Mehr Motorsport - Kolumne - Ellen Lohr

Das Rennen war am Ende etwas harzig

Der Abschlusstag in Misano hielt für Ellen Lohr eine unangenehme Überraschung bereit.
von

Motorsport-Magazin.com - Knack hat' s gemacht, am Ende der Misano Gegengeraden. Das war meine Bremsscheibe, die mitsamt Topf abgerissen ist. Allerdings erst im zweiten Rennen des Tages....

Als gebranntes Kind von gestern habe ich dabei ganz genau mitgezählt.
Ellen Lohr

Heute sollte mein neuer Truck also endlich die ersten Meter seiner Karriere hinter sich bringen. Im freien Training gab es allerdings erstmal einen Schaden am Druckluftsystem, was bedeutete, dass ich ohne Kupplung/ohne Gänge nach bereits einer halben Runde stehen bleiben musste. Im Zeittraining waren wir dem Schaden dann auf der Spur, denn immer, wenn ich das Wasser für die Bremskühlung angeschaltet habe, hatte ich keine Kupplung mehr. Ich bin dann drei Runden die Strecke entlang geschlichen, um die erforderlichen Mindestrunden für die Zulassung zu den Rennen zu bekommen. Als gebranntes Kind von gestern habe ich dabei ganz genau mitgezählt.

Bis zum nächsten Rennen sind es nur eineinhalb Wochen, insofern werden die Mechaniker ihre Augenringe eher noch vertiefen.
Ellen Lohr

Im ersten Rennen gab es dann zur Überraschung aller keine größeren Probleme mehr. Einzig die Tatsache, dass ich keine halben Gänge zur Verfügung hatte und im Laufe des Rennens (oder besser bereits in der Startvoraufstellung) einen großen Teil meines Bremsenkühlungswassers verloren habe, machten das Rennen am Ende ein wenig harzig, da die letzten fünf Runden ohne Bremsenkühlung mir und dem Einsatzgerät einiges abverlangt haben. Ein 15. Platz für mich und ein 16. für meinen Teamkollegen Anthony Janiec, der eine Drive through auferlegt bekommen hatte, waren am Ende sehr versöhnlich.

Und genau diese fünf Runden ohne Bremswasser erklären dann auch den Rennverlauf des zweiten Rennens des Tages. Das "Knack", denn zwischen den Rennen war leider keine Zeit, die ausgelaugten Scheiben zu wechseln.

Das Resumee des ersten Rennwochenendes ist also relativ klar. Wenn wir unsere Anfangsschwierigkeiten in den Griff bekommen, werden wir ordentlich "dabei" sein, das hat sich bereits angedeutet. Der MAN Motor läuft super, aber wir müssen noch an gefühlt tausend Baustellen weiterarbeiten. Bis zum nächsten Rennen sind es aber nur eineinhalb Wochen, insofern werden die Mechaniker ihre Augenringe eher noch vertiefen.


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