Exklusiv

NIGHT of the JUMPs - Interview - Martin Koren

Ein Traum wird wahr

Erst vor wenigen Tagen erreichte Martin Koren die Einladung zu den Red Bull X-Fighters nach Glen Helen. Motorsport-Magazin.com sprach mit dem FMX-Fahrer.
von

Motorsport-Magazin.com - Du bist nicht regelmäßig bei der Night of the Jumps dabei. Wie kommt das?
Martin Koren: 2006, 2007 und 2008 bin ich die ganze Tour mitgefahren. Dann musste ich verletzungsbedingt eine Pause machen. Ich musste mir einen lustigen Job suchen und dabei habe ich herausgefunden, dass das Arbeiten richtig hart ist. Ich habe bei einer Eventagentur gearbeitet. Wir haben Sportveranstaltungen in der Tschechischen Republik organsiert. Als es mir dann wieder besser ging, bin ich wieder mehr Motorrad fahren gegangen und dann ging es wieder richtig los. Ich fahre jetzt viel mehr als vorher. Ich arbeite aber immer noch für Fmx4ever, eine der größten Firmen, die Freestyle-Motocross-Equipment liefert und auch Shows organisiert. Für mich ist es ein guter Ausgleich, die Events als Mitorganisator und auf der anderen Seite als Fahrer zu erleben. Das funktioniert gut zusammen und erlaubt mir, die ganze Welt zu bereisen und dabei Motorrad zu fahren. Jetzt bin ich zurück bei der Night of the Jumps.

Erst vor kurzer Zeit bekam ich eine SMS, in der ich zu den Red Bull X-Fighters nach Glen Helen in Amerika eingeladen bin
Martin Koren

Weil du gerade davon redest, die Welt zu bereisen. Welches Land gefällt dir denn am besten?
Martin Koren: Ich denke für alle ist es doch zu Hause am Schönsten. Ich freue mich immer nach einem Event, wieder zurück nach Hause in die Tschechische Republik zu kommen. Allerdings kann ich mir auch vorstellen länger in einem anderen Land zu bleiben. Dieses Jahr waren wir in Pakistan zur Red Bull X-Fighters Jam, was wirklich großartig war. Ich bereise ganz Europa und erst vor kurzer Zeit bekam ich eine SMS, in der ich zu den Red Bull X-Fighters nach Glen Helen in Amerika [12. Mai 2012] eingeladen bin. Das ist ein Traum der in Erfüllung geht, mal sehen, wie es dort läuft.

Wie und wann hast du begonnen FMX zu fahren?
Martin Koren: Ich bin immer gern Rennen gefahren, aber ich liebte es zu springen. Als Freestyle Motocross dann in Amerika berühmt wurde, sah ich mir immer die Videos an. Ich hatte schon immer eine große Leidenschaft dafür. Dann begann sich auch nach und nach die ganze Industrie in Europa zu entwickeln und es wurden Events und Wettkämpfe organisiert. Als die Night of the Jumps dann immer weiter wuchs, fanden wir heraus, dass wir hinfahren könnten, es sogar schafften uns für das Finale zu qualifizieren und damit begann das alles. Für mich war das wie ein Traum, ich hätte nie gedacht, dass ich meinen Lebensunterhalt mit dem Motorradfahren finanzieren könnte, das war schon toll.

Was sind deine Ziele in diesem Jahr?
Martin Koren: Ich hatte immer riesige Ziele und dann habe ich es beim Versuch, sie zu erreichen oft übertrieben. Ich bin mit Verletzungen und anderen Rückschlägen zurückgefallen. Umso älter ich werde, realisiere ich langsam, dass es wichtig ist zu denken 'Was auch immer du in einem bestimmten Moment tust, mach es so gut wie möglich und blicke weiter nach vorn'. Die X-Fighters sind die größten FMX-Veranstaltungen der Welt, bisher war ich da noch nicht. Deshalb wird geht damit schon ein Traum in Erfüllung.

'Was auch immer du in einem bestimmten Moment tust, mach es so gut wie möglich und blicke weiter nach vorn
Martin Koren

Was war deine bisher schlimmste Verletzung?
Martin Koren: Oh, ich hatte viele. Ich habe mir drei Rückenwirbel gebrochen, die wurden aber zum Glück wieder zusammengeschraubt. Ich habe mir Bänder im Knie gerissen, Schien- und Wadenbein und Knöchel gebrochen, habe ein paar Zähne ausgeschlagen, hatte mehrere Gehirnerschütterungen, habe mir meine Handgelenke ein paar Mal gebrochen... Ich finde, wenn man jung ist, dann macht man verrückte Sachen und umso älter man wird ist es aber auch wichtig, im FMX noch immer wild zu bleiben. Man muss es aber Schritt für Schritt angehen und denkt schon ein bisschen mehr über die Sicherheit nach.

Hattest du nach all diesen Verletzungen nie Angst, auf dein Bike zu steigen?
Martin Koren: Freestyle Motocross ist einfach ein zu großer Teil meines Lebens. Ich könnte mir nicht vorstellen, nie mehr zu fahren, besonders nicht jetzt. Ich habe mir immer gesagt, wenn ich nach einem Sturz wieder fahre und Angst habe, dann ist es besser, vom Motorrad abzusteigen.

Was wirst du so in zehn Jahren machen?
Martin Koren: Hm... das ist schwer. Also ich hoffe auf jeden Fall, eine Familie zu haben. Ich habe eine Freundin, mit der ich sehr glücklich bin. Ich hoffe, dass ich dann noch immer in diesen Sport involviert bin. Vielleicht arbeite ich mit Fmx4ever mit jungen Fahrern zusammen, entwickle Wettbewerbe und habe einfach eine gute Zeit.


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x