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MotoGP - Jerez: So lief es in den vergangenen Jahren

Willkommen zurück in Europa!

Der Europa-Auftakt der MotoGP findet traditionell in Jerez de la Frontera statt. Spannung bis zur letzten Kurve ist beim spanischen Grand Prix keine Seltenheit.
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Motorsport-Magazin.com - Mit dem spanischen GP in Jerez kehrt die MotoGP wieder nach Europa zurück. Das bedeutet nicht nur die Rückkehr der Motorhomes, sondern auch weit über 100.000 begeisterte Zuschauer am Rennsonntag, die auf den Rängen eine große Fiesta feiern. Doch nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf der Strecke ist in Jerez eine Menge los. Deshalb lassen wir an dieser Stelle die Rennen der letzten Jahre noch einmal Revue passieren:

Jerez 2016: Rossi macht's im Lorenzo-Style

Nichts und niemand konnte Valentino Rossi 2016 auf dem Weg zum Sieg aufhalten - Foto: Milagro

Valentino Rossi münzt seine Pole um und führt vom ersten Meter an das Rennen vor Jorge Lorenzo an. Einen ersten Angriff setzt Lorenzo in Runde zwei in der Stadionsektion. Er muss aber weit gehen, sodass Rossi gleich wieder kontert. Ab Runde drei setzt sich Rossi schrittweise mit schnellen Runden von Lorenzo und den beiden Repsol-Hondas von Marc Marquez und Dani Pedrosa ab. Nach sechs Umläufen beträgt der Abstand erstmals mehr als eine Sekunde, am Ende von Runde neun ist der Doktor schon um zwei Sekunden enteilt. Nach gut zwei Dritteln scheint es, als könnte Lorenzo Rossi noch einmal gefährlich werden - doch mit noch fünf Runden auf der Uhr entschwindet Rossi endgültig in der Ferne. Der Doktor siegt nach dem bitteren Ausfall von Austin, gefolgt von Lorenzo und Marquez. Für die WM nach vier Rennen bedeutet das: Marquez führt mit 82 Punkten vor Lorenzo (65) und Rossi (58). Pechvogel ist einmal mehr Andrea Dovizioso: In Argentinien und Austin abgeschossen, streikt nun seine Ducati.

Jerez 2015: Lorenzo ist wieder ganz der Alte

Lorenzo entschwand 2015 in der Ferne und holte den Sieg - Foto: Repsol Honda

Eine Vorentscheidung fällt schon beim Start. Jorge Lorenzo und Marc Marquez übernehmen sofort die Führung und setzen sich vom Feld ab. Valentino Rossi hängt zunächst hinter Pol Espargaro auf Rang vier fest. Erst am Ende der dritten Runde findet Rossi einen Weg vorbei, doch da sind Lorenzo und Marquez schon um knapp zwei Sekunden enteilt. In der Folge setzt sich Lorenzo Schritt für Schritt von Marquez ab und feiert so seinen ersten Saisonsieg. Marquez muss sich nach hinten orientieren, Rossi kommt immer näher. Sieben Runden vor Schluss aber schafft der Spanier den Turnaround und baut seinen Vorsprung bis ins Ziel wieder aus. Marquez wird Zweiter vor Rossi, der sein 200. Podium in der Motorrad-WM einfährt. Cal Crutchlow wird Vierter, nachdem er in der Anfangsphase die Espargaro-Brüder niederringt, vor Pol Espargaro. Andrea Iannone holt Rang sechs nach einem tollen Duell gegen Aleix Espargaro. In der Gesamtwertung führt Rossi (82 Punkte) nach vier Rennen immer noch vor Andrea Dovizioso (67). Lorenzo ist durch seinen Sieg (62) ist neuer Dritter.

Jerez 2014: Marquez deklassiert die Gegner

Gegen Marquez war 2014 kein Kraut gewachsen - Foto: Bridgestone

Bei seinem 100. Grand Prix löscht Marquez den letzten schwarzen Fleck auf seiner Siegerlandkarte mit einem dominanten Triumph aus. Widerstand erfährt Marquez nur in den ersten zwei Runden, als Rossi ihm die Führung einige Male streitig macht. Einmal in Front, braust Marquez unaufhaltsam davon. Dahinter fahren Rossi, Lorenzo und Pedrosa auf den Rängen zwei bis vier. Gegen Rennmitte kann sich Rossi um eine Sekunde lösen von den beiden Spaniern. Pedrosa knüpft Lorenzo, der schließlich einsamer Vierter wird, sieben Runden vor Schluss Platz drei ab und schließt im Anschluss die Lücke zu Rossi wieder. Für einen ernsthaften Angriff geht Pedrosa allerdings die Zeit aus, sodass er hinter Rossi die dritte Position belegt. Den Vierkampf um Position fünf entscheidet Dovizioso gegen Bautista, Aleix Espargaro und Bradley Smith in der allerletzten Kurve für sich. Bradl liegt anfangs auf Rang acht, fällt aber sukzessive ab und wird am Ende Zehnter. Nach vier Siegen in vier Rennen liegt Marquez in der WM mit dem Maximum von 100 Punkten vorne vor Pedrosa (72) und Rossi (61).

