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MotoGP - Rossi feiert Jubiläum - die Top-10 MotoGP-Starter

Marathonmänner auf zwei Rädern

Valentino Rossi feiert an diesem Wochenende ein weiteres Jubiläum. Kein Mensch zuvor hat so viele MotoGP-Rennen bestritten wie VR46. Die ewige Bestenliste:
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Valentino Rossi - 350 Starts

Schon seit Ende 2015 ist Valentino Rossi der Rekordstarter der Motorrad-WM. In Sepang zog er damals mit der bisherigen Bestmarke von Loris Capirossi gleich. Nun ist er der erste Fahrer in der Geschichte, der seinen 350. GP-Start feiern darf. 1996 kam er in die WM und legte eine Bilderbuchkarriere hin: Zwei Jahre 125cc-Klasse, zwei Jahre bei den 250ern, seither 500cc bzw. MotoGP. Von seinem Debüt weg stand er 230 Rennen in Folge in der Startaufstellung. Die nach seinem offenen Unterschenkelbruch vier verpassten Rennen im Jahr 2010 stellen bis heute seine einzige Zwangspause in 20 Jahren in der Motorrad-WM dar. Zumindest in der kommenden Saison wird Rossi noch weitermachen, was seine Anzahl an GP-Einsätzen auf mindestens 384 schnellen lassen sollte.

Zeitreise: 350 GP-Starts für Valentino Rossi: (01:06 Min.)

Loris Capirossi - 328 Starts

Viele Jahre Rivalen auf der Strecke: Capirossi und Rossi - Foto: Ducati

Über 20 Jahre gehörte Loris Capirossi zum Inventar der Motorrad-WM. 1990 kam er, sah und siegte. Im Alter von nur 17 Jahren und 165 Tagen krönte er sich in seiner ersten Saison zum jüngsten Weltmeister der Geschichte. Ein Rekord, den er bis heute hält. Bis zu seinem Karriereende im Jahr 2011 bestritt er zwei Saisons in der 125cc- sowie sechs in der 250cc-WM und hielt sich insgesamt 14 Jahre in der Königsklasse, wo er unter anderem für die Werksteams von Ducati und Suzuki fuhr. So kam er bei seinem Eintritt in den Ruhestand auf die Marke von 328 GP-Starts, bei denen er 29 Mal siegte und sich insgesamt drei WM-Titel sicherte. In seiner aktuellen Funktion als Sicherheitsberater der Dorna ist er bis heute noch bei allen Rennen vor Ort.

Jack Findlay - 282 Starts

Zwischen 1958 und 1978 versuchte Jack Findlay sein Glück in der Motorrad-WM. Der Australier trat teilweise in bis zu vier Klassen an einem Rennwochenende an und fuhr von kleinen 50cc-Maschinen der Sechzigerjahre bis zu den 500cc-Biestern der Siebziger von Suzuki und Yamaha so ziemlich alles, was damals renntauglich war. Über zwei Jahrzehnte hielt Findlay nach seinem Rücktritt im Jahr 1978 den Rekord für die meisten WM-Starts. So engagiert der Australier auch war, so sehr biss er sich in seiner Karriere an der prominenten Konkurrenz (u.a. Agostini, Hailwood, Read oder Sheene) die Zähne aus. Mit nur drei Siegen gewann er im Durchschnitt nur in jedem 94. Lauf, den er bestritt.

Alex Barros - 276 Starts

Der Aufstieg von Alex Barros ging Ende der Achtzigerjahre schnell vonstatten. Nach zwei Jahren in der 80cc-Klasse und nur einer vollen Saison in der 250cc-WM debütierte der Brasilianer 1990 in der höchsten WM-Kategorie. 16 Jahre lang hielt sich Barros dort und fuhr mit Cagiva, Suzuki, Honda und Yamaha eine breite Auswahl an Fabrikaten. 2007 feierte er auf einer Ducati den Pramac-Teams nach einem Jahr Pause sein Comeback und verabschiedete sich am Ende mit 276 Starts in den Ruhestand. 245 seiner Rennen bestritt der siebenfache GP-Sieger in der höchsten Klasse und hielt damit einen Rekord, den Rossi erst im Sommer 2014 in Silverstone einstellte.

Angel Nieto - 265 Starts

Angel Nieto feierte mit Rossi einst dessen 90. Sieg - Foto: Yamaha

Der Großmeister der kleinen Motorräder bestritt zwischen 1964 und 1986 insgesamt 265 Starts in der Motorrad-WM. Der Löwenanteil seiner Renneinsätze fiel dabei auf die 50cc-, 80cc- und die 125cc-Klasse, in denen er 90 Siege und insgesamt 13 WM-Titel eroberte. Ausflüge zu den Viertellitermaschinen und ein Rennen in der Königsklasse waren von weniger Erfolg geprägt. Als er 1986 in Hockenheim seine Karriere endgültig beendete, war er bereits 39 Jahre alt. Im Alter von 37 Jahren krönte er sich zum letzten Mal zum Weltmeister, ein Jahr später gewann er in Le Mans im Alter von 38 Jahren sein letztes Rennen.

