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MotoGP - Analyse Aragon: Die verhinderte Marquez-Solofahrt

Ein Sieg in drei Etappen

Es wurde der erwartete Marquez-Sieg in Aragon. Doch ganz so einfach war es nicht. In der Analyse nehmen wir Marquez' drei Akte genauer unter die Lupe.
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Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez dominierte das MotoGP-Wochenende in Aragon von A - Z. Nach den Trainings galt der Repsol-Honda-Pilot daher als turmhoher Favorit auf den Rennsieg. Doch wie das Rennen gezeigt hat: Ganz so einfach hatte es Marquez im Grand Prix dann doch nicht. In den ersten Runden sah er sich der Gegenwehr der Gegner sowie einem eigenen Fast-Sturz ausgesetzt. Trotzdem gewann er unterm Strich noch in souveräner Manier. Für Marquez wurde es rückblickend betrachtet ein Rennen in drei Etappen:

Etappe 1 beim Aragon-GP: Probleme in der Startphase

Wer mit einem Marquez-Durchmarsch vom Erlöschen der Startampel bis zum Fallen der Zielflagge rechnete, der sah sich schon in den ersten Kurven des Rennens getäuscht. Marquez musste zunächst gegen Jorge Lorenzo abwehren, in Kurve drei schlüpfte schließlich Maverick Vinales durch und stahl Beiden die Spitzenposition. Marquez kämpfte sich aber bis zum Ende der zweiten Runde wieder von Platz drei aus an die Spitze. Doch die sollte er zunächst für nicht einmal eine Runde inne halten.

Denn in Runde drei wäre der Aragon-GP beinahe beendet gewesen für Marquez. In Kurve sieben konnte er nur dank seiner grandiosen Reflexe einen Sturz über das Vorderrad abfangen. Das hatte natürlich Konsequenzen, denn neben Vinales und Lorenzo konnten auch Valentino Rossi und Andrea Dovizioso profitieren. Marquez fiel auf Platz fünf zurück und musste sich wieder nach vorne kämpfen. "Ich habe versucht, das Rennen anzuführen und eine Lücke zu reißen. Aber dann hatte ich einen großen Moment und war schon am Boden. Ich weiß nicht, wie ich das noch abgefangen habe", beschrieb Marquez die Szene.

Etappe 2 beim Aragon-GP: Marquez kämpft sich zurück

Doch Marquez hielt sich nicht lange auf der fünften Position auf. In Runde fünf ging der Spanier an Dovizioso vorbei, hinter dem sein Rückstand auf die Spitze allerdings auf 1,5 Sekunden anwuchs. Doch Marquez blieb ruhig und wusste um seine eigene Stärke. Er nahm sich Zeit, um einen guten Rhythmus aufzunehmen. In Runde sieben ging Marquez an Lorenzo vorbei, ab der achten Runde war der Repsol-Honda-Pilot dann nicht mehr aufzuhalten, wie auch das nachfolgende Diagramm unterstreicht.

Marquez machte Runde um Runde Zeit auf den Führenden gut, der in Runde acht noch Vinales hieß, ab Runde neun dann Rossi. Bei der Aufholjagd profitierte Marquez nicht zuletzt auch von einem Verbremser von Vinales, der ihm die zweite Position in Runde zehn schenkte. Danach legte sich Marquez Rossi zurecht, in Runde zwölf schließlich übernahm Marquez wieder die Führung. Rossi konnte sich aber zunächst noch zwei Runden lang ans Heck der Honda mit der Startnummer 93 heften.

Etappe 3 beim Aragon-GP: Marquez "checkt aus"

Doch dann zog Marquez das Tempo an der Spitze ordentlich an. Mit der schnellsten Runde des gesamten Rennens in Runde 15 konnte der Spanier die Gegenwehr der Gegner schließlich brechen. Alleine in dieser einen Runde nahm Marquez Rossi gut eine ganze Sekunde ab, auch Rossis Verfolger Lorenzo und Vinales verloren sechs bzw. sieben Zehntel. Seine 1,5 Sekunden auf den Zweitplatzierten baute Marquez im Laufe der Schlussphase noch bis auf drei Sekunden aus. Wie der Zeitenvergleich im unten angefügten Diagramm zeigt, waren Lorenzo und Rossi einzig in Runde 20 und im allerletzten Umlauf schneller als Marquez.

Und so war Marquez' Sieg am Ende doch nicht mehr in Gefahr. Für ihn persönlich ein Befreiungsschlag, der letzte Triumph datierte doch schon vom Juli am Sachsenring. Der letzte Sieg im Trockenen liegt gar noch länger zurück, beim zweiten Saisonrennen Anfang April in Austin war das. Auch für die WM bedeutet dieser Sieg ein Meilenstein für Marquez. "Rossi ist mir langsam aber sicher auf die Pelle gerückt. Es war wichtig, dem entgegenzuwirken. Er hat aufgeholt und wir haben langsam Zweifel bekommen, aber jetzt fühlen wir uns wieder gut", freut sich Marquez. Nun hat Marquez bereits in Motegi den ersten Matchball und kann sich, wie 2014, im Honda-Land zum Weltmeister krönen.


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