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MX/SX - Interview - Jeffrey Herlings

Neue Ziele setzen

Jeffrey Herlings sprach mit Motorsport-Magazin.com über den Saisonauftakt in Übersee, das neue Renn-Format, Verletzungen, Gegner und die Zukunft.
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Motorsport-Magazin.com - Wie fühlst du dich nach den ersten beiden Rennen der Weltmeisterschaft und besonders nach deinem Sturz vor dem Auftakt?
Jeffrey Herlings: Ich fühle mich besser, das Bein ist okay. Jetzt habe ich aber schon wieder eine Verletzung am Handgelenk, das ist echt nicht cool. Aber ich habe jetzt noch zwei Wochen Zeit bis zum nächsten Grand Prix. In ein paar Tagen sollte es wieder gut sein. Ich muss mich nur ein bisschen ausruhen. Ich bin auch nur ein Mensch und jeder braucht etwas Ruhe, um wieder gesund zu werden. In Valkenswaard sollte ich aber wieder 100 prozentig fit sein.

Wie waren die ersten beiden Rennwochenende auf den beiden neuen Rennstrecken in Katar und Thailand?
Jeffrey Herlings: Ja, die Strecken waren neu. Es war wirklich warm und ziemlich verrückt, aber ich mag das so. Es hat Spaß gemacht, besonders in Katar unter den Scheinwerfern zu fahren. Dann in Thailand war es wirklich warm, es war unglaublich warm dort. Das war schon etwas Besonderes. Ich habe aber jedes einzelne Rennen gewonnen, kann mich also nicht beschweren.

Ich fahre mein Rennen alleine, weil bisher keiner mein Tempo mitgehen konnte
Jeffrey Herlings

Gibt es überhaupt irgendjemanden, der dich in diesem Jahr schlagen kann?
Jeffrey Herlings: Ich denke, dass mich einige Verletzungen schlagen können. Ich kann mich also selbst schlagen. Irgendjemand anderes würde mir momentan nicht einfallen. Ich fahre mein Rennen alleine, weil bisher keiner mein Tempo mitgehen konnte. Aber es kann sich alles ändern, schließlich ist die Saison noch lang.

Alle deine starken Konkurrenten aus dem letzten Jahr sind in die MX1-Klasse aufgestiegen. Langweilst du dich ab und an auf der Strecke?
Jeffrey Herlings: Nein, definitiv nicht. Man merkt aber, dass das Training und die Motivation fürs Training etwas sinken. Manchmal denke ich 'Heute brauche ich das und das nicht zu machen, weil sie sowieso nicht an mir dranbleiben können.' Das ist aber ein Problem, in das man nicht verfallen sollte. Deshalb versuche ich, so hart wie im letzten Jahr und in den Jahren zuvor zu trainieren. Es ist besser, sich dann neue Ziele zu setzen. Man sollte dann eben nicht nur nach dem Sieg streben, sondern danach mit 30 Sekunden oder einer Minute Vorsprung zu gewinnen oder so. Man kann nicht nur gewinnen ohne zu trainieren. Vielleicht muss ich momentan nicht so hart trainieren, wie sonst, um zu siegen, aber es ist nie leicht. In diesen Momenten muss man auch wirklich aufpassen, dass man sich nicht verletzt, denn man hält alles für etwas zu leicht.

Was denkst du über das neue Format bei den Überseerennen?
Jeffrey Herlings: Ich mag es nicht wirklich. Ich hätte zwei einzelne Rennen für MX1 und MX2 bevorzugt. Aber das ist nun einmal die neue Regel und wir müssen sie alle akzeptieren. Ich würde es zwar anders sehen, aber so ist es nun einmal nicht. Also ist es wichtig, das Beste draus zu machen. Einen guten Aspekt hat es: Ich kann dabei an meinem Tempo arbeiten, wenn wir gegen die großen Jungs wie Cairoli und Desalle fahren. Ich werde in ein paar Jahren wohl eh gegen sie antreten. Es ist zwar ein bisschen unfair, weil ich momentan noch das MX2-Bike fahren, auf der anderen Seite kann ich mich aber schon einmal daran gewöhnen und mich für die Zukunft ein wenig vorbereiten.

Den Auftakt in Katar konnte Jeffrey Herlings trotz Verletzung für sich entscheiden - Foto: KTM

Warum hast du dich entschieden, in der MX2-Klasse zu bleiben?
Jeffrey Herlings: Ich denke, ich war zu jung, um in die MX1 aufzusteigen. Ich war auch nicht bereit, alles hinter mir zu lassen und in die USA auszuwandern. Das ist ein großer Schritt. Roczen und Musquin haben diesen Schritt gemacht, aber ich dachte insgeheim, dass ich noch zu jung bin, um diesen großen Schritt zu gehen. Natürlich war ich für die MX1 auch noch sehr jung. Ich bin 18 Jahre alt und kann noch zehn oder zwölf Jahre lang in der MX1 fahren. Deshalb fand ich es besser, ein weiteres Jahr in der MX2 zu bleiben. Für das nächste Jahr werden wir sehen, welche Optionen wir haben.

Hast du aber schon einmal darüber nachgedacht, wie Ken Roczen und Marvin Musquin in die USA zu gehen?
Jeffrey Herling: Nicht wirklich. Es ist eine Option für das nächste Jahr, liegt aber noch weit weg. Momentan denke ich noch nicht über 2014 nach, ich versuche diese Saison mit dem Titel zu beenden und werde mir am Ende des Jahres die Optionen für das kommende Jahr ansehen. Wir warten aber noch ab und entschieden das erst Ende diesen Jahres.


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