Bruno Kneubühler - 264 Starts

Starts in fünf verschiedenen Klassen der Motorad-WM. Das können nicht viele Fahrer von sich behaupten. Bruno Kneubühler zählt zu den wenigen. 50cc, 125cc, 250cc, 350cc, 500cc - der Schweizer fuhr zwischen 1972 und 1989 Motorräder jeder Kategorie. Bis 1977 wagte er sich als Doppelstarter in diversen Klassen-Kombinationen auf die Strecke. In seiner ersten WM-Saison bereits mehrfach auf dem Podest bei 500cc-Rennen, schaffte der 125er-Vizeweltmeister von 1974 und 1983 erst in den letzten drei Jahren seiner Karriere den Sprung als Stammfahrer in der Königsklasse, in der er 71 Rennen bestritt. In den unteren Klassen holte Kneubühler insgesamt fünf Siege.

Alex De Angelis - 262 Starts

16 Jahre lang gehörte Alex De Angelis zum Stammpersonal der Motorrad-WM. Einem Wildcard-Debüt in Imola 1999 folgte für den Sanmarinesen im Jahr 2000 die erste volle Saison in der 125cc-Klasse. Ganze vier Jahre hing er dort fest, ehe es im sein Status als Vizemeister 2003 ermöglichte, im Folgejahr in die 250cc-WM aufzusteigen. Auch dort verbrachte De Angelis volle vier Jahre, in denen er beim 115. Antreten in der Weltmeisterschaft in Valencia 2006 endlich seinen ersten Sieg holte. 2008 debütierte De Angelis endlich in der MotoGP, wechselte seither aber immer wieder zwischen Königsklasse und Moto2 hin und her. 201 seiner 262 GP-Starts absolvierte er daher in den kleineren Kategorien. Ein schwerer Trainingsunfall in Motegi und dessen Folgen setzten seiner Karriere in der MotoGP im Oktober 2015 ein Ende.

Dani Pedrosa - 261 Starts

Dani Pedrosa hat die 250 GP-Starts auch schon geknackt - Foto: Honda

Ein Leben mit Honda - so könnte Dani Pedrosas Biografie irgendwann heißen. In Argentinien tritt der kleine Katalane zum 261. Mal auf einer Honda an und fährt damit auch im 17. Jahr seiner WM-Karriere noch immer jenes Fabrikat, auf dem er einst debütierte. Der japanische Hersteller förderte Pedrosa von Beginn an und holte ihn nach drei Jahren in der 125cc- und zwei in der 250cc-Kategorie als dreifachen Weltmeister in die Königsklasse. Dort bestritt er bis heute 164 Rennen (Phillip Island mitgerechnet). Pedrosas Statistik wäre aber noch beeindruckender, wenn ihn nicht immer wieder üble Stürzen heimgesucht hätten. Bis heute verpasste er 16 WM-Rennen (davon 13 in der MotoGP) wegen Verletzungen.

Andrea Dovizioso - 260 Starts

Andrea Dovizioso ist das genaue Gegenteil von Dani Pedrosa, denn Verletzungspausen sind für den Italiener ein Fremdwort. So kommt es auch, dass der Lauf in Argentinien sein 259. WM-Rennen in Folge darstellt. Damit ist er seit Indianapolis 2015 der alleinige Rekordhalter, als er Rossi an der Spitze dieser Wertung ablöste. Nach einem einzelnen Wildcard-Einsatz 2001 gehörte Dovizioso seit seinem WM-Eintritt im Jahr 2002 bei jedem Grand Prix der Startaufstellung an. Je drei Saisons bestritt der Italiener in der 125cc- und 250cc-WM, seit 2008 ist er in der MotoGP unterwegs. In seiner langen Karriere holte Dovizioso einen Titel (125cc-WM 2004) und elf Siege (davon zwei in der MotoGP).

Randy De Puniet - 253 Starts

15 Jahre war Randy De Puniet fixer Bestandteil der Motorrad-WM. Nach zwei Jahren in der 125cc-WM ohne Podestplatz, stieg er 2011 in die 250cc-Klasse auf, der er fünf Jahre angehörte und in der er fünf Rennen gewann. Kawasaki holte den Franzosen 2006 in die MotoGP-Klasse, wo er bis zum Saisonende 2013 an den Start ging. 139 Rennen bestritt er in der Königsklasse, ehe De Puniet als Testfahrer für das Comeback von Suzuki anheuerte. In Valencia bestritt er 2014 für die Japaner via Wildcard sein bislang letztes der 253 WM- und 140 MotoGP-Rennen. Laguna Seca 2010 und 2011 waren die einzigen beiden Rennen, die er im Laufe seiner Karriere verpasste.

Anmerkung: Die oben genannte Anzahl an GP-Starts bezieht sich auf den offiziellen "Results Guide" der FIM. Es existieren auch andere Zählweisen, die eine andere Anzahl von Starts ausweisen können.


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