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NASCAR - Allmendinger gewinnt dramatisches Finale

Stewart verzichtet auf Start

Allmendinger und JTG-Daugherty Racing siegten zum ersten Mal im Sprint Cup. Mit diesem Sieg wurde sensationell die Qualifikation für den Chase geschafft.
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Motorsport-Magazin.com - Nach einem dramatischen Green-White-Checkered-Finale gewann A.J. Allmendinger vor Marcos Ambrose auf dem Road Course in Watkins Glen den 22. Saisonlauf. Es war der erste Sprint-Cup-Sieg für Allmendinger in seinem 213. Rennen. Gleichzeitig konnte sich auch das kleine JTG-Daugherty-Team über den allerersten Erfolg seit 2009 freuen. Für Allmendinger bedeute dieser Sieg gleichzeitig den Einzug in den Chase 2014.

Regan Smith wurde für das Rennen eingeflogen - Foto: NASCAR

Regan Smith startete für Tony Stewart

Watkins-Glen-Rekordsieger Tony Stewart verzichtete auf einen Start, da er am gestrigen Samstag in einen Unfall verwickelt war. Stewart erfasste bei diesem Sprint-Car-Rennen seinen Mitstreiter Kevin Ward Junior und verletzte ihn tödlich. Für Stewart übernahm Regan Smith das Steuer mit der Startnummer 14.

Mit Danica Patrick und Regan Smith mussten gleich zwei Stewart-Haas-Piloten wegen Motor- und Fahrerwechsel von hinten starten. Polesetter Jeff Gordon erwischte bei seiner 75. Jubiläums-Pole den besten Start und ging in Führung. Die ersten Verfolger waren Ambrose und Jimmie Johnson. Harvick verlor sofort fünf Ränge und kam in Runde drei bereits zum Service in die Boxengasse. Gordon und Ambrose setzten sich deutlich vom Rest des Feldes ab.

Jeff Gordon und Marcos Ambrose beim Start - Foto: NASCAR

Zweikampf Jeff Gordon gegen Marcos Ambrose

Cole Whitt sorgte in der zehnten Runde für die erste Gelbphase, als er auf Rang 19 liegend ungebremst in einem Reifenstapel strandete. Die Aufräumarbeiten dauerten fünf Runden. Beim Restart zogen Allmendinger und Kurt Busch an Johnson vorbei. Brad Keselowski und Matt Kenseth hatten anschließend eine heftige Berührung mit Kaltverformungen an beiden Fahrzeugen.

Ab der 20. Runde bogen die ersten Piloten unter Grün in die Boxengasse ab. Kyle Busch nahm bei seinem Stopp gleich die Tankflasche mit und musste nochmals seine Crew aufsuchen. Auch Joey Logano bekam eine Bestrafung. In der 28. Runde musste der Vorjahressieger Kyle Busch nach einem Reifenschaden erneut seine Box und danach die Garage aufsuchen. Ambrose kam erst eine Runde später zum Reifenwechsel und Nachtanken. Dann bog auch auch Gordon nach 29 Führungsrunden ab und sein noch siegloser Teamkollege Kasey Kahne erbte den ersten Rang.

Ambrose übernahm die Spitze

Kahne kam erst in der 33. Runde zum Service. Durch seinen etwas früheren Stopp war Ambrose der neue Leader, während Gordon plötzlich über vier Sekunden dahinter lag. Kurt Busch belegte mit weiteren vier Sekunden Rückstand Rang drei vor Allmendinger, Johnson und Dale Earnhardt Junior. Mit Ambrose, Allmendinger, Kenseth und Jamie McMurray lagen vier bisher sieglose Fahrer in der Top-10. Gordon kam bis auf drei Sekunden an Ambrose heran, dann klagte der Hendrick-Pilot über fehlenden Grip.

Plötzlich wurde Gordon in Runde 51 langsam und rollte Richtung Boxengasse, in die er jedoch wegen Verkehr nicht abbiegen konnte. Deshalb gab NASCAR zum zweiten Mal Gelb. Ein Truck schob Gordon zu seiner Crew. Beim Restart lagen drei Hendrick-Chevrolet mit Johnson, Earnhardt und Kahne in Führung, da sie mit Allmendinger, Kahne, Denny Hamlin sowie McMurray auf einen Boxenstopp verzichtet hatten. Ambrose war als Siebter der erste Fahrer mit frischen Reifen.

Heftiger Crash mit Ryan Newman und Michael McDowell - Foto: NASCAR

Lange Rennunterbrechung wegen heftigem Unfall

Kurz darauf gab es einen heftigen Unfall nachdem Logano und Greg Biffle etwas die Strecke verlassen hatten. Ryan Newman versuchte auszuweichen und landete in einem Reifenstapel. Er kreiselte wieder auf die Ideallinie und Michael McDowell knallte voll in das Hindernis. Auch Patrick konnte nicht mehr ausweichen. Das Rennen musste wegen der nötigen Aufräumarbeiten unterbrochen werden. Die Fahrer stiegen aus ihren Fahrzeugen aus und vertrieben sich die Zeit mit Interviews. Brian Vickers hatte sogar Zeit für eine Runde Backgammon.

Nach einer fast 90-minütigen Rennunterbrechung ging es mit einigen Runden unter gelber Flagge weiter. Einige Fahrer hofften auf viele Gelbrunden hinter dem Pace Car, um einen Tankstopp zu sparen. Von den Spitzenfahrern verzichteten nur die Roush-Piloten Edwards und Greg Biffle auf einen Stopp. Das Rennen in der Boxengasse gewann Allmendinger vor McMurray und Kurt Busch. Ambrose war nach einem schlechten Stopp nur noch Neunter.

