MotoGP - Favo-Check Jerez: Lorenzo gefährdet Honda

Ducati-Pilot stärker als Rossi und Yamaha

Der Jerez-GP scheint eine klare Angelegenheit für Honda zu werden. Doch nicht nur Yamaha lauert. Die größte Gefahr kommt aus dem Ducati-Lager.
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Motorsport-Magazin.com - Honda top, Yamaha in der Krise - so könnte man die MotoGP-Trainings beim Spanien-GP in Jerez kurz und bündig zusammenfassen. Doch wie immer gilt: Erst im Rennen zählt es. Gerade Valentino Rossi gilt als Fahrer, der bis zum Rennen noch entscheidende Zehntelsekunden finden kann. Wie die Chancen der einzelnen Fahrer stehen, analysieren wir wie immer in unserem Favoriten-Check:

MotoGP Jerez 2017: Der Schlüsselfaktor

Ob ein Fahrer in Jerez Siegchancen hat oder nicht, steht und fällt eigentlich immer mit einem bedeutendem Faktor: Dem schwarzen Gold. Die Lufttemperatur soll während des Rennens zwischen 26 und 28 Grad betragen, zudem soll die Sonne ungehindert herunterknallen. Auf dem heißen Asphalt gilt es also, mit den eigenen Pneus hauszuhalten und ein Setup zu finden, mit dem man auch in den letzten Runden noch guten Grip vorfindet.

Gerade für die Yamaha ist das eine große Herausforderung, am Samstag haderten alle vier Fahrer mit der linken Flanke ihrer Reifen. "Die Linkskurven beanspruchen den Reifen mehr. Es gibt viele Kurven, bei denen man lange in Schräglage am Gas zieht", merkt Jonas Folger an. Aus diesem Grund ist die linke Seite der asymmetrischen Reifen auch härter - was die Probleme der Yamaha-Piloten verstärkt.

Im Honda-Lager hat man derartige Probleme nicht, einzig die Reifenwahl will bei Pedrosa, Marquez und Crutchlow wohl überlegt werden. "Das hängt von den Bedingungen zur Rennzeit ab, aber sicher: der Reifen ist der größte Faktor", weiß Pedrosa. Die Yamaha-Fraktion schreibt man indes noch nicht ab: "Ich denke, sie kämpfen morgen um den Sieg. Das hier ist normal eine Yamaha-Strecke. Sie haben ein gutes Bike, das ist eine von Vales Lieblingsstrecken, die M1 ist gut für konstante Zeiten und weniger anstrengend", zählt Pedrosa auf.

MotoGP Jerez 2017: Die Longrun-Pace

Jorge Lorenzo war in den Longruns sehr stark - Foto: Repsol

Wie immer, sind mit Blick auf das Rennen die Rundenzeiten im vierten Freien Training am aussagekräftigsten. Bei der Analyse dieser Session fallen vor allem zwei Dinge auf: Marc Marquez hatte in den Longruns die schnellste Pace von allen Fahrern. Der Weltmeister drehte mit Abstand die meisten Runden im Bereich von 1:39 Minuten, nämlich sechs an der Zahl.

Noch beeindruckender ist jedoch die Leistung von Jorge Lorenzo, der all seine zwölf gezeiteten Runden im Bereich von 1:39 hoch bis 1:40 Mitte platziert. Hintenraus könnte der Ducati-Pilot also noch zur roten Gefahr für die Spitze werden, bestätigt sich diese Tendenz im Rennen. Auch Johann Zarco, Cal Crutchlow und Jonas Folger haben sich im FP4 stark präsentiert.

Jerez: Die Kurz-Analyse zum vierten Freien Training:

Fahrer Team Schnitt aus den 6
schnellsten Runden
Anzahl Zeiten
in 1:39 / 1:40
Marc Marquez Repsol Honda 1:39.841 8
Jorge Lorenzo Ducati 1:39.966 12
Valentino Rossi Yamaha 1:40.117 9
Johann Zarco Tech3 Yamaha 1:40.238 7
Cal Crutchlow LCR Honda 1:40.270 6
Jonas Folger Tech3 Yamaha 1:40.294 6
Dani Pedrosa Repsol Honda 1:40.554 6
Jack Miller Marc VDS Honda 1:40.605 5
Maverick Vinales Yamaha 1:40.872 3

Das Fazit

Dem Repsol-Honda-Team gebührt die Favoritenrolle - Foto: HRC

Honda sah stark aus in den Trainings. Gerade das Werksteam von Repsol um Marc Marquez und Dani Pedrosa startet als Favorit in den Rennsonntag, darüber täuscht auch Pedrosas zurückhaltende Leistung im aussagekräftigen FP4 nicht hinweg. Doch Yamaha scheint Probleme zu haben und konnte die Pace der Werks-Honda nicht gehen. Einzig Valentino Rossi könnte noch ein Befreiungsschlag gelingen. Vielmehr sollte man auf Jorge Lorenzo aufpassen. Mit einem guten Start ist dem Ducati-Piloten einiges zuzutrauen in Jerez.


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