MotoGP - Dovizioso, Vinales, Aleix: Die Underdogs lauern

Analyse der Trainingsleistungen am Motegi-Freitag

Im Schatten des WM-Kampfs dreht ein Trio in Motegi auf: Dovizioso, Vinales und Aleix Espargaro. Sie gelten jetzt schon als Geheimfavoriten. Eine Analyse:
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Motorsport-Magazin.com - Valentino Rossi vs. Jorge Lorenzo vs. Marc Marquez - auf diesen Dreikampf um den MotoGP-WM-Titel 2016 sind beim Japan-GP in Motegi alle Augen gerichtet. Da könnte man fast vergessen, dass auf dem Twin Ring auch noch 19 andere Fahrer verbissen um jeden Meter und um jeden Punkt kämpfen. Besonders drei Piloten ließen in den freien Trainings am Freitag mit Top-Leistungen und bärenstarker Pace aufhorchen: Andrea Dovizioso, Maverick Vinales und Aleix Espargaro.

Übersicht: Die Trainingsleistungen von Dovizioso, Vinales und Espargaro

FahrerFP1FP2
Dovizioso1. (1:45.786)2. (1:45.204, +0.053)
Vinales6. (1:46.349, +0.563)3. (1:45.248, +0.097)
Espargaro7. (1:46.406, +0.620)6. (1:45.513, +0.362)

Ein Blick auf die Platzierungen in den beiden freien Trainings zeigt, dass sich Dovizioso und Vinales in Motegi in der Spitzengruppe befinden. Aber auch Aleix Espargaro ist nicht weit weg. Besonders Dovizioso sieht mit den Plätzen eins und zwei stark aus. Vinales konnte ich im zweiten Training ebenfalls in den Top-3 festsetzen, während sein Teamkollege Aleix Espargaro Sechster wurde. Die meiste Zeit über konnte sich Espargaro jedoch ebenfalls in den Top-5 halten, nur in der finalen Zeitenjagd am Ende von FP2 fiel er noch etwas zurück.

Die Stärken von Ducati in Motegi

Motegi als Stop-and-Go-Strecke und die übermäßige Power der Ducati, dazu noch der auf harte Bremsmanöver ausgerichtete Fahrstil des Andrea Dovizioso - es passt einfach wie die Faust aufs Auge! Das zeigt auch der Blick auf die Platzierungen in den einzelnen Sektoren. Im FP1 lag Dovizioso nur im zweiten Sektor nicht an der Spitze, und im zweiten Training büßte der Ducati-Pilot vor allem im dritten Sektor ein. Im ersten und letzten Abschnitt glänzte Dovizioso hingegen. "Wenn du hier als Fahrer genügend Pace hast und mit dem Charakter der Strecke gut zurechtkommst, dann hilft dir das auf jedem Motorrad. Auch dann, wenn es nicht optimal für Motegi geeignet ist", weiß Dovizioso.

Die Stärken von Suzuki in Motegi

Doch nicht nur die Ducati, sondern auch die Suzuki blüht überraschenderweise in Motegi auf. Auffällig dabei: Aleix Espargaro und Maverick Vinales holten ihre Zeit vor allem in den ersten beiden Sektoren heraus. Normalerweise ist das Ducati-Land aufgrund der vielen Geraden und der anschließenden 90-Grad-Kehren. Im dritten Sektor hingegen hatte Vinales seine Probleme, Espargaro hatte im vierten Abschnitt zu kämpfen. Eine Schwachstelle hat Vinales ausgemacht: "Wir haben mit unserem Setup eine gute Balance gefunden, aber morgen müssen wir noch daran arbeiten, dass wir die Power noch besser auf die Straße bringen, denn mein Bike neigt derzeit noch stark zu Wheelies."

Das sagen Dovizioso, Vinales und Espargaro nach zwei Trainings

Andrea Dovizioso: "Ich bin wirklich happy, denn wir haben den ersten Tag hier in Japan mit einer sehr guten Pace begonnen. Die Basis ist wirklich gut. Jetzt kommt es darauf an, wie stark wir uns am Samstag steigern können. Denn wir befinden uns in einer Gruppe von fünf oder sechs Fahrer mit ähnlicher Pace. Wenn wir gute Arbeit leisten, kann das morgen und am Sonntag den Unterschied ausmachen."

Maverick Vinales: "Unser Resultat stimmt mich sehr positiv. Wir sind nah an der Spitze dran, haben von Anfang an in die gewünschte Richtung gearbeitet und können damit sehr zufrieden sein. Mit dem neuen Getriebe erzielten wir inzwischen auch die gewünschten Fortschritte. Ich fühle mich auf meinem Motorrad wohl und bin fit. Sollten uns noch ein paar Verbesserungen gelingen, werden wir sicher in der Lage sein, ein Top-Resultat zu erzielen."

Aleix Espargaro: "Das Bike funktioniert sehr gut, ich fühle mich stark und konkurrenzfähig. Leider ist es mir nicht gelungen, noch eine Traumrunde hinzulegen, denn aufgrund einer Ölspur wurden in den letzten fünf Minuten ständig gelbe Flaggen geschwenkt. Da war wesentlich mehr möglich, aber wir liegen nur knapp drei Zehntelsekunden hinter der Bestzeit, das ist nicht schlecht. Und immer wenn ich alleine unterwegs war, bin ich konstant schnelle Runden gefahren."


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