MotoGP - Pol Espargaro: Stellenweise chancenlos gegen Honda

Überrascht vom Grip der Regenreifen

Am Freitag zum Tschechien-GP in Brünn erlebte Tech3-Pilot Pol Espargaro in FP2 seine erste Wet-Session der MotoGP. Das Gefühl stimmt, auf Honda bleibt Rückstand
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Motorsport-Magazin.com - MotoGP-Rookie Pol Espargaro kam auf der tschechischen Traditionsstrecke Brünn zu einer ganz besonderen Premiere: So durfte der amtierende Moto2-Weltmeister seine Satelitten-Yamaha M1 YZR erstmals bei strömenden Regen auf Wet-Reifen rundenlang um den Kurs jagen. Neben der sechstschnellsten 'Nass-Zeit' von 2:09.412 (+1,566) in FP2 gelang ihm dabei mit 306.9 km/h zudem der Session-Topsspeed. Somit lag der amtierende Moto2-Weltmeister einmal mehr vor Teamkollege Bradley Smith, der sich am Nachmittag mit rund 0,3 Sekunden Rückstand auf Rang neun einfand. Bereits am trockenen Vormittag hatte sich Espargaro als Neunter (+0,831) eine Position und zwei Zehntelsekunden vor dem Tech-3-Kollegen eingereiht.

Erste richtige Regenerfahrung für Espargaro

Zwar war der jüngere der Espargaro-Brüder bereits in Assen auf Regenreifen ins Rennen gestartet, jedoch hatte der Wolkenbruch damals bereits aufgehört. Nach sechs Runden wechselten die Piloten dort zurück auf Trockenreifen. Bei der 45-minütigen FP2-Session begann der Regen jedoch pünktlich mit dem Umschalten der Ampel, endete erst nach knapp einer halben Stunde. Offenbarte Espargaro in Assen bei Mischverhältnissen noch große Probleme, wusste der beste MotoGP-Rookie im tschechischen Regen jedoch zu überzeugen.

Wir waren im Nassen Sechstschnellste, und nach den Problemen in Assen macht mich das sehr zufrieden
Pol Espargaro

Mit seiner persönlichen Bestzeit landete er zwar nur auf Rang acht, jedoch waren die frühen Topzeiten von Andrea Iannone und Hector Barbera auf noch halbtrockener Strecke nicht aussagekräftig. "Ich bin wirklich überrascht davon, wie gut ich heute bei meiner ersten richtigen Erfahrung auf einem MotoGP-Bike im Regen zurechtgekommen bin. Wir waren im Nassen Sechstschnellste, und nach den Problemen in Assen macht mich das sehr zufrieden", gesteht Espargaro.

Pol Espargaro war einmal mehr schneller als der Teamkollege - Foto: Tech 3

Verbesserungen für Tech3 und Espargaro essentiell

Dass sowohl er als auch sein Tech-3-Team jedoch noch viel Arbeit am Wochenende vor sich haben, bewiesen jedoch die Rückstände auf die Spitze bei beiden Wetterverhältnissen. Espargaro kennt jedoch die Gründe: "In den Bergauf-Passagen habe ich vor allem beim Herausbeschleunigen aus den Kurven kaum eine Chance gegen die Hondas. Ich bin heute Morgen hinter Bradl hergefahren, und die Honda ist da einfach deutlich stärker. Ich hoffe nun, dass wir mit einer anderen Reifenwahl und verbessertem Setting und Motormapping diese Lücke etwas schließen können."

Die Wetterverhältnisse waren schwierig, aber das kann uns hier am gesamten Wochenende treffen
Bradley Smith

Auch persönliche Verbesserungen strebt der aktuell WM-Sechste im Verlauf des Wochenendes an: "Ich muss auf jeden Fall noch meine Rennlinie optimieren, denn ich bin mir sicher, so noch einiges an Zeit herausholen zu können. Auch im Umlegen des Bikes in einigen Passagen habe ich noch deutlich Luft nach oben. Der Tag heute war positiv, vor allem da ich im Nassen gut war und wir erstaunlich perfekten Grip hatten, jedoch gibt es nach wie vor viel zu tun."

Smith fungiert als 'Lehrmeister' für Espargaro

Um die Strecke in Brünn auf dem MotoGP-Bike im Nassen bestmöglich kennenzulernen, heftete sich Espargaro einige Runden ans Heck des Teamkollegen, um dessen Rennlinie zu verinnerlichen und kopieren. Obwohl Smith trotz dieses ungewollten 'Service' dennoch hinter Espargaro zurückblieb, ist der Engländer mit seinem Tagwerk zufrieden: "Die Wetterverhältnisse waren schwierig, aber das kann uns hier am gesamten Wochenende treffen. Es war also eine gute Übung, und ich denke, ich habe eine gute Leistung gebracht und vielversprechende Ansätze gezeigt." Dank vieler Runden mit beiden Maschinen sei zudem bereits die Setup-Abstimmung für die restlichen Tage so gut wie abgeschlossen. "Ich habe im Trockenen bereits den Setup-Schlüssel für schnellere Zeiten gefunden und auch im Nassen eine gute Serie hingelegt. Ich bin nicht ans Limit gegangen, weil ich kein unnötiges Risiko eingehen wollte. Es sollte also ein ganz gutes Wochenende für uns werden."


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