MotoGP - Marquez: Auf Sieg fahren wäre zu gefährlich

Honda-Pilot in Jerez mental am Limit

Marc Marquez hatte seinem Teamkollegen Dani Pedrosa in Jerez nichts entgegenzusetzen - ein Kampf um den Sieg wäre zu riskant gewesen.
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Motorsport-Magazin.com - Dani Pedrosa lieferte auf dem Circuito de Jerez vor tausenden von heimischen Fans eine wahre Glanzleistung ab. Da konnte auch sein Teamkollege Marc Marquez nicht gegen ankommen, obwohl er es bis zuletzt auf einen Versuch hatte ankommen lassen wollen. Zwei Runden vor Schluss siegte dann aber die Vernunft in Marquez' Kopf - es war einfach zu gefährlich.

"Wenn Dani schon Probleme mit dem Reifenabbau hatte, ist es für mich nur noch schlimmer", stellte der Zweitplatzierte in der Pressekonferenz nach dem Rennen fest. "Mein Fahrstil ist aggressiver und beansprucht die Reifen mehr." Ein totales Debakel wurde es für den amtierenden Weltmeister aber auf gar keinen Fall. Im Gegenteil: Für Marquez-Verhältnisse ist ein zweiter Platz in Jerez schon fast ein Sieg. Auf den wollte Marquez ursprünglich hinarbeiten, bis ihm der Reifen einen Strich durch die Rechnung machte.

"Ich konnte noch bis zwei Runden vor Schluss pushen", freut sich Marquez. "Dann habe ich aber entschieden, dass der zweite Platz in diesem Rennen gut genug ist. Ich wollte auf Sieg fahren, aber es war zu gefährlich. Mental habe ich bis ans Limit gepusht, aber eben nicht drüber." Vor allem der Vorderreifen war es, der dem Repsol-Piloten das Leben schwer machte. "Der Hinterreifen hat gut funktioniert, nachdem ich ihn nach ein paar Runden auf Temperatur gekriegt habe", erklärt Marquez. "Mein Limit war der Vorderreifen."

Dann habe ich aber entschieden, dass der zweite Platz in diesem Rennen gut genug ist.
Marc Marquez

Sein aggressiver Fahrstil wurde Marquez nun im Duell mit Teamkollege Pedrosa zum Verhängnis. "Ich habe versucht, meine Art zu fahren, aber das war sehr schwierig", gibt der Spanier dann auch zu. Doch auch wenn es für den Sieg am Ende nicht reichte, kann Marquez am Sonntagabend trotzdem strahlen. "Jerez ist ein wichtiges Wochenende für uns, die Strecke liegt meinem Fahrstil nicht besonders. Deshalb bin ich stolz auf den Level, den ich hier halten konnte."

Das große Bild im Blick

Behält der Honda-Pilot das größere Bild der Weltmeisterschaft im Auge, sind diese verdienten zwanzig Punkte Gold wert. Aktuell liegt er damit nämlich nur noch zwei Punkte hinter Maverick Vinales und vier Zähler hinter dem WM-Führenden Valentino Rossi. Der Kampf um die Weltmeisterschaft ist damit offener denn je. "Vier Punkte hinter dem WM-Leader zu liegen ist gut, ich bin zufrieden", findet auch der Honda-Fahrer.

Mental habe ich bis ans Limit gepusht, aber eben nicht drüber.
Marc Marquez

Damit hat er seinen schwierigen Saisonstart und seinen Nuller in Argentinien wieder vergessen gemacht. Marquez' Ziel für die kommenden Rennen ist aber klar gesteckt: "Ich versuche jetzt, bis Barcelona in diesen Positionen zu bleiben. Es sind alles nicht unbedingt meine Lieblingsstrecken, danach kommen für mich bessere." In Le Mans und Mugello wird sich der amtierende Weltmeister also noch aufs Punkte verwalten konzentrieren, bevor es in Katalonien wieder spaßig werden kann.

Ein halber Sieg?

Doch obwohl er nicht selbst gewonnen hat, kann Marquez in Jerez doch auf einen kleinen Triumph zurückblicken. Sein Bruder Alex Marquez konnte in der Moto2-Klasse seinen ersten Sieg erringen. "Ich freue mich wirklich für ihn", strahlt der stolze große Bruder. "Eine halbe Stunde vor meinem Rennen habe ich noch seinen Sieg mit ihm gefeiert. Außerdem ist es für unsere Mutter ein tolles Geschenk zum Muttertag."


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