Jerez 2013: Kontroverse hinter Sieger Pedrosa

Immer wieder die letzte Kurve: Hier entscheidet sich 2013 der Kampf um Rang 2 zwischen Lorenzo und Marquez - Foto: Milagro

Bereits in der ersten Kurve übernehmen Lorenzo und Pedrosa das Zepter. Marc Marquez muss sich in den ersten beiden Runden mit Rossi auseinandersetzen und verliert dadurch eine Sekunde auf die Spitzenreiter. Diese Sekunde hat er bald wieder wettgemacht. Ehe Marquez den Rückstand komplett aufgeholt hat, geht in Runde fünf Pedrosa in Führung und fährt sukzessive davon. Sein Sieg ist von da an nicht mehr gefährdet. Zwischen Lorenzo und Marquez entsteht ein spannender Zweikampf, Marquez fährt Lorenzo einige Male fast aufs Hinterrad. Nachdem Lorenzo zwischenzeitlich fast eine Sekunde Vorsprung herausgefahren hat, ist in den letzten Runden die Lücke wieder geschlossen. Das entscheidende Manöver ereignet sich dann Jerez-typisch in der allerletzten Kurve, als sich Marquez mit einem grenzwertigen Manöver den Weg zu Platz zwei bahnt. Lorenzo als Dritter verwehrt ihm im Anschluss den Handschlag. Bradl scheidet bereits in Runde drei per Sturz aus. In der WM führt nun nach drei Rennen Marquez mit 61 Punkten vor Pedrosa (58) und Lorenzo (57).

Jerez 2012: Stoner fährt in der letzten Runde davon

2012 wollte keiner anfangs einen Sturz riskieren - Foto: Milagro

Da die Rennen der kleineren Klassen unter regnerischen Bedingungen stattgefunden haben, gibt es beim Start noch feuchte Flecken auf dem Asphalt. Die Zurückhaltung der ersten Runden an der Spitze, als die Top-10 Rad an Rad-Duelle zeigen, legt Stoner ab als er in Führung geht. Zusammen mit Lorenzo setzt er sich vom Rest ab. Die beiden Fahrer an der Spitze liefern sich einen Kampf um Zehntelsekunden. Richtig gefährlich kann Lorenzo Stoner allerdings nicht werden. Im Gegenteil: In der letzten Runde zieht Stoner davon und siegt letztlich souverän. Die Vierergruppe dahinter löst sich bald auf: Pedrosa und Cal Crutchlow kämpfen um Platz drei, aber auch hier kommt es nie zu einem ernsthaften Angriff von Verfolger Crutchlow. Pedrosa kann so Position drei vor dem Briten absichern. Crutchlows Stallgefährte Dovizioso wird schließlich einsamer Fünfter und Hayden fällt noch hinter Alvaro Bautista und Stefan Bradl zurück, der in seinem zweiten MotoGP-Rennen Siebter wird. Lorenzo bleibt nach zwei Rennen mit 45 Punkten in Führung vor Stoner (41) und Pedrosa (36).

Jerez 2011: Im Regen-Chaos behält Lorenzo die Übersicht

Die Kollision Rossi-Stoner war 2011 der große Aufreger - Foto: Milagro

In einem verrückten Regenrennen setzen sich Stoner, Lorenzo und Marco Simoncelli vorne ab nachdem sich das Feld sortiert hat. Simoncelli geht in Führung, während Rossi sich durchs Feld nach vorn kämpft und in Runde fünf den Anschluss an das Spitzentrio geschafft hat. Rossi überholt schnell Lorenzo, versucht es gegen Stoner aber zu forsch. Die Folge: Beide gehen in Kurve eins zu Boden. Während Rossi weiterfahren kann muss Stoner aufgeben. Vorne fährt nun Simoncelli Lorenzo davon, muss aber seinerseits nach einem Highsider in Kurve eins aufgeben. Jetzt kontrolliert Lorenzo vorne das Rennen bis ins Ziel und gewinnt sicher. Pedrosa kommt zwar zwischenzeitlich bis auf eine Sekunde ran, fällt aber am Schluss wieder zurück und muss gegen Ben Spies um Rang zwei kämpfen. Spies schafft es an Pedrosa vorbei, stürzt aber kurz danach ebenfalls, somit wird Pedrosa sicherer Zweiter. Platz drei erreicht Hayden, der seinerseits kurz vor Schluss von Edwards passiert wird, aber von einem Ausfall seines Landsmannes in der letzten Runde profitiert. Knapp hinter Hayden sieht Hiroshi Aoyama die Zielflagge. Fünfter wird nach starker Aufholjagd Rossi, der das Rennen gewinnen hätte können. In der WM führt nach zwei Rennen Lorenzo (45 Punkte) vor Pedrosa (36) und Stoner (25).

