Superbike - Rückblick: Ducati

Pechsträhnen, Ausstiege und Überraschungen

Als WM-Team hatte sich Althea Racing für 2012 wohl etwas mehr versprochen. Carlos Checa rettete noch den vierten Platz unter sämtlichen Turbulenzen.
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Motorsport-Magazin.com - Ducati blickt auf ein turbulentes Jahr in der Superbike-Weltmeisterschaft zurück. Carlos Checa, der als amtierender Champion als einer der Favoriten in die Saison gegangen war, blieb hinter den Erwartungen zurück. Das lag aber nicht zuletzt am Entwicklungsrückstand der 1198. Höchste Zeit, dass 2013 die Panigale in den Startlöchern steht. "Ich bin ein bisschen enttäuscht. Wir haben viele Punkte verloren. Natürlich hatten wir in diesem Jahr auch ein paar mehr Probleme als letztes Jahr", resümierte der Spanier bei Motorsport-Magazin.com

Irgendwie wussten wir, dass diese Saison viel härter werden würde
Carlos Checa

"Irgendwie wussten wir, dass diese Saison viel härter werden würde, denn das Bike ist schwerer, die anderen Motorräder sind schneller und sie arbeiten viel, auch die Reifen entwickeln sich in eine andere Richtung, die wahrscheinlich eher den Vier-Zylinder-Bikes passt, also die Maschinen, die mehr Power haben. Am Ende muss ich mir aber auch eingestehen, dass ich selbst nicht so gut war, wie im letzten Jahr. Sicherlich haben wir jetzt eine andere Situation in der Meisterschaft. Schließlich war es kein perfektes Jahr, wir haben ein paar kleinere Fehler gemacht und bezahlen dafür viel", schilderte er weiter.

Trotzdem konnte der amtierende Meister immerhin vier Mal triumphieren, darunter ein Doppelsieg in Imola, nach dem er sogar kurzzeitig die WM-Spitze wieder übernahm. "An diese Momente werde ich mich noch lange erinnern", freute er sich danach. Es folgte aber ein Problem nach dem anderen. Meist konnte der 40-Jährige in einem Rennen punkten, im anderen fiel er dann aus. "Es war lang und wir hatten auf dem Weg Höhepunkte und Tiefpunkte", lautete das Fazit. Trotzdem schaffte es Checa noch auf den vierten Gesamtrang - nur ein kleineres Trostpflaster.

Vom Werksfahrer bis zum ungeahnten Teamwechsel

Auch seinem Teamkollegen Davide Giugliano erging es nicht viel besser. Trotz vielen Stürzen schaffte es der Italiener in seiner zweiten WSBK-Saison auf den zehnten Rang in der WM-Wertung. In Assen fuhr er zum zweiten Rang und in Misano auf Platz drei. "Ich liebe Misano wirklich, das Ergebnis ist toll", strahlte er nach Podestplatz Nummer zwei, der gleichzeitig sein letzter Besuch auf dem Treppchen sein sollte. In Magny-Cours konnte Giugliano zumindest noch einen ersten Pirelli-Award für die schnellste Rennrunde abräumen.

Niccolo Canepa holte 42,5 Punkte in dieser Saison - Foto: WorldSBK

Niccolo Canepa kämpfte sich auf einer Ducati im Red Devils Roma Team hin und wieder in die Punkteränge. Nach einem heftigen Abflug auf dem Nürburgring musste der Italiener allerdings pausieren und wurde in Portimao von seinem Landsmann Matteo Baiacco und beim Saisonfinale von Maxime Berger ersetzt. Canepa platzierte sich am Ende auf Rang 20.

Das Pata Racing Team sammelte von Saisonbeginn an mit Lorenzo Zanetti fleißig Punkte. Trotz einiger Ausfälle konnte der 25-jährige Italiener einige Top-8-Ergebnisse holen und landete mit 68 Zählern insgesamt auf dem 17. Rang der WM-Wertung. Ab Silverstone begrüßte das italienische Team einen Neuzugang: Sylvain Guintoli hatte zwar bei Effenbert Liberty Racing den Stand als bester Fahrer, wurde aber trotzdem in Brünn wegen angeblich 'zu schlechter Ergebnisse' aus der Crew geworfen.

Guintoli hatte die Saison mit einem Sieg und einem zweiten Platz in Assen stark begonnen, schwankte hin und wieder mit Problemen und Stürzen, blieb aber im konstant guten Top-10-Feld, bis zum Rausschmiss beim Heimrennen seines Teams. Daraufhin suchte der Franzose nach einem neuen Arbeitsplatz und fand Unterschlupf auf einer weiteren Ducati bei Pata. "Wir sind mitten im Jahr erst zusammengekommen, sie haben mir ein zweites Bike hingestellt und eine Crew um mich herum aufgebaut. Das war wirklich sehr nett von ihnen. Ich konnte es ihnen auch direkt mit dem ersten Sieg danken, der auch der erste Sieg für das Team war", beschrieb er Motorsport-Magazin.com.

Nach dieser verrückten Saison voller Höhen und Tiefen bin ich sehr glücklich, hier bei Saisonfinale in Frankreich zu gewinnen
Sylvain Guintoli

Dazu sollte der erste Pata-Sieg in Silverstone nicht der Einzige sein, beim Saisonfinale in Magny-Cours wiederholte Guintoli sein Kunststück und erbrachte Pata den zweiten Triumph. "Nach dieser verrückten Saison voller Höhen und Tiefen bin ich sehr glücklich, hier bei Saisonfinale in Frankreich zu gewinnen", strahlte der Gesamtsiebte. Da sich Pata ab 2013 dem Honda-Werksteam verschrieb, musste auch Guintoli nach einer Alternative suchen: Als Ersatz von Max Biaggi bei Aprilia darf in der kommenden Saison wohl noch etwas mehr vom ehemaligen MotoGP-Fahrer erwartet werden.

Rausschmiss an der Tagesordnung

Apropos Erwartungen: Was sich Effenbert Liberty Racing vor der Saison ausgemalt hatte, weiß wohl niemand. Denn mit großem Engagement überschritt das tschechische Team anscheinend das Budget und warf einen Fahrer nach dem anderen von Bord. Nachdem Guintoli gefeuert wurde, stand mit Jakub Smrz der zweitbeste Liberty-Pilot auf der Abschussliste. Ohne selbst zu wissen, was eigentlich passiert war, wurde Smrz nach einer Saison mit einem Podestplatz in Silverstone am Freitagmorgen auf dem Nürburgring urplötzlich von Lorenzo Lanzi ersetzt.

Berger wurde nach deutlichen Verbesserungen im Laufe der Saison ebenso zum Ende abgeschoben und konnte beim Saisonfinale immerhin noch Canepas Platz bei den Red Devils übernehmen und dort einen starken fünften Platz im ersten Rennen holen. Brett McCormick fuhr sporadisch auf der Ducati um vereinzelte WM-Zähler, Lanzi erkämpfte an nur zwei Rennwochenenden sogar acht Punkte. Schon beim Saisonfinale in Magny-Cours war Effenbert Liberty Racing bereits nicht mehr am Start.


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