NASCAR - Gordon schafft endlich ersten Saisonsieg

Patrick erzielt bestes Sprint-Cup-Resultat

Jeff Gordon, der beste Punktesammler der bisherigen Saison, feierte auf dem Kansas Speedway seinen ersten Saisonsieg.
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Motorsport-Magazin.com - Das erste Nachtrennen auf dem Kansas Speedway gewann Jeff Gordon nach 267 Runden knapp vor dem lange dominierenden Kevin Harvick. Mit drei Erfolgen ist Gordon nun der Rekordsieger in Kansas City. Für den vierfachen Ex-Champion war es gleichzeitig der 89. Sieg in der höchsten NASCAR-Rennserie. Im 57. Sprint-Cup-Rennen erzielte Danica Patrick mit Rang sieben ihr bisher bestes Resultat. Die vor der Saison als große Favoriten gehandelten Jimmie Johnson und Matt Kenseth warten weiter auf den ersten Saisonsieg.

Kevin Harvick dominierte nach Startverzögerung

Polesetter Kevin Harvick beim Start - Foto: NASCAR

Da ein Unwetter Richtung Kansas Speedway zog, gab es eine Startverzögerung um 30 Minuten. Polesetter Harvick verteidigte nach dem Start seine Spitzenposition vor Joey Logano. Nach 30 Runden lagen weiterhin alle vier Stewart-Haas-Piloten innerhalb der Top-10, während von den vier Hendrick-Fahrern nur Gordon nach dem enttäuschenden Qualifying einige Plätze gutmachen konnte. Martin Truex Junior hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Runde Rückstand zu beklagen. Fünf Runden später wurde auch Denny Hamlin, der Talladega-Sieger vom letzten Wochenende, überrundet.

Kurz darauf gab es die ersten Boxenstopps unter grüner Flagge. Es waren noch nicht alle Fahrer zum Service abgebogen, als ausgerechnet Clint Bowyer in seinem 300. Sprint-Cup-Rennen für die erste Gelbphase in Runde 47 sorgte. Nach dem Restart hatte kurzfristig Brad Keselowski die Nase vorne, bevor Harvick wieder das Kommando an der Spitze übernahm. Hamlin hatte sich durch einen frühen Stopp wieder zurückrunden können und lag mit nur noch 19 weiteren Piloten in der Führungsrunde.

Drei Gelbphasen durch Dreher

Ein Unfall durch einen Dreher von David Ragan sorgte in Runde 60 für die nächste Aufregung unter Flutlicht. Ryan Truex und Landon Cassill konnten nicht mehr ausweichen und besuchten ebenfalls die Garage. Kyle Larson erhielt den Lucky Dog, während Kenseth immer noch einen Rundenrückstand zu beklagen hatte. Elf Runden später sorgte ein weiterer Dreher für Caution Nummer drei. Hamlin, der wieder bis in die Top-10 vorgefahren war, verlor seinen Gibbs-Toyota in Kurve zwei.

Bei den Restarts war Harvick nicht zu bezwingen und führte weiterhin den elften Saisonlauf an. Nur Jeff Gordon, der beste Punktesammler der bisherigen Saison, konnte das Tempo einigermaßen mitgehen. Patrick zeigte weiterhin eine starke Leistung mit einer konstanten Top-10-Platzierung. In der 100. Runde wurde Hamlin erneut von Harvick überrundet. Gleichzeitig kamen die Fahrer zum zweiten Mal unter Grün zum Service in die Boxengasse.

Kevin Harvick stoppte zu früh

Jamie McMurray als Feuerball - Foto: NASCAR

Beide Penske-Ford mit Keselowski und Logano blieben länger auf der Strecke und führten nun das Rennen an. Elf Runden später verlor Marcos Ambrose seinen Petty-Ford durch den nächsten Dreher, der das Rennen neutralisierte. Harvick hatte nach seinem frühen Stopp großes Glück, denn er war zu diesem Zeitpunkt in Lucky-Dog-Position. Auf der Gegengeraden war es ziemlich dunkel, denn das Flutlicht war dort komplett ausgefallen

Beim Restart führte jetzt zur Freude der Zuschauer Dale Earnhardt Junior vor seinen Teamkollegen Kasey Kahne. Es dauerte allerdings nicht lange, dann machte Logano mit dem Liebling der Nation kurzen Prozess und zog an Earnhardt spielend vorbei. Kahne kam anschließend immer stärker auf und übernahm nach Rennhalbzeit die Führung. Nach genau 150 Runden knallte Jamie McMurray nach einem Reifenschaden in die obere Mauer des Kansas Speedway. Der Ganassi-Pilot musste anschließend aus seinem brennenden Fahrzeug gezogen werden. Pech hatte erneut Kenseth, denn diesmal schnappte ihm sein Gibbs-Teamkollege Kyle Busch den Lucky Dog weg.

