MX/SX - Auftakt unter Flutlicht

Neue Saison, neues Format, neues Glück

Zum ersten Mal beginnt die MX-Weltmeisterschaft mit einem Nacht-Event in Katar. Motorsport-Magazin.com nimmt alle wichtigen Infos dazu unter die Lupe.
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Motorsport-Magazin.com - Nachdem der Saison-Startschuss in der Superbike-WM bereits fiel, steht an diesem Wochenende der Auftakt der Motocross-Weltmeisterschaft auf dem Plan. Zum ersten Mal findet dieser unter den Flutlichtern von Katar statt und zum ersten Mal gibt es ein neues Reglement für Übersee-Rennen. Die Klassen MX1 und MX2 werden in Katar, Thailand, Brasilien und Mexiko jeweils einen Hoffnungslauf austragen und danach ein Superfinale beider Kategorien fahren. Dazu behält jede Klasse aber ein einzelnes Wertungsrennen bei. Die WM-Punkte werden entsprechend der Klassenzugehörigkeit vergeben, also getrennt. Der beste MX1-Pilot erhält damit zum Beispiel 25 Punkte, der beste MX2-Pilot ebenfalls.

Der Zeitplan für Übersee-Rennen

Samstag:
MX2 Freies Training (35 Minuten)
MX1 Freies Training (35 Minuten)
MX2 Zeittraining (30 Minuten)
MX1 Zeittraining (30 Minuten)
MX2 Qualifikationsrennen (20 Minuten + 2 Runden)
MX1 Qualifikationsrennen (20 Minuten + 2 Runden)
Sonntag:
MX2 Warm-Up (20 Minuten)
MX1 Warm-Up (20 Minuten)
12:00 Uhr: MX2 Race (35 Minuten + 2 Runden)
13:00 Uhr: MX1 Race (25 Minuten + 2 Runden)
14:30 Uhr: MX1 & MX2 Hoffnungslauf (20 Minuten + 2 Runden)
16:00 Uhr: MX1 & MX2 Superfinale (35 Minuten + 2 Runden)

In Katar weicht der Zeitplan durch die geplanten Nachtrennen natürlich etwas ab.

MX1 - Cairoli auf dem Weg zum siebten WM-Titel?

Während sich Youthstream-Präsident Giuseppe Luogo darum sorgte, das Rennformat der WM schrittweise umzubauen, bereiteten sich viele Fahrer bei den Vorsaisonrennen in Mantova und Valence auf die Saison vor. Antonio Cairoli ist schon auf das erste Rennen unter Flutlichtern gespannt. Schon in der italienischen Meisterschaft bewies der amtierende Weltmeister zuletzt, dass er über den Winter nichts an Fitness eingebüßt hat. Auch sein neuer Teamkollege Ken de Dyker begann seine Saisonvorbereitung im Süden Europas. "Die Rennen in der italienischen Meisterschaft waren sehr nützlich, denn sie gaben unseren Fahrern die Chance auf drei komplett unterschiedlichen Strecken Rennen zu fahren. Ich bin sehr glücklich über die Vorsaison. Wir haben viele Tests mit KTM gemacht und nun hatten wir drei perfekte Rennen", erklärte Team-Boss Claudio de Carli.

Ich fühle mich okay, aber ich erwarte mit der Handverletzung nicht allzu viel
Max Nagl

Das Suzuki-Duo aus Clement Desalle und Kevin Strijbos dürfte allerdings etwas dagegen haben, dass dem KTM-Werksteam in der WM ein ebenso sauberer Durchmarsch gelingt wie in Italien. Desalle war schon im Vorjahr der einzige Fahrer neben dem späteren Weltmeister, der die WM zeitweise anführen konnte. 2013 will der Belgier am liebsten mit einem Podium durchstarten. Nachdem er die letzten WM-Läufe im letzten Jahr auslassen musste, ist auch Steven Frossard wieder komplett fit und mit hoher Motivation am Start. Joel Roelants wird sein neuer Teamkollege bei Yamaha. Gautier Paulin bestreitet bereits sein zweites Jahr in der MX1-Klasse und fühlt sich auf seiner Kawasaki schon viel besser als im Debüt-Jahr. Jeremy van Horebeek steigt zum Franzosen in die große Klasse auf.

