Motorsport-Magazin.com - Über Nacht hatte es im niederländischen Valkenswaard heftig geregnet. Die ersten Rennen der Motocross-Weltmeisterschaft wurden damit für die Fahrer extrem kompliziert. In der MX1-Klasse konnte am Ende trotzdem Antonio Cairoli siegen. Er ließ Clement Desalle und Steven Frossard hinter sich. Jeffrey Herlings fuhr mit extrem großen Vorsprung als erster der MX2-Klasse ins Ziel. Tommy Searle und Joel Roelants folgten ihm.
Im ersten Rennen der MX1-Klasse sicherte sich Christophe Pourcel den Holeshot, wurde aber schon in den ersten Kurven von Frossard und Cairoli abgefangen. Während der amtierende Weltmeister die Führung an sich riss, stürzte Evgeny Bobryshev und schied aus. Frossard konnte gegen Rennmitte wieder an Cairoli heranfahren, überholte ihn sogar, machte dann aber einen Fehler nach dem anderen. Der Italiener ließ sich nicht zwei Mal bitten, eroberte die Führung zurück und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab.
"Ich hatte einen guten Start. Am Anfang habe ich versucht nicht zu hart zu pushen, denn die Strecke hatte neue Linien. Dann kam Frossard vorbei, ich bin nicht so sauber gefahren und machte einige Fehler. Dann machte aber er einen Fehler, ich kam wieder vor und versuchte saubere, schnelle Runden zu fahren. Die Strecke ist wirklich hart", resümierte der KTM-Pilot.
Desalle hatte sich nach hartem Fight gegen Frossard den zweiten Rang gesichert und kam 15.636 Sekunden hinter Cairoli im Ziel an. "Die Strecke ist extrem uneben und das Rennen ist so lang. Allerdings muss man hier nicht alles geben, schließlich kann hier niemand die Meisterschaft gewinnen. Trotzdem habe ich mein Bestes gegeben und konnte ein gute Ergebnis holen", freute sich der Belgier.
Frossard wurde hingegen knapp auf Rang drei verdrängt. "Ich hatte einen sehr guten Start, aber Toni ist direkt vorbeigefahren. Dann bin ich ihm gefolgt. Mein Gefühl war sehr gut, aber nachdem ich ihn überholt hatte, habe ich viele Fehler gemacht. Das Rennen war echt hart, besonders weil die Strecke so gefährlich und schwierig zu fahren ist", gab der Franzose zu. Sein Landsmann Gautier Paulin sicherte sich indes den vierten Rang. Ken de Dyker, der Max Nagl bei den ersten GP im KTM-Werksteam ersetzt, komplettierte die Top-5.
Marcus Schiffer, der in Valkenswaard mit Wildcard antritt, kam nach gutem Start und viel Durchhaltevermögen auf Rang zwölf. Lars Oldekamp musste das Rennen frühzeitig beenden.
Im ersten Lauf der MX2-Klasse wurde Herlings seiner Favoriten-Rolle gerecht. Obwohl sich der junge Brite Jake Nicholls den Holeshot sicherte, zog Herlings noch in der ersten Runde vorbei. Der KTM-Pilot ließ an der Spitze nichts anbrennen und fuhr direkt auf und davon. Mit 54.306 Sekunden Vorsprung sicherte er sich den Laufsieg. "Es war wirklich gut, ich hatte einen guten Start, war dann Zweiter und kam in der ersten halben Runde an die Spitze. Es war ein großartiges Rennen, ich habe gezeigt, dass ich der Stärkste im Sand bin", machte Herlings klar.
Searle arbeitete sich im Laufe des Rennens derweilen auf den zweiten Rang vor und brachte ihn sicher nach Hause. "Ich bin sehr glücklich, das ist nicht eine meiner Lieblingsstrecken. Ich wusste, dass Jeffrey schnell ist und dass ich nicht so gut bin wie er. Also war es gut, dass ich meinen Rhythmus halten und den zweiten Rang nach Hause fahren konnte", erklärte der Kawasaki-Pilot nach dem Rennen, das er vor Roelants beendete. Der Belgier hatte sich ebenso stark nach vorn gefahren. "Mein Start war nicht so gut, aber am Ende war ich wirklich schnell. Ich habe versucht, Tommy zu schnappen, aber er war zu weit weg. Zu Beginn des Rennens war ich ein bisschen nervös, das ist nicht gut. Der dritte Platz ist demnach wirklich ein gutes Ergebnis." Herlings Teamkollege Jeremy van Horebeek und Holeshotter Nicholls komplettierten die Top-5.