MX/SX - Näheres zum tragischen Unfall von Lynggaard

Er war nicht mehr zu retten

Nachdem Kasper Lynggaard am Freitagnachmittag in Dortmund ums Leben kam, äußerten sich die Organisatoren und sein Teamchef Colin Streubel.
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Motorsport-Magazin.com - Nach dem tragischen Unfall am Freitagnachmittag beim ADAC SX Cup in Dortmund, bei dem Kasper Lynggaard sein Leben ließ, meldete sich der ADAC Westfalen zu Wort: "Wir bedauern das, was passiert ist sehr, können an der Situation aber leider nichts ändern. Schuldzuweisungen sind unnötig. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, aber keinesfalls besonders gefährlich. Motorsport ist nicht Schwimmen, da kann immer etwas passieren. Uns tut schrecklich leid, was geschehen ist. In einem Gespräch am Nachmittag entschieden wir gemeinsam mit den Teams - auch im Sinne des Verunglückten, die Veranstaltung fortzuführen."

Zum Unfallhergang selbst erklärten die Vertreter des ADAC Westfalen e.V.: "Er war alleine im Waschbrett unterwegs. Am Ende der Section kam er ins Straucheln, er hatte die letzte Welle nicht richtig getroffen und war über den Lenker nach vorne abgestiegen. Das passiert des Öfteren. Allerdings wurde er noch von seinem eigenen Bike getroffen und zwar so schwer, dass wir sofort tätig werden wurden. Der Arzt stand nur fünf Meter entfernt, alle nötigen Maßnahmen wurden also sofort eingeleitet. Aber er war nicht mehr zu retten."

Die Streckenärzte hätten lange versucht, den Dänen zu reanimieren, was kurzzeitig sogar gelang. Also transportierten ihn die Mediziner zum Medizin-Container außerhalb der Westfalenhalle. "Dort versuchten sie es weiter. Ärzte sind normalerweise noch bis zu fast einer Stunde in der Lage den Betroffenen auch bei einem Herzstillstand zurückzuholen. Alles wurde versucht. Wahrscheinlich erlag er inneren Verletzungen, es gibt aber noch keine offizielle Aussage von seinem Arzt. Auch ein Rettungshubschrauber stand parat, kam aber nicht mehr zum Einsatz."

So behalten wir ihn in Erinnerung: Ein lebenslustiger junger Mann, der kein Risiko scheute, seinen Sport liebte und viel zu früh aus dem Leben schied
Colin Streubel

Obwohl die Veranstaltung auch nach dem Todesfall so gut es ging durchgeführt wurde, zog Lynggaards Team die Teilnahme am ADAC SX Cup in Dortmund sofort zurück. "Das Team Yamaha Motor Deutschland AC MoTeC by MITAS hat seinen Fahrer Kasper Lynggaard am heutigen Freitagnachmittag für immer verloren. Unser dänischer SX1-Pilot stürzte beim ADAC Supercross in der Dortmunder Westfalenhalle im Training, wurde dazu vom eigenen Motorrad getroffen und konnte trotz sofortiger ärztlicher Hilfe nicht mehr reanimiert werden."

Teammanager Colin Streubel erklärte: "Es ist für mich als Teamleiter ein grausamer Tag. Es ist aber leider ein Teil unseres Sports und deshalb haben wir als Team entschieden, den Veranstalter zu unterstützen und hier vor Ort zu bleiben. Wir haben zwar unsere Fahrer aus dem Programm genommen, werden aber morgen versuchen, unser Tagesgeschäft Sponsorenbetreuung durchzuziehen. Wir bedanken uns bei allen für die aufrichtige Anteilnahme, Kasper war besonders in Deutschland sehr beliebt. Wir hatten das Glück, dass sein dänischer Teamchef hier vor Ort ist, dadurch wurde die Familie schnell und ohne Gerüchte informiert. Ich kann mich als Teammanager an keinen derartigen Unfall erinnern, aber bei Straßenrennen habe ich solche Tage leider schon miterleben müssen." Kasper Lynggaard wurde nur 24 Jahre alt. Er war ein Spitzenfahrer sowohl im ADAC SX-Cup als auch in der ADAC MX Masters-Serie, nahm an WM-Rennen teil und vertrat Dänemark beim MXoN. In unsagbarer Trauer danken wir allen Verantwortlichen, Helfern, Fahrern, Teammitgliedern sowie Ärzten und wünschen der Familie von Kasper Lynggaard ganz viel Kraft und Liebe, um diese schwere Zeit zu überstehen. Das Foto von Kasper hat Peter Marlie am Freitagmittag aufgenommen. Es ist das letzte Foto, das wir von Kaspar haben. So behalten wir ihn in Erinnerung: Ein lebenslustiger junger Mann, der kein Risiko scheute, seinen Sport liebte und viel zu früh aus dem Leben schied."


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