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NASCAR - Johnson ist zum siebten Mal Champion

Kyle Busch entthront, großes Drama um Edwards

Nach einem Big One durch den dominierenden Edwards wurde das Rennen auf den Kopf gestellt und Johnson holte den siebten Sprint-Cup-Titel.
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Motorsport-Magazin.com - Jimmie Johnson siegte auf dem Homestead-Miami Speedway und holte zum siebten Mal den Sprint-Cup-Titel. Zuvor hatte Carl Edwards lange wie der neue Champion ausgesehen. Ein Fahrfehler von ihm sorgte neun Runden vor Rennende für einen Big One. Nach einer weiteren Gelbphase setzte sich der Hendrick-Pilot gegen Kyle Larson durch und siegte nach nur drei Führungsrunden in der Verlängerung. Auch im dritten Championship-4-Finale wurde der Rennsieger auch der Champion und der Fahrer mit den meisten Führungsrunden ging leer aus. Nun gibt es mit Dale Earnhardt Senior, Richard Petty und Jimmie Johnson drei siebenfache Champions in der höchsten NASCAR-Liga.

Vor dem Start

Die vier Finalisten: Kyle Busch, Jimmie Johnson, Carl Edwards und Joey Logano - Foto: NASCAR

Zum 13. Mal wird der Sprint-Cup-Champion im Chase-Format ermittelt. Das Format wurde inzwischen fünf Mal geändert. Seit der Saison 2014 gibt es 16 Teilnehmer, von denen vier Finalisten den neuen Champion im letzten Rennen auf dem Homestead-Miami Speedway ermitteln.

Jimmie Johnson (Startplatz 14) hat die große Chance mit einem siebten Titel mit den NASCAR-Legenden Dale Earnhardt Senior und Richard Petty gleichzuziehen. Allerdings konnte Johnson in 15 Rennen noch nicht auf dem 1,5 Meilen lagen Oval gewinnen, obwohl ihm diese Streckenlänge sehr liegt. Zwei zweite Plätze erreichte Johnson in 2007 und 2009. Die letzten drei Finalrennen beendete er immer auf Platz neun. Johnson ist zum ersten Mal im Championship-4-Finale dabei. Er erreichte das Finalrennen mit zwei Chase-Siegen und drei weiteren Top-10-Ergebnissen.

Zwölf Rennen betritt Carl Edwards (Startplatz 10) bisher in Homestead. Mit zwei Siegen ist er der erfolgreichste Fahrer in Florida. Die Siege datieren aus den Jahren 2008 und 2010. Anschließend tauchte er nicht mehr in den Top-10 auf und wurde im letzten Jahr Elfter. Edwards beendete 2008 seine bisher beste Saison auf dem zweiten Platz und ist zum ersten Mal im Championship-4-Finale dabei. Edwards schaffte das Kunststück mit dem Sieg in Kansas und nur zwei weiteren Top-10-Resultaten in neun Chase-Rennen das Finale zu erreichen.

Kyle Busch (Startplatz 9) gewann im letzten Jahr das Finale und gleichzeitig seinen ersten Sprint-Cup-Titel. Zuvor landete Kyle Busch in zehn Rennen sieben Mal außerhalb den Top-10. Es ist sein zweites Championship-4-Finale in Folge und er kann seinen Titel verteidigen. Die letzten drei Saisonrennen beendete Kyle Busch in den Top-5. Er kam ohne Sieg über die Gesamtpunkte in der dritten Chase-Runde in das Finale. In den neun Chase-Rennen dieser Saison erreichte er acht Mal ein Top-8-Resultat.

Auch für Joey Logano (Startplatz 13) ist es das zweite Championship-4-Finale nach 2014, als er Vierter wurde und seine beste Saison fuhr. Zuvor konnte er in sechs Rennen nur ein Top-10-Resultat erzielen. Allerdings ist Logano momentan der konstanteste Fahrer in dieser Saison. Er holte im Chase fünf Top-10-Egebnisse in Folge mit zwei Siegen in Phoenix und Talladega.

Vor dem Start wurden nicht nur die vier Finalisten groß vorgestellt, sondern auch Tony Stewart und Rookie Brian Scott verabschiedet, die ihr letzten Rennen bestreiten. Auch für den Titelsponsor Sprint ist es der letzte Auftritt. Aufregung bei Jimmie Johnson, denn sein Fahrzeug musste noch einmal zur Technischen Kontrolle. Es gab eine Beanstandung und Johnson muss von hinten starten.

