonathan Rea hinterließ nicht nur in der MotoGP einen starken Eindruck - Foto: Honda

Rea erklärte: "Ich hatte so viele Herausforderungen! [lacht] Es ist schwer, sich da für genau eine zu entscheiden. Das Schwierigste war wohl der Sieg im 8-Stunden-Rennen, das war wohl das Schwierigste, das ich je in meinem Leben getan habe. Auch in der Superbike-WM an der Spitze mitzuhalten ist schwer für mich, denn wir liegen in einigen Bereichen mit dem Bike zurück. Aber auch die MotoGP-Maschine kennenzulernen ist schwer, denn ich muss einfach alles vergessen, was ich je über das Fahren eines Motorrads gelernt habe und komplett neu beginnen. Es war ein sehr schwieriges Jahr für mich und ich habe viel gelernt."

Enttäuschung und Neuanfang

Sein Teamkollege hätte Rea die Arbeit speziell in der MotoGP wohl gerne abgenommen, denn so richtig zurechtkommen wollte der Japaner auf der Superbike-Honda schlichtweg bis zum Ende der Saison nicht. Obwohl er mit Top-10-Plätzen in Australien beginnen konnte, verzeichnete Aoyama den ein oder anderen Ausfall und kämpfte vorrangig darum, überhaupt ein paar Punkte mit nach Hause zu bringen. Auf Phillip Island und in Portimao überquerte 'Hiro' die Ziellinie als Achter und verbuchte damit seine besten Saisonergebnisse.

"Die Superbike war eine gute Erfahrung und ich hatte ein tolles Team, aber ich denke, ich mag die GP mehr." Zu seinen Schwierigkeiten erklärte Aoyama Motorsport-Magazin.com: "Ich hatte mit der Maschine und den Reifen kein so gutes Gefühl. Wir haben die gesamte Saison über versucht diese Probleme zu lösen, aber es ist uns nicht gelungen. Nicht so, wie ich es gern gehabt hätte. In der Superbike gibt es starke Beschränkungen was Änderungen an der Maschine betrifft. Mit diesen Beschränkungen umzugehen, war nicht einfach für mich."

Die Superbike war eine gute Erfahrung
Hiroshi Aoyama

Der Honda-Pilot war von seiner Saison zwar enttäuscht, versucht nun aber nicht verbittert weiter an seinen Zielen in der WSBK zu arbeiten, sondern schaffte den Sprung zurück in die GP - auch wenn er erst einmal mit einem CRT-Bike Vorlieb nehmen muss. "In der GP habe ich meine größten Erfolge gefeiert, ich kenne die Leute hier, die Rennstrecken, die Atmosphäre. Die CR-Maschinen sind eine neue Kategorie und sicher, sie haben noch keine Chance gegen die Werksmaschinen, also stecke ich meine Ziele so: Ich will in der CR-Wertung mit vorn dabei sein. Ich hatte die Wahl zwischen Superbike und dem hier, und ich habe mich für die GP entschieden."


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