NASCAR - Gordon: Neue Herausforderungen beim drafting

Schlussrunden weiterhin chaotisch

Jeff Gordon sieht in Bezug auf das sogenannte drafting eine Rückkehr in die 90er und frühen 00er Jahre. Überholen werde wieder schwieriger.
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Motorsport-Magazin.com - Die sechste Generation der Sprint-Cup-Boliden feiert am nächsten Wochenende in Daytona ihr Renndebüt, auch wenn der Shootout nicht zur Meisterschaft zählt. Dabei wird das Renngeschehen laut dem dreifachen Daytona-500-Sieger Jeff Gordon anders aussehen, denn durch das neue Technikpaket wird das unbeliebt gewordene 'tandem drafting' wohl verschwinden.

Beim 'tandem drafting' fahren zwei Boliden so nebeneinander, dass sie die Aerodynamik optimal nutzen können. Da die Luft über zwei statt nur ein Auto strömt, erhöht sich die Geschwindigkeit, was dazu führt, dass zwei Autos zusammen schneller fahren können als ein einzelnes.

Die Schlussrunden werden ein heilloses Chaos, so wie wir es seit Jahren gesehen haben.
Jeff Gordon

Was in der Theorie nach einem Geniestreich klingt, stellte sich in der Praxis als problematisch heraus. Zum einen erwies es sich nicht immer als leicht, einen entsprechenden "Partner" zu finden, zum anderen fanden die Fans keinen allzu großen Gefallen daran, nur Autos im Zweierpack um die Strecke rasen zu sehen. Zudem mussten sich beide Piloten absolut aufeinander verlassen können, denn der kleinste Fehler führte zur Kollision. So verursachten Tony Stewart und Kurt Busch im Bud Shootout im vergangenen Jahr einen Unfall, in den letztendlich fünf Fahrzeuge verwickelt waren.

Doch auch im sogenannten pack racing, dem Fahren in größeren Gruppen, kann es zu Massenkarambolagen kommen, wie der Unfall am zweiten Tag der Testfahrten in Daytona zeigte. Insgesamt wird es in der neuen Saison also darum gehen, sich im Getümmel umsichtiger zu verhalten. "Ich denke nicht, dass wir wieder pushen und 'tandem drafting' wie früher machen werden", erklärte Jeff Gordon. "Es hat nicht lange gedauert, ehe wir bei den Tests herausgefunden haben, dass das nicht sehr gut funktioniert."

Gordon glaubt, dass wieder wie in den 1990er und den frühen 2000er Jahren gefahren werden wird. "Ich erinnere mich an meine ersten Jahre im Cup, als man vielleicht nicht an die Stoßstange des Autos vor einem herankam, egal was für einen Lauf man hatte. Man kam nicht einfach hin, fuhr dagegen und blieb da. Man musste die Luft nutzen", blickte er zurück. "Jetzt ist es wieder in etwa so, was denke ich gut ist, und die Herausforderung des 'drafting' und Überholens wird etwas größer sein." In einem Punkt sieht er jedoch keine Änderung für die neue Saison. "Die Schlussrunden werden ein heilloses Chaos, so wie wir es seit Jahren gesehen haben. Es geht nur darum, wie sich das Rennen davor entwickeln wird", erklärte er.


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