Polesetter Kevin Harvick (links) und Brad Keselowski beim Start - Foto: NASCAR

Start: Harvick und Edwards in Front, Johnson mit Aufholjagd

Nachdem der dreifache Champion Stewart eine Ehrenrunde zum Abschied gedreht hatte, begann mit 25 Minuten Verspätung das Finale. Polesetter Kevin Harvick behauptete die Führung vor Brad Keselowski und Denny Hamlin. Nach acht Runden war Edwards Fünfter und damit bester Finalist und Johnson hatte sich vom letzten Platz bis auf Rang 20 vorgearbeitet. In der 18. Runde übernahm Edwards Rang drei. Sieben Runden später war Johnson bereits auf Platz zwölf gelandet. In Runde 27 gab es die erste Rennunterbrechung, weil Rookie Ryan Blaney in der Mauer gelandet war.

Es folgten die ersten Boxenstopps. Hamlin verpasste seine Box und drehte eine weitere Runde. Edwards gewann den Restart vor Harvick, Keselowski, Kyle Busch, Logano, Ryan Newman, Matt Kenseth und dem Achten Johnson. Hamlin lag nur noch auf Position 31. Harvick konnte kurz darauf wieder Platz eins übernehmen. Beide Fahrer lieferten einen schönen Zweikampf und lagen teilweise auf einer Höhe. Trotzdem konnten sie sich vom Rest des Feldes absetzen. Nach 44 Runden lagen alle vier Finalisten in den Top-6 und etwas später hinter Harvick in den Top-5.

Alle vier Chaser vorne dabei

Nach 60 Runden hatten Harvick und Edwards fast sechs Sekunden Vorsprung vor Logano. Johnson meldete leichte Vibrationen. Acht Runden später eröffnete Logano die ersten Stopps unter grüner Flagge. Als alle Fahrer beim Service waren führte Harvick mit sechs Sekunden vor Edwards. Johnson hatte keinen guten Stopp und war Sechster mit über 14 Sekunden Rückstand auf den Leader. Die zweite Caution kam in Runde 80 nach einem Dreher von Jeffrey Earnhardt. Alle Chaser besuchten wieder ihre Crew. Beim Restart führte Harvick vor Logano und Edwards. Logano ging in Front vor Edwards.

Nach 92 Runden zog Edwards an Logano vorbei. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Edwards mit seinen Gegnern spielte. Edwards führte nach 100 Runden mit 1.7 Sekunden vor Logano. Kyle Larson war nun auf dem Vormarsch und überholte Johnson, Kyle Busch und Harvick. In Runde 109 war Logano dran und Larson war Zweiter. Führungswechsel in Runde 119 durch Larson. Gleichzeitig eröffnete wieder Logano die zweiten Stopps unter Grün. Nach den Stopps führte wieder Edwards und Johnson war auf Rang elf zurückgefallen.

Carl Edwards führt das Feld an - Foto: NASCAR

Larson und Edwards haben das Rennen unter Kontrolle

Larson holte schnell auf und übernahm wieder die Führung. Der Konter von Edwards kam in Runde 136. Eine Runde später kam Kyle Busch in die Boxengasse, weil er einen leichten Plattfuß hatte. Der Titelverteidiger lag nun mit einer Runde Rückstand auf Rang 21 bei 16 Fahrern, die noch in der Führungsrunde waren. Inzwischen führte wieder Larson knapp vor Edwards. Logano hatte einen Rückstand von fast 13 Sekunden und Johnson lag weitere sieben Sekunden dahinter. Die nächste Rinde der Boxenstopps unter Grün eröffnete Johnson in Runde 155. Der Reifenwechsel bei Edwards war nicht perfekt und nun lag er 2.6 Sekunden hinter Larson.

100 Runden vor Rennende hatte Larson seinen Vorsprung leicht auf 2.8 Sekunden ausgebaut. Edwards hatte als Zweiter acht Sekunden Vorsprung vor Harvick und Kyle Busch war wieder in der Führungsrunde. Vier Runden später gab es wegen Debris die dritte Caution. Die Sonne war inzwischen verschwunden und das Flutlicht an. Larson gewann das Rennen in der Boxengasse vor Edwards, Harvick und Logano. Kyle Busch kam auf Position acht wieder auf die Strecke und Johnson war nach einem Stopp von 17 Sekunden bis auf Platz elf durchgereicht worden. Bei Kyle Busch und Johnson waren kleine Veränderungen vorgenommen worden.

Larson dominiert, dahinter ging es um den Titel

Larson gewann den Restart und dahinter wurde es eng zwischen Edwards und Logano, der sich durchsetzen konnte. Kyle Busch machte einen Sprung auf Platz vier. In Runde 195 übernahm Johnson Rang sieben und hatte das schnellste Fahrzeug im Feld. Nach rundenlangem Zweikampf überholte Edwards seinen Titel-Konkurrenten Logano in Runde 205 und war wieder Zweiter. Larson war in der Zwischenzeit um 3.6 Sekunden enteilt. Blaney sorgte in Runde 207 nach Mauerkontakt für die nächste Rennunterbrechung. Larson kam knapp vor Logano wieder auf die Strecke. Kyle Busch war Dritter vor Harvick, Edwards und Johnson. Logano kam beim Restart nicht an Larson vorbei, das nutzte Kyle Busch und übernahm Rang zwei. Edwards und Johnson hingen hinter dem Vierten Harvick fest.

