Motorsport - Interview - Dennis Marschall holt Doppelsieg in Budapest

Marschall dominiert auf dem Hungaroring: Doppelpole und Doppelsieg

Dennis Marschall erkämpft sich in Budapest gleich zwei Poles und zwei Siege. In Hockenheim hat er Chancen auf den Titel.

Motorsport-Magazin.com - Fulminantes Renndebüt auf dem Hungaroring! Dennis Marschall sicherte sich am vorletzten Rennwochenende der Audi Sport TT Cup-Saison 2016 zwei souveräne Start/Ziel-Siege. Mit seinen Saisonsiegen Nummer drei und vier belegt der Eggenstein-Leopoldshafener weiter den zweiten Platz in der Meisterschaft des Audi Markenpokals. Der Rückstand auf den Führenden beträgt nur noch neun Punkte. Beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring hat Lokalmatador Marschall nun gute Chancen, die Meisterschaft zu gewinnen.

Zwei Pole Positions, zwei schnellste Rennrunden und zwei Siege in Ungarn. Gratulation zu dieser beeindruckenden Leistung!

Dennis Marschall: Das war von Anfang bis Ende ein perfektes Wochenende. Im Freien Training war ich zwar nur Zweiter, doch da haben wir auch noch nicht alles gezeigt. Ich merkte ziemlich schnell, dass mir die Strecke liegt und ich hier eine gute Pace an den Tag legen kann. Das Training hatte für uns daher eher Signalwirkung, wo wir uns noch verbessern müssen. Fürs Qualifying waren wir dann auch dementsprechend gut vorbereitet.

Wusstest du von Anfang an, dass du das Zeug hast, um eine Doppel-Pole herauszufahren?

Dennis Marschall: Am Speed habe ich nicht gezweifelt, dass es dann aber zu einer Doppel-Pole reichen würde, damit habe ich nicht ganz gerechnet. Klar, am Freitag lief es schon ziemlich gut für uns. Ich bin aber eher davon ausgegangen, dass Startplatz zwei oder drei herausspringen würde. In der Qualifying-Session selbst habe ich mich noch besser gefühlt als am Vortag. Mir gelangen zwei nahezu perfekte Runden und das Auto hat das gemacht, was es sollte. Wir haben auch ein richtig gutes Setup gefunden, das perfekt auf meinen Fahrstil abgestimmt war.

Du hast in beiden Rennen am Start pfeilschnell reagiert und die Führung komfortabel verwaltet. Im ersten Lauf wurde es aber trotzdem noch einmal eng...

Dennis Marschall: Das erste Rennen war eines der schwierigeren in dieser Saison. Es hat etwas gedauert, bis ich meinen Rhythmus gefunden habe und mich ein wenig von meinem Verfolger lösen konnte. Dann kam das Safety Car auf die Strecke und das hat mich ein wenig aus meinem Fluss gebracht. Dadurch kam Joonas Lappalainen an mich ran und konnte attackieren. Für mich war es keine einfache Situation, weil ich wusste, dass ich wichtige Punkte verlieren könnte, würde ich einen Fehler machen. Doch ich war voll konzentriert und fuhr schließlich als Erster über die Ziellinie.

Am Sonntag dann die Galavorstellung: Ein Sieg im Audi Sport TT Cup mit mehr als drei Sekunden Vorsprung. Wie lief das zweite Rennen?

Dennis Marschall: Es lief fantastisch. Im gesamten Rennen gab es keine einzige Situation, in der es kritisch wurde. Ich musste einzig darauf achten, in der Schikane nicht zu extrem über die Kerbs zu räubern. Anfangs bin ich da noch extrem hart drüber gefahren, aber mir fiel auf, dass sich die Spur leicht verstellt hatte und das Lenkrad etwas schief stand. Daher habe ich darauf geachtet. Ansonsten war es ein fast schon entspanntes Rennen, das ich konzentriert nach Hause gefahren habe.

In drei Wochen dann das große Finale auf dem Hockenheimring (14. bis 16. Oktober)...

Dennis Marschall: Da freue ich mich natürlich besonders darauf. Der Hockenheimring ist meine Heimstrecke und meine Familie und jede Menge Fans werden mich an der Strecke anfeuern. Die Unterstützung dort ist riesig. Bereits am ersten Rennwochenende 2016 hatte ich dort den Speed und sicherte mir die Doppel-Pole. Im Renntrimm hatte ich dann leider etwas Pech. Ich habe also noch eine Rechnung mit dem Hockenheimring offen - dafür bietet sich das Saisonfinale doch perfekt an.

Du kämpfst um die Meisterschaft. Wie sieht deine Vorgehensweise für die letzten beiden Rennen aus?

Dennis Marschall: Mein Ziel ist es, beide Rennen zu gewinnen. Da spielen Rechenspielereien zunächst einmal keine Rolle. Ich konzentriere mich nur auf mich. Im zweiten Rennen kann es je nach Ergebnis natürlich anders aussehen. Wenn der Kontrahent dann direkt neben einem steht, versucht man natürlich, seine Position etwas aggressiver zu verteidigen oder anzugreifen. Im Titelkampf bin ich der Jäger - aber der Doppelsieg in Budapest gibt mir auf jeden Fall Selbstvertrauen.


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