Jerez 2010: Grandioser Schlussspurt von Lorenzo

Pedrosa konnte Lorenzo 2010 trotz harter Bandagen am Schluss nicht mehr stoppen - Foto: Milagro

Pedrosa führt 26 der 27 Runden des spanischen Grand Prix an – und wird in der letzten Runde noch von Lorenzo abgefangen. Lange Zeit sieht es fast nach einem Replay der 2008er-Ausgabe aus: Pedrosa vorne weg, Rossi dahinter, Lorenzo auf Rang vier hinter Hayden. Zur Halbzeit schafft es Lorenzo endlich am Amerikaner vorbei. Mit immer stärker werdenden Zeiten in den letzten zehn Umläufen gelingt es Lorenzo, zwischenzeitlich vier Sekunden hinter Pedrosa, sich an Rossi heranzuarbeiten. Sechs Runden vor Schluss geht der Mallorquiner an Rossi vorbei. Schnell macht er auch die inzwischen nur noch zwei Sekunden zu Pedrosa wett. Der Repsol-Honda-Pilot wehrt sich heftig, die beiden Spanier berühren sich zwei Mal. Doch Lorenzo prescht in der letzten Runde unaufhaltsam an Pedrosa vorbei zum Sieg und zur WM-Führung nach zwei Rennen mit 45 Punkten. Gesamtrang zwei hat Rossi (41) inne, dem als Drittem im Ziel auch nur acht Zehntel fehlen, vor Pedrosa (29).

Jerez 2009: Rossi demonstriert seine Stärke

Rossi zeigte 2009 ein fabelhaftes Rennen - Foto: u-n-s

Zu Beginn setzen sich sechs Fahrer vom restlichen Feld ab: Pedrosa, Stoner, Lorenzo, Rossi, Randy De Puniet und Dovizioso. Dovizioso muss nach einem Ausritt durchs Kiesbett die Segel streichen und wird Achter. De Puniet kann nicht lange mit den ersten Vier mithalten, erreicht das Ziel aber nach einer guten Fahrt als einsamer Vierter. Rossi kämpft sich anfangs an Lorenzo vorbei, der immer stärker abfällt. Nach einigen Runden ringt Rossi auch Stoner nieder. Pedrosa hat sich unterdessen schon 1,5 Sekunden Vorsprung herausgefahren. Es dauert bis kurz nach Rennhalbzeit, ehe Rossi die Lücke geschlossen hat. Der Italiener macht mit Pedrosa kurzen Prozess: Neun Runden vor Schluss geht er an die Spitze und fährt sofort einen Vorsprung heraus, der ihm zum Sieg vor Pedrosa reicht. Stoner gerät in der Schlussphase unter Druck von Lorenzo. Seine Zeiten werden immer langsamer, aber Lorenzo stürzt bei der Aufholjagd und schenkt Stoner so das Podest. In der WM übernimmt Rossi mit 65 Punkten nach drei Rennen das Kommando vor Stoner (54) und den punktgleichen Pedrosa und Lorenzo (41).

Jerez 2008: Einsamer Start-Ziel-Sieg von Pedrosa

Dani Pedrosa schüttelte 2008 alle ab - Foto: Honda

Der spanische Grand Prix 2008 ist eine glasklare Angelegenheit. Dani Pedrosa geht mit einem Blitzstart schon in Kurve eins in Führung und gibt die Spitzenposition bis ins Ziel nicht mehr ab. Mit fortschreitender Renndauer setzt sich der Spanier immer mehr von seinem Verfolgertrio Valentino Rossi, Jorge Lorenzo und Nicky Hayden ab. Auch in dieser Gruppe kommt nur zwei Mal Spannung auf: Als Hayden wenige Runden vor Schluss Lorenzo näher kommt, aber sich dann nach einem Beinahe-Sturz mit Platz vier begnügen muss. Und als Rossi eine Runde zu früh Gas rausnimmt und sich als Zweiter feiert. Er bemerkt seinen Fauxpas aber noch ehe ihm Lorenzo Rang zwei streitig machen kann. Der packende Vierkampf um Position fünf entscheidet sich in der letzten Kurve: Loris Capirossi behält vor James Toseland, John Hopkins und Andrea Dovizioso die Oberhand. Casey Stoner wird nach einem verkorksten Rennen mit Beinahe-Crash und zwei Ausritten in den Kies Elfter. Pedrosa (41 Punkte) übernimmt mit diesem Sieg die WM-Führung nach Lauf zwei vor Lorenzo (36) und Rossi (31).


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