Aus deutscher Sicht am interessantesten ist allerdings das Honda World Motocross Team mit Evgeny Bobryshev und Max Nagl. Nachdem der Bayer beim Starcross in Mantova heftig gestürzt war, schätzt er sich glücklich, beim Saisonauftakt überhaupt am Start zu sein. "Ich fühle mich okay, aber ich erwarte mit der Handverletzung nicht allzu viel. Seit dem Motocross der Nationen in Lommel im letzten Jahr saß ich insgesamt nur zwei Wochen auf dem Bike, es ist also kein Vergleich zu dem, was ich mir gewünscht hätte", erklärte er.

Das Setup seiner Honda stamme noch immer vom Test in Japan im November 2012. "Denn seitdem habe ich durch die Verletzung alle Tests verpasst, aber es ist ein anständiges Basis-Setup, mit dem wir weiterarbeiten können", fuhr Nagl fort, der sich sicher ist, dass er so oder so noch Einiges zu ändern hätte, sobald die Rennen beginnen. "Abgesehen davon bin ich aber sehr froh, hier in der Nacht unter den Lichtern und bei gutem Wetter Rennen zu fahren. Wir wussten nicht, wie die Verletzung sein würde, also bin ich einfach glücklich, hier zu sein und gut genug drauf zu sein, um im Rennen anzutreten."

2012 war Tommy Searle noch extrem stark in der MX2-Klasse unterwegs, in dieser Saison steigt er auf - Foto: Youthstream

Außerdem gibt Tommy Searle sein MX1-Debüt, während Xavier Boog und Rui Goncalves zum ersten Mal für Kimi Räikönnens Ice1Racing Team an den Start rollen. Auch Goncalves stürzte in Mantova und verletzte sich an der Hand, wird aber wie Nagl sicher am Startgatter stehen. "Sicherlich war das enttäuschend, besonders nach einer so guten Vorbereitung bis dahin. Die ersten beiden Rennwochenenden werden hart sein, ich habe noch immer Schmerzen in der Hand. Aber ich werde es überleben", sagte der Spanier. Auch David Philippaerts ist nach seiner Verletzung 2012 wieder zurück und startet für Honda Gariboldi. Shaun Simpson kann sich derweilen auf seine brandneue TM Factory Racing Maschine freuen.

MX2 - Ein Verletzter, eine Frau

Jeffrey Herlings ist amtierender MX2-Weltmeister und war bis vor wenigen Tagen machten sich viele Fans Sorgen, dass die MX2-WM mit dem KTM-Pilot zur Solo-Vorstellung wird. Nach einem Trainingssturz bremste der Niederländer seine Erwartungen am Donnerstag aber selbst etwas ein: "Langsam werde ich nervös mit der Verletzung und allem. Ich hoffe nur, dass ich Rennen kann. Oh Mann, wenn Stress eine Droge wäre, dann wäre ich jetzt super high." Immerhin bekam Herlings grünes Licht von seinen heimischen Ärzten.

Ich weiß, dass das hart wird, aber ich will diese Möglichkeit nutzen, um gegen die besten MX2-Fahrer anzutreten
Livia Lancelot

Zu seinen Hauptkonkurrenten gehören in dieser Saison Jordi Tixier, Jake Nicholls, Christophe Charlier und Max Anstie, der sich über den Winter bei verschiedenen Supercross-Läufen in Amerika fit hielt. Auch Arnaud Tonus, Alessandro Lupino, Dean Ferris, Mel Pocock und Maxime Desprey sind im Titelkampf und im Fight um Rennsiege definitiv nicht außer Acht zu lassen.

Livia Lancelot wird sich als erst dritte Frau der Welt (nach Stefy Bau und Mariana Balbi) den schnellen Jungs im Grand Prix gegenüberstellen. "Ich habe mit meiner 250 Rockstar Bud Racing Kawasaki noch gar nicht so viel auf Motocross-Strecken trainiert, aber selbst wenn ich mehr Vorbereitungszeit gehabt hätte, glaube ich nicht, dass das allzu viel für mich geändert hätte. Ich werde mein Bestes geben und das Ziel ist natürlich, dass ich mich qualifiziere. Durch die neue Regel muss ich erst einmal im Vor-Qualifikationstraining eine Zeit erreichen, die nicht weiter als 108 Prozent hinter der Spitze liegt. Ich weiß, dass das hart wird, aber ich will diese Möglichkeit nutzen, um gegen die besten MX2-Fahrer anzutreten."


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