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MotoGP - Donington-Spezial: König Valentino VII.

Die MotoGP 2015 zurück im Rossi-Land

Im kommenden Jahr kehrt der Tross der MotoGP für ein einjähriges Intermezzo zurück in den Donington Park. Valentino Rossi ist dort unumstrittener Herrscher.
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Motorsport-Magazin.com - Der Donington Park und Valentino Rossi: Kaum eine Strecke und ein Fahrer führten in der Geschichte der MotoGP bislang eine derartige 'Liaison'. Nicht weniger als sieben Mal triumphierte der erfolgreichste Zweirad-Pilot aller Zeiten bereits auf der englischen Traditionsstrecke in der Nähe von Birmingham - und das innerhalb von nur acht Jahren und in vier verschiedenen Klassen!

Nach fünf Jahren in Silverstone beherbergt der Donington Park in der Nähe von Birmingham 2015 nun einmal mehr den Großbritannien GP der Zweirad-Königsklasse. Ehe der MotoGP-Zirkus im Jahr darauf auf dem neuerbauten Circuit of Wales stationiert wird, erhält die Traditionsstrecke so noch einmal die Möglichkeit zu einem vorerst letzten Hurra. Von 1987 bis 2009 war der Grand Prix von Großbritannien zuvor bereits fest mit dem Donington Park verwachsen.

Im Motorsport-Magazin.com-Donington-Spezial lassen wir die sieben Siege des Valentino Rossi auf der englischen Traditionsstrecke noch einmal aufleben:

1997: Rossi mimt den Robin Hood

Geschafft: Rossi feierte 1997 ind er 125er-Klasse seinen ersten Donington-Sieg - Foto: Milagro

Seinen ersten Sieg in Donington feierte der erst 18-jährige Valentino Rossi im Jahr 1997 auf einer Aprillia RS125R. In einem der dominantesten Jahre seiner beeindruckenden Karriere verwies er das japanische Duo Masaki Tokudome sowie Noboru Ueda auf die Plätze. Mehr noch als der Sieg Rossis wird für immer jedoch sein Jubel auf dem Podest in Erinnerung bleiben: Verkleidet als Robin Hood schoss er vom Podest herab munter mit Plastik-Pfeilen um sich. Mit elf Siegen und dreizehn Podien aus lediglich fünfzehn Rennen sollte sich Rossi wenig später zum souveränen Weltmeister der kleinsten Klasse krönen.

1999: Rossi siegt im 'Schwarzen Tunnel'

Valentino Rossi bejubelte 1999 den Sieg bei den 250er-Bikes in Donington - Foto: Milagro

Nur zwei Jahre später gewann Rossi erneut im Donington Park - dieses Mal jedoch bereits in der 250er-Klasse auf einer Aprillia RS250. Trotz des souveränen Gewinns der Weltmeisterschaft in diesem Jahr mit neun Siegen und zwölf Podien aus sechzehn Rennen hatte Rossi mit dem Triumph auf der britischen Traditionsstrecke nicht gerechnet. Die zwei Spitzkehren und zwei Geraden des letzten Streckenabschnitts lagen seinem Bike - im Gegensatz zur Honda seines Gegners Loris Capirossi - keinesfalls. "In diesem Streckenabschnitt fühlt es sich für mich an, als würde ich in einen schwarzen Tunnel hineinfahren", ließ Rossi verlauten. Das Problem löste er jedoch in typischer Rossi-Manier, und setzte sich mit halsbrecherischem Tempo bereits vor dem letzten Sektor ab.

2000: Rossis erster Sieg in der Königsklasse

2000 bejubelte Valentino Rossi im Donington Park seinen ersten Sieg in der Königsklasse - Foto: Milagro

Als Neuling in der Halbliter-Klasse sicherte sich Rossi auf einer Honda NSR500 im Donington Park seinen ersten Sieg im Zweirad-Oberhaus. Bei schwierigsten Verhältnissen und abtrocknender Strecke focht der Rookie einen packenden Dreikampf mit dem späteren Champion Kenny Roberts Junior und Jeremy McWilliams aus. "Wir sind mit unseren Regenreifen im Trockenen grausam quergestanden. Erst, als ich manche der Kurven in einem höheren Gang in Angriff nahm, wurde es etwas besser", schildert Rossi den entscheidenden taktischen Kniff, der ihn letztlich zum damals jüngsten italienischen Halbliter-Sieger aller Zeiten machte.