Jetzt bestimmte Joey Logano das Renngeschehen

Danica Patrick verfolgt Dale Earnhardt Junior - Foto: NASCAR

Bei den anschließenden Boxenstopps nahmen Kahne, Tony Stewart und Hamlin nur zwei frische Reifen mit und lagen nun in Front. Nach dem Neustart konnte Logano innerhalb von zwei Runden von Position vier erneut auf Rang eins vorfahren. 100 Runden vor Rennende führte Logano mit über zwei Sekunden Vorsprung vor Kahne. Stewart war Dritter vor Earnhardt, Patrick, Hamlin, Larson sowie Titelverteidiger Johnson. Harvick hatte sich hinter Ryan Newman wieder bis auf Rang zehn verbessert.

Nun drückte Patrick gewaltig aufs Gaspedal und übernahm den dritten Rang. Die sechste Rennunterbrechung stoppte den Vorwärtsdrang der Rennlady, weil ihr Teamkollege Kurt Busch nach einem Dreher im Gras des Infields landete. Endlich konnte sich Kenseth über den Lucky Dog freuen. In der 184. Runde wurde das Rennen mit dem neuen Leader Johnson fortgesetzt. Das Flutlicht auf der Gegengeraden funktionierte auch wieder. Dann knallte es durch eine Kettenreaktion heftig auf dem Speedway. Paul Menard und A.J. Allmendinger flogen von der Strecke, während gleichzeitig David Gilliland und Justin Allgaier ihre Fahrzeuge nach einem Zusammenprall total demolierten.

Duell der zweifachen Saisonsieger

Heftiger Unfall von David Gilliland - Foto: NASCAR

Beim siebten Restart hatte auch Johnson keine Chance gegen Logano. Kurt Busch gewann zehn Runden später Haltungsnoten für einen erneuten Highspeed-Dreher. Von den führenden Fahrern bog nur Johnson zum Service ab. Jetzt lagen die beiden zweifachen Saisonsieger Logano und Harvick in Front. Nun hatte Logano beim Neustart das Nachsehen und musste Harvick ziehen lassen. Es folgten drei Hendrick-Chevrolet mit Gordon, Earnhardt und Kahne. Ryan Blaney war bei seinem Sprint-Cup-Debüt inzwischen durch einen Lucky Dog wieder in der Top-20 zu finden.

Innerhalb von zehn Runden konnte sich Harvick um drei Sekunden von Logano absetzen. Dann übernahm Gordon den zweiten Rang. Der Ex-Champion konnte in den folgenden Runden den Abstand zu Harvick leicht verringern. 32 Runden vor Rennende gab es die dritte Runde von Boxenstopps unter grüner Flagge. Johnson und Larson hatten noch reichlich Sprit im Tank und blieben mit neun weiteren Fahrern sehr lange auf der Strecke. Johnson kam erst in Runde 256 zum Service.

Jeff Gordon hatte die beste Strategie

Jeff Gordon gewinnt knapp vor Kevin Harvick - Foto: NASCAR

Gordon lag durch einen frühen Stopp vor Harvick. Sieben Runde vor Rennende lagen die beiden Kontrahenten eine halbe Sekunde auseinander. Dann konnte sich Gordon weiter absetzen, bevor Überrundungsverkehr noch einmal für Spannung sorgte. Gordon schaffte endlich mit 0.112 Sekunden Vorsprung vor Harvick seinen ersten Saisonsieg. Kahne wurde Dritter vor Logano, Earnhardt und Edwards. Patrick schaffte mit Rang sieben ihr bisher bestes Resultat im Sprint Cup. Aric Almirola und die immer noch sieglosen Johnson und Kenseth komplettierten die Top-10.

11. Lauf: 5-Hour Energy 400 benefiting Special Operation Warrior Foundation (Top-10)
Kansas Speedway, Kansas City, KS (267 Runden)

1. Jeff Gordon (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 47/4 Punkte
2. Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 44/2 Punkte
3. Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 42/1 Punkte
4. Joey Logano (Ford) Team Penske, 41/1 Punkte
5. Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 40/1 Punkte
6. Carl Edwards (Ford) Roush Fenway Racing, 39/1 Punkte
7. Danica Patrick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 37/0 Punkte
8. Aric Almirola (Ford) Richard Petty Motorsports, 36/0 Punkte
9. Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 36/1 Punkte
10. Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 35/1 Punkte

Gesamtstand: Rennen 11/36 (Chase Top-16)

1. Joey Logano (Ford) Team Penske, 2 Siege, 346 Punkte
2. Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 2 Siege, 302 Punkte
3. Jeff Gordon (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 1 Sieg, 394 Punkte
4. Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 373 Punkte
5. Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 1 Sieg, 368 Punkte
6. Carl Edwards (Ford) Roush Fenway Racing, 1 Sieg, 367 Punkte
7. Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 326 Punkte
8. Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 318 Punkte
9. Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 211 Punkte
10. Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 379 Punkte
11. Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 340 Punkte
12. Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 332 Punkte
13. Greg Biffle (Ford) Roush Fenway Racing, 328 Punkte
14. Brian Vickers (Toyota) Michael Waltrip Racing, 327 Punkte
15. Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 318 Punkte
16. Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 306 Punkte


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