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MotoGP - Interview - Folger bester Rookie: Starkes Debüt in der MotoGP

MotoGP-Bike angenehmer zu fahren als Moto2

Jonas Folger überzeugte bei seinem MotoGP-Debüt in Valencia. Das sind seine Stärken, das muss Folger noch lernen:
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Motorsport-Magazin.com - Jonas, dein Traum ist wahr geworden, du bist heute zum ersten Mal auf der Tech3 Yamaha gefahren. Wie war dein Tag?
Jonas Folger: Gut. Ich war sehr aufgeregt vor dem ersten Outing, aber es halt alles genauso funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben nichts überstürzt und konnten am Ende eine für den ersten Tag ordentliche Zeit fahren. Bis jetzt sind wir alle zufrieden.

Ich muss ehrlich sagen: Es war angenehmer zu fahren als ein Moto2-Bike, obwohl man mehr Leistung hat.
Jonas Folger

Du bist nicht gestürzt und warst schneller als dein neuer Teamkollege Johann Zarco. Du wirkst, als hättest du heute eine Menge Spaß gehabt.
Jonas Folger: Absolut! Ich genieße das momentan und habe in jeder Runde und jeder Kurve Spaß. Die Leistung (der Motorräder) ist brachial. Ich hatte ja keine Vorstellung, wie sich so etwas anfühlt. Ich muss ehrlich sagen: Es war angenehmer zu fahren als ein Moto2-Bike, obwohl man mehr Leistung hat - mit der ganzen Elektronik und dem stufenlosen Getriebe. Das Motorrad liegt sauber und es ist so wenig Bewegung im Motorrad selber, sodass es unglaublich viel Spaß macht. Ich hätte es mir schwieriger vorgestellt.

Was hat dich heute am meisten überrascht? Die Leistung, die Karbonbremsen oder die Michelin-Reifen?
Jonas Folger: Zuerst einmal ganz klar die Leistung. Je mehr man raufschaltet, desto mehr Leistung gibt das Motorrad frei. Sogar im sechsten Gang ist das Vorderrad noch in der Luft. Das ist wirklich brachial! Und dann liegt das Motorrad auch noch sehr sauber. Es beeindruckt mich, wie die Ingenieure so viel Leistung so fahrbar machen können. Nicht nur beim Beschleunigen, sondern auch auf der Bremse. Man kann Runterschalten bevor man überhaupt noch das Gas wegnimmt. Das macht das Ganze so stabil. Ich habe die Probleme aus der Moto2 nicht mehr, wo ich in jeder Kurve komplett quer gestanden bin. Das ist natürlich eine riesige Erleichterung, wenn dieses langjährige Problem von mir durch das stufenlose Getriebe behoben ist.

Der Kurvenspeed passt bei mir in allen Kurven schon sehr gut. Am Kurveneingang und beim Beschleunigen muss ich aber noch viel lernen.
Jonas Folger

Die Yamaha kommt dir also entgegen. Ihr könnt ja jetzt sogar deine Daten mit denen deines großen Idols Valentino Rossi vergleichen. Konntest du schon sehen, was er anders macht als du auf dieser Rakete?
Jonas Folger: Wir haben während des Trainings ein paar Kurven überflogen, in denen ich Probleme hatte. Da haben wir herausgefunden, dass der Kurvenspeed bei mir in allen Kurven schon sehr gut passt. Am Kurveneingang und beim Beschleunigen muss ich aber noch viel lernen. Dort verliere ich noch viel Zeit.

Was hat dein neues Team rund um Chef Herve Poncharal zu deinem Debüt gesagt?
Jonas Folger: Es wurde geklatscht, als ich an die Box gefahren bin. Es macht den Anschein, als wäre man mit mir zufrieden. Ich selbst bin schwer zufrieden, denn ich hätte nicht gedacht, dass ich am Ende des ersten Tages schon an der 16. Position stehe. Ich muss jetzt aber ruhig bleiben, genauso weiterarbeiten wie heute, nichts überstürzen und sehr viel an meinem Fahrstil arbeiten.

Wie sieht der Plan für morgen aus?
Jonas Folger: Ruhig bleiben und viel fahren. Wir haben uns heute in jedem Run gesteigert und konnten am Ende noch einmal neue Reifen aufziehen. Morgen werden wir es nicht anders machen und müssen dort weitermachen, wo wir heute aufgehört haben. Gegen Ende gab es ja viele Stürze, da haben wir gesagt, dass wir für heute Feierabend machen. Wir haben viele Runden absolviert und viele Daten gesammelt.


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