2001: Rossi trotzt Horror-Crash

Auch wenn Rossi sein Sturzpech nicht fassen kann, siegt er dennoch in Donington - Foto: Milagro

In seinem zweiten Jahr in der 500er-Klasse hatte Rossi einen heftigen Trainings-Unfall in den berühmt-berüchtigten 'Craner'-Kurven zu überstehen. Er selbst blieb zwar unverletzt, seine Honda NSR500 erlitt jedoch einen Totalschaden. Nach heftigem Regen in der Qualifikation musste Rossi lediglich mit Startplatz elf vorlieb nehmen. Erzfeind Max Biaggi holte zwar die Pole, gab jedoch an, dass dies noch kein Vorteil sei: "Gewisse Fahrer haben ja auch schon aus der dritten Reihe gewonnen", beschwor er bereits die bösen Geister. Und so geschah es: Rossi arbeitete sich zügig nach vorn und überholte Biaggi nach 18 von 30 Runden, fuhr problemlos zum Sieg.

2002: Rossi siegt bei 100er-Jubiläum - erneut schlimmer Crash

Bei seinem goldenen Jubiläum in der Zweirad-WM stand Rossi fast schon symptomatisch ausgerechnet im geliebten Donington Park erneut ganz oben auf dem Treppchen - und das bereits im vierten Jahr in Serie. Gleichzeitig sicherte sich VR46 auf seiner Honda RC211V auch noch den 46. Erfolg seiner jungen Karriere. Das Wochenende verlief jedoch alles andere als nach Plan. Rossis Teamkollege Tohru Ukawa stürzte bereits am Freitag bösartig und war für den Rest des Wochenendes außer Gefecht gesetzt. Rossi selbst hatte am selben Tag in der letzten Kurve einen Highsider und knallte mit dem Helm voran auf den Asphalt.

2002 sicherte sich Rossi seinen letzten Donington-Sieg in Diensten Hondas - Foto: Milagro

Neben einer Hüftprellung und einer Fraktur des linken Daumens trug Rossi ebenfalls eine Gehirnerschütterung inklusive zehnminütigen Gedächtnisverlusts davon. Am Abend musste er sich zudem mehrfach übergeben, weswegen ihn seine Mutter extra anrief und ihn zu einem Renn-Verzicht bewegen wollte. Rossi schlug den mütterlichen Rat in den Wind und holte am Samstag die Pole. "Dem fehlt doch gar nichts. Ich bin auch zwei Mal gestürzt und mache nicht so ein Theater", äzte Erzrivale Max Biaggi. Im Rennen beobachtete Rossi den Spanier Carlos Checa auf Rang zwei liegend und trieb den Yamaha-Piloten in einen Fehler. Entspannt fuhr er anschließend zum Sieg.

2004: Rossi cruist zu Sieg Nummer sechs

Nach einem einfachen Rennen 2004 cruiste Rossi im Wheelie zum Sieg in Donington - Foto: Milagro

Für seinen insgesamt sechsten Erfolg in Donington machte Rossi auf seiner Yamaha M1-YZR 2004 nicht mehr als nötig. Er kontrollierte Colin Edwards und Sete Gibernau ohne große Probleme bereits von Rennbeginn an. Nach einem kurzen Regenschauer während des Rennens bemerkte er als Erster, dass sich die Bedingungen besserten, und zog den Kontrahenten scheinbar spielend davon.

2005: Rossi kämpft sich zu einem der 'schwierigsten Siege der Karriere'

Rossi raste im strömenden englischen Regen zu seinem siebten Donington-Sieg - Foto: Gauloises Racing

Nur ein Jahr nach dem wahrscheinlich leichtesten Donington-Sieg seiner Karriere folgte der wohl schwierigste. Der Grand Prix im Herzen Englands wurde 2005 im strömenden Regen ausgetragen - elf Fahrer stürzten. Auch Rossi selbst entging auf seiner Yamaha M1-YZR mehrere Male nur knapp und durch überragende Beherrschung seines Bikes einem Sturz. Nach den Ausritten kämpfte er sich trotz der widrigen Bedingungen jedoch jedes Mal schnell wieder zurück an die Spitze. Rossi siegte schließlich doch überlegen und kreuzte 'violinespielend' die Ziellinie vor Kenny Roberts jr. und Alex Barros. "Die letzten Runden sind mir vorgekommen wie ein Konzert", erklärte Rossi seinen Jubel. Den Sieg selbst beschrieb er auch aufgrund der enormen Kälte im Nassen als 'einen der schwierigsten meiner Karriere'.


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