MotoGP - Dovi, Pedrosa und Lorenzo bangen um Q2: Die Gründe

Zwei Ursachen für die Performance in Le Mans

Mit Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Andrea Dovizioso müssen drei große Namen in Le Mans um Q2 zittern. Immerhin: Die Gründe dafür kennt man schon.
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Motorsport-Magazin.com - Das typische französische Regenwetter hat die Reihenfolge in der MotoGP etwas auf den Kopf gestellt. Nach zwei Trainingssession zum Frankreich-GP in Le Mans ist es Jack Miller, der die kombinierte Zeitenliste vor Marc Marquez und Johann Zarco anführt. Drei große Namen der Motorrad-WM hingegen tauchen nicht in den Top-10 auf: Andrea Dovizioso (13.), Dani Pedrosa (14.) und Jorge Lorenzo (17.).

Die drei Stars müssen daher um den direkten Einzug in Q2 bangen, sind sie doch von Petrus' Launen abhängig. Nur in einem trockenen FP3 könnten sie noch den Turnaround schaffen. Immerhin: Die Gründe für das relativ schlechte Abschneiden in den beiden nassen Freitags-Trainings kennt man.

Grund 1: Die harten Reifen

Der Hintergrund: Die Asphaltoberfläche des Bugatti Circuit hat man nach der Kritik vom Vorjahr erneuert. Daher entschloss man sich bei Michelin, einen Reifentest im Vorlauf des Spanien-GP in Jerez abzuhalten. Dort kam man offenbar zur Schlussfolgerung, dass der Aufbau des Reifens zu weich für die neue Asphaltschicht der Strecke in Le Mans ist. Aufgrund dessen wurden die Pneus überarbeitet und bekamen einen härteren Aufbau. Damit haben einige Piloten, unter anderem Dovizioso und Pedrosa, größere Probleme als einige ihrer Kollegen.

Das sagt Pedrosa dazu: "Ich weiß nicht, warum ich überhaupt keine Temperatur in den Hinterreifen gebracht habe. Der hat nur so um die 50 Grad erreicht. Und wenn du keine Temperatur in die Reifen kriegst, heißt das natürlich, dass du nicht gut damit arbeitest oder, dass er zu hart ist. Einige Fahrer haben es geschafft, ihn zum arbeiten zu kriegen. Aber zum ersten Mal war klar, dass der Abstand vom ersten zum letzten Fahrer ziemlich groß war."

Das sagt Lorenzo dazu: "Bei viel Wasser auf der Strecke brauchen wir hinten mehr Grip. Wir hatten nicht genug davon und dann habe ich mich unsicher gefühlt. Ich war langsam und habe einige Runden gebraucht, um den Reifen aufzuwärmen. Aber ich brauche auch viel mehr Zeit als die anderen Fahrer, um da aggressiv zu fahren und in den Kurven zu pushen. Das verursacht Probleme, denn dann können die Reifen nicht aufgewärmt werden, dann hat man keinen Grip und die Sturzgefahr ist noch höher. Das ist ein Teufelskreis, dem man nur schwer entkommen kann."

Das sagt Dovizioso dazu: "Es war heute nicht leicht. Viele Fahrer hatten Schwierigkeiten, weil der Grip vor allem auf der rechten Seite nicht gut war. Der Grund dafür ist, glaube ich, dass sie nach dem Test den Aufbau auf der rechten Seite etwas abgeändert haben, denn sie haben sich um die Abnutzung gesorgt. Aber der Reifen war heute zu hart und das glaube ich war der Grund, warum so viele Fahrer zu kämpfen hatten."

Grund 2: Der neue Asphalt

In Le Mans wurde für 2017 ein neuer Asphalt aufgetragen - Foto: Repsol

Der Hintergrund: Wie bereits weiter oben erwähnt, wurde für dieses Jahr ein neuer Asphalt in Le Mans aufgetragen. Die Bodenwellen der vergangenen Jahre, die teils heftige Kritik nach sich zogen, sind damit Geschichte. Besonders in der schnellen ersten Kurve und in der Musée-Haarnadel machten die Bumps den Fahrern das Leben schwer. Neben der ebenen Oberfläche ist der exzellente Grip im Nassen ein weiterer Pluspunkt. Aber: Die Strecke trocknet, ähnlich wie es sich im Vorjahr in Sepang gezeigt hat, nur sehr langsam auf, was die MotoGP-Fahrer bemängeln.

Das sagt Pedrosa dazu: "Ich kann nicht viel über den neuen Asphalt sagen. Heute Morgen hat es aufgetrocknet, aber mit den Regenreifen hatten wir besseren Grip. Die Strecke ist jetzt ziemlich eben und hat nicht mehr so viele Bodenwellen. Aber am Nachmittag, ohne Temperatur in den Reifen und ohne Grip, konnte ich die Strecke nicht wirklich gut einschätzen."

Das sagt Lorenzo dazu: "Ich konnte den Asphalt nicht in komplett trockenem Zustand testen. Bei viel Wasser auf dem Asphalt hat die Strecke jetzt etwas mehr Grip, bei weniger Wasser ist es ähnlich wie im Trockenen, aber das hängt von der Wassermenge ab. Der neue Asphalt braucht aber viel mehr Zeit zum abtrocknen. In einigen Abschnitten war die Strecke komplett trocken, in anderen fast vollständig nass."


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