Edwards überholte Harvick 40 Runden vor Rennende, während Johnson nicht näher herankam. Sechs Runden später zog er auch an Logano vorbei. Teamkollege Kyle Busch lag noch 1.5 Sekunden vor ihm. 27 Runden vor Rennende griff Edwards Kyle Busch an und zwei Runden später konnte er Platz zwei übernehmen. Kyle Busch blieb aber dran. 15 Runden vor Rennende gab es zum fünften Mal Gelb durch Dylan Lupton. Damit wurde die Karten neu gemischt. Alle Chaser machten einen Boxenstopp. Larson gewann den "Money Stop" in der Boxengasse vor Edwards, Logano, Harvick, Johnson und Kyle Busch, der drei Positionen verloren hatte.

Big One mit Joey Logano und Carl Edwards - Foto: NASCAR

Runde 259: Big One durch Edwards und Logano mit neun Fahrzeugen

Jetzt waren noch zwölf Runden zu fahren. Der Restart endete in einem Big One. Edwards flog von der Strecke, der Toyota von Truex brannte und es gab Rot. Edwards war auf die untere Linie gezogen und Logano berührte ihn links am Heck. Edwards, der kurz vor dem Titelgewinn stand, entschuldigte sich bei Loganos Crew Chief Todd Gordon und nahm den Unfall auf seine Kappe. Großes Kino! Loganos Ford war noch vom Teamkollegen Keselowski getroffen worden und war etwas demoliert. Außerdem waren Kasey Kahne, Regan Smith, Chase Elliott, Ryan Newman, und Ty Dillon involviert.

Die neue Reihenfolge beim Restart fünf Runden vor Rennende: Larson war der Leader vor Harvick, Kyle Busch und Johnson. Logano machte einen Boxenstopp und schoss beim Restart von Platz neun auf drei, dann gab es wieder Gelb, weil Ricky Stenhouse Junior von der Strecke flog. Nun machte Kyle Busch einen Boxenstopp um frische Reifen abzuholen. Larson führte weiterhin vor Johnson und Logano. Kyle Busch lag auf Position 13. Johnson gewann den Restart gefolgt von Larson und zog auf und davon.

Jimmie Johnson fährt über die Ziellinie - Foto: NASCAR

Johnson gewinnt den letzten Restart und siegt

Wir hatten heute das Glück auf unserer Seite. Vielen Dank an alle, die an mich geglaubt haben. Einfach nur Danke!
Jimmie Johnson in der Victory Lane

Kaum zu glauben: Johnson gewinnt das Rennen mit nur drei Führungsrunden und wird zum siebten Mal Sprint-Cup-Champion. Larson wurde mit 0.467 Sekunden Rückstand Zweiter vor Harvick, Logano, Jamie McMurray, Kyle Busch, Matt Kenseth, A.J. Allmendinger, Denny Hamlin und dem starken Michael McDowell.

Eiskalte Dusche für den neuen Champion - Foto: NASCAR

36. Lauf (Chase 10/10): Ford EcoBoost 400
Homestead-Miami Speedway, Homestead, FL
Ergebnis: Top-10 (267+1 Runden)

1. #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 40/- Punkte
2. #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 41/2 Punkte
3. #4 Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 39/1 Punkte
4. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 37/- Punkte
5. #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 36/0 Punkte
6. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 35/- Punkte
7. #20 Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 34/0 Punkte
8. #47 A.J. Allmendinger (Chevrolet) JTG Daugherty Racing, 33/0 Punkte
9. #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 32/0 Punkte
10. #59 Michael McDowell (Chevrolet) Leavine Family Racing, 31/0 Punkte
***
34. #19 Carl Edwards (Toyota) Joe Gibbs Racing, 7/- Punkte

Endstand Chase 2016: 10/10 (Top-16) Rennen 36/36
Championship 4: Finale (4 Teilnehmer)

1. (2) #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 5.040 Punkte
3. (1) #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 5.037 Punkte
3. (4) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 5.035 Punkte
4. (3) #19 Carl Edwards (Toyota) Joe Gibbs Racing, 5.007 Punkte

Round of 8, 12 & 16:
5. (5) #20 Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2.330 Punkte
6. (6) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2.320 Punkte
7. (7) #41 Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 2.296 Punkte
8. (11) #4 Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 2.289 Punkte
9. (12) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 2.288 Punkte
10. (10) #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2.285 Punkte
11. (8) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 2.271 Punkte
12. (9) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 2.267 Punkte
13. (13) #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 2.231 Punkte
14. (14) #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 2.223 Punkte
15. (15) #14 Tony Stewart (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 2.211 Punkte
16. (16) #34 Chris Buescher (Ford), Front Row Motorsports, 2.169 Punkte


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