MotoGP - Brünn: So lief es in den vergangenen Jahren

Tschechische Thriller und Triumphfahrten

Am Wochenende findet in Brünn einer der Klassiker im Rennkalender auf einer flüssigen, in die Landschaft eingebetteten Strecke statt.
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Motorsport-Magazin.com - Der tschechische Grand Prix in Brünn ist eines der traditionsreichsten Rennen im Kalender. Mit Ausnahme von 1992 wurde auf der heutigen Strecke seit 1987 jedes Jahr ein WM-Lauf ausgetragen. In den letzten Jahren war der malerische Kurs in der Tschechischen Republik stets für großartiges Racing gut, wie wir in unserer Rückschau zeigen:

2009: Rossi hetzt Lorenzo ins Verderben

Die Yamaha-Teamkollegen lieferten sich ein packendes Duell - Foto: Milagro

Schnell bildeten sich vorne zwei Dreiergruppen. Valentino Rossi, Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo konnten sich aber bald von Toni Elias, Andrea Dovizioso und Loris Capirossi, die sehenswert um den vierten Platz kämpften, absetzen. Lorenzo hatte Mühe mit Pedrosa und konnte sich erst nach einigen Runden vorbeikämpfen. Danach begann die große Yamaha-Show: Lorenzo und Rossi trieben sich gegenseitig von einem Rundenrekord zum nächsten, während Pedrosa immer weiter zurückfiel. Sieben Runden vor Schluss überholte Lorenzo Rossi in Kurve drei schließlich. Beim Konter Rossis eine Runde später an gleicher Stelle übertrieb es Lorenzo und stürzte. Damit war der Weg für Rossi frei, der zum Sieg vor Pedrosa cruiste. Den Dreikampf um den dritten Platz konnte Elias nach einigen harten Duellen gegen Dovizioso und Capirossi gewinnen. In der Meisterschaft schien damit eine kleine Vorentscheidung gefallen zu sein. Nach elf Rennen hatte Rossi (212 Punkte) jetzt ein 50-Punkte-Polster auf Lorenzo (162). Dritter war Casey Stoner (150), der eine Rennpause einlegen musste.

2010: Lorenzo fährt unaufhaltsam Richtung WM-Titel

Das Rennen war bereits nach wenigen Metern entschieden. Jorge Lorenzo konnte kurz nach dem Start Ben Spies und Dani Pedrosa überholen und war von da an ungefährdet auf dem Weg zum Sieg. Wenige Runden später konnte auch Pedrosa an Spies vorbei ziehen, sich vom US-Amerikaner absetzen und damit den zweiten Rang absichern. Spies verlor im Laufe des Rennens noch eine weitere Position an Casey Stoner. Diese Reihenfolge sollte schließlich bis zum Fallen der Zielflagge Bestand haben. Für Aufregung sorgte lediglich der Crash von Dovizioso in der Anfangsphase: Der Italiener stürzte ausgangs des Omegas und blieb samt Motorrad mitten auf der Strecke liegen. Glücklicherweise konnten alle nachfolgenden Piloten ausweichen. Durch seinen Sieg marschierte Lorenzo weiter unaufhaltsam zu seinem WM-Titel. Nach zehn Rennen hatte der Mallorquiner 235 Punkte gesammelt. Sein erster Verfolger Pedrosa lag mit 158 Zählern bereits weit zurück. Auf Position drei war jetzt Stoner zu finden (119).

2011: Stoner führt Honda-Armada zum Sieg

Honda dominierte 2011 eindrucksvoll - Foto: Honda

Gegen die Werks-Honda-Fraktion war an diesem Tag letztlich kein Kraut gewachsen. Hätte sich Pedrosa nicht schon in Runde drei an erster Stelle liegend verabschiedet, wäre es wohl ein Vierfach-Sieg für Honda geworden. So fuhr Stoner souverän zum Sieg. Der Australier konnte sich nach Pedrosas Aus von seinen Verfolgern Dovizioso, Lorenzo und Marco Simoncelli absetzen. Lorenzo konnