Motorsport - Monger: Unterschenkel amputiert nach F4-Unfall

Kurzzeitig aus dem Koma geholt

Billy Monger hat nach seinem Formel-4-Unfall in England beide Unterschenkel verloren. Für den 17-Jährigen wurde ein Spendenkonto eingerichtet.
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Motorsport-Magazin.com - Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der junge Rennfahrer Billy Monger hat in Folge des schweren Formel-4-Unfalls am vergangenen Wochenende in Donington beide Unterschenkel verloren. Die behandelnden Ärzte mussten eine Amputation durchführen.

Während der Operation wurde der 17-Jährige in ein künstliches Koma versetzt. Laut Angaben der britischen Formel 4 befinde sich Monger in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Seine Lebenszeichen würden einen Fortschritt zeigen.

Familie bedankt sich für Unterstützung

In dem Statement heißt es weiter: "Billys Familie möchte ihre Dankbarkeit zeigen für die erstklassige medizinische Unterstützung des Queen's Medical Centre in Nottingham und die Möglichkeit nutzen, dem Ärzte-Team, den Marschalls, den Bergungs-Crews und der Luft-Ambulanz für ihre sachkundige und harte Arbeit zu danken."

Und weiter: "Außerdem möchten sie sich bei Billys Kollegen, Freunden, Fans und allen bedanken, die ihre Zuneigung zu ihm in den vergangenen Tagen gezeigt haben. Diese Nachrichten verleihen große Stärke für den Genesungsprozess, der jetzt vor ihm liegt." Die Familie bat zudem um Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit.

Monger kurzzeitig aus dem künstlichen Koma geholt

Update 20.04.: Monger wurde nach seinen Beinamputationen vor einer Folge-Operation am Donnerstag vorübergehend aus dem künstlichen Koma geholt. "Wir haben ein paar echt positive Neuigkeiten. Billy hat alleine geatmet und gesprochen, zu einem gewissen Maß", bestätigte Steven Hunter, Teamchef bei Mongers F4-Team JHR Development, im Gespräch mit autosport. Hunter steht seit dem schlimmen Unfall am vergangenen Sonntag der Familie Monger eng zu Seite.

Billy hat alleine geatmet und gesprochen, zu einem gewissen Maß.
Steven Hunter

Hunter weiter: "Er ist sich seiner Verletzungen bewusst. Er hat seine Situation bewundernswert positiv aufgenommen - er saß da und hat schon geplant, wie er eine Kupplung auf dem Lenkrad mit den Händen bedienen kann. Das ist eben Billy. Es liegt ein langer, langer weg vor ihm, er wird harte Zeiten durchleben, aber ich bin sicher, dass er das mit seinem Charakter schaffen wird."

Fast zwei Stunden für Bergung

Mongers Unfall gehörte zu den schlimmsten im Formel-Nachwuchssport, nachdem er einem anderen Auto mit voller Geschwindigkeit ins Heck gefahren war. Die Ärzte brauchten fast zwei Stunden, um Monger aus dem völlig zerstörten Cockpit zu befreien.

Glücklicherweise hat Monger den Unfall überlebt - doch seine Beine hat er verloren. Um der Familie in dieser schweren Zeit zu helfen, wurde ein Spendenkonto auf der Internet-Plattform Just Giving eröffnet.

Unterstützer können hier spenden, um die zahlreichen Behandlungen und Therapien zu finanzieren. Darüber versucht Mongers Familie zusammen mit dem Team JHR Development 260.000 Pfund zusammenzubekommen. Zudem soll ein Treuhandfond für Billy eingerichtet werden. Bis zum Mittwochabend wurden auf JustGiving 116.000 Pfund gespendet.

Horror-Unfall in britischer Formel 4: (00:58 Min.)

Zahlreiche Rennfahrer aus aller Welt hatten dem verletzten Billy Monger in den sozialen Netzwerken Unterstützung zugesagt. Darunter auch die deutsche Formel-4-Pilotin Sophia Flörsch. Am Mittwochmorgen schrieb sie bei Facebook: "Ich kenne Billy als einen der liebsten, talentiertesten Piloten und immer lustigen Freund. Ein echter Racer von Kindesbeinen an. Seine Familie steht seit mehr als 10 Jahren hinter ihm und gab alles für Motorsport. Billy Monger hat Hilfe echt verdient."

Die schlimmen Onboard-Aufnahmen des Unfalls gingen in den letzten Tagen durch das Internet. Nicht wenige glaubten, dass der Crash noch wesentlich schlimmer hätte enden können. Monger war bei Bewusstsein, nachdem er aus dem Auto geborgen werden konnte, wurde aber umgehend ins Krankenhaus geflogen.

Sein Unfallgegner Patrik Pasma hatte mehr Glück und erlitt keine schwerwiegenderen Verletzungen. Zur Sicherheit wurde er ins örtliche Krankenhaus eingeliefert, wo er die Nacht unter Aufsicht der behandelnden Ärzte verbrachte. Er konnte das Krankenhaus am Montag verlassen.


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