Aufholjagd von Marcos Ambrose

Eine Runde nach dem Restart in Runde 60 wurde Edwards von Allmendinger an der Spitze abgelöst. Auch Kurt Busch und Ambrose zogen kurz darauf an Edwards vorbei. Allmendinger wurde per Funk aufgefordert bei 1.5 Sekunden Vorsprung etwas Sprit zu sparen. In Runde 66 übernahm Ambrose den zweiten Rang. Zwei Sekunden lag der Petty-Pilot jetzt hinter Allmendinger. Falls es keine weitere Unterbrechung geben sollte, konnte der Rennsieger nur Allmendinger oder Ambrose heißen. Der Sieger des Zweikampfes war auf jeden Fall für den Chase qualifiziert. Erst ab der 75. Runde konnte Ambrose den Abstand auf unter zwei Sekunden verkürzen. Nelson Piquet Junior befand sich zu diesem Zeitpunkt auf einem beachtlichen 29. Rang mit einer Runde Rückstand.

In der 78. Runde sorgte Josh Wise für die vierte Gelbphase und neue Rechenspiele auf den Kommandoständen. Die ersten acht Fahrer blieben auf der Strecke. Rookie Austin Dillon war der Schnellste in der Boxengasse und kam als Neunter wieder auf die Strecke. Bein Restart waren noch neun Runden zu fahren. In Runde eins drehte sich Johnson nach einer Kettenreaktion und riss Smith und Piquet mit ins Verderben.

A.J. Allmendinger und Marcos Ambrose beim letzten Restart - Foto: NASCAR

Green-White-Checkered-Finale

Nach dem fünften Restart waren es noch fünf Runden bis zur Ziellinie. Beide Kontrahenten kämpften einige Kurven nebeneinander um die Führung. Dann setzte sich Ambrose nach reichlichem Lackaustausch durch. Doch Allmendinger konterte sofort. Gerade als Allmendinger wieder die Nase vorn hatte, gab es erneut Rot, weil Hamlin nach einem Dreher die Einfahrt zur Boxengasse demolierte.

Nun musste ein Green-White-Checkered-Finale über zwei Runden die Entscheidung bringen. Hinter Allmendinger und Ambrose lag Edwards auf Rang drei vor Kurt Busch, Harvick, Rookie Kyle Larson und Logano. Hochspannung pur in Watkins Glen. Wieder gab es Lackaustausch, als beide Fahrer um die Führung kämpften. Allmendinger konnte sich etwas absetzen, weil Ambrose auch noch mit Kurt Busch kämpfen musste.

A.J. Allmendinger feiert seinen Sensationssieg - Foto: NASCAR

Sensationeller Sieg für A.J. Allmendinger

Es reichte für Allmendinger, der mit seinem allerersten Sprint-Cup-Sieg sich gleichzeitig sensationell für den Chase 2014 qualifizieren konnte. Mit 1.160 Sekunden Rückstand wurde Ambrose Zweiter. Es war zwar das beste Saisonresultat für den Australier, aber er verpasste die mögliche Chase-Qualifikation. Trotzdem gratulierte Ambrose sportlich als Erster dem Sieger. Kurt Busch belegte zum vierten Mal in dieser Saison den dritten Rang vor Larson, der erneut erst gegen Rennende in die vorderen Ränge fuhr. Edwards wurde Fünfter vor Logano, Harvick, Biffle, Johnson und Vickers.

Packendes Finale in Watkins Glen: (02:00 Min.)

22. Lauf: Cheez-it at The Glen (Top-10)
Watkins Glen International, Watkins Glen, NY (90 Runden)

1. A.J. Allmendinger (Chevrolet) JTG Daugherty Racing, 48/5 Punkte
2. Marcos Ambrose (Ford) Richard Petty Motorsports, 43/1 Punkte
3. Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 41/0 Punkte
4. Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 40/0 Punkte
5. Carl Edwards (Ford) Roush Fenway Racing, 40/1 Punkte
6. Joey Logano (Ford) Team Penske, 38/0 Punkte
7. Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 37/0 Punkte
8. Greg Biffle (Ford) Roush Fenway Racing, 36/0 Punkte
9. Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 35/0 Punkte
10. Brian Vickers (Toyota) Michael Waltrip Racing, 34/0 Punkte

Gesamtstand: Rennen 22/36 (Chase Top-16)

1. Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 3 Siege, 773 Punkte
2. Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 3 Siege, 696 Punkte
3. Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 3 Siege, 650 Punkte
4. Jeff Gordon (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2 Siege, 768 Punkte
5. Joey Logano (Ford) Team Penske, 2 Siege, 671 Punkte
6. Carl Edwards (Ford) Roush Fenway Racing, 2 Siege, 658 Punkte
7. Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 2 Siege, 645 Punkte
8. Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 615 Punkte
9. Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 552 Punkte
10. Aric Almirola (Ford) Richard Petty Motorsports, 1 Sieg, 532 Punkte
11. Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 529 Punkte
12. A.J. Allmendinger (Chevrolet) JTG Daugherty Racing, 1 Sieg, 525 Punkte
13. Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 703 Punkte
14. Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 645 Punkte
15. Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 635 Punkte
16. Clint Bowyer (Toyota) Michael Waltrip Racing, 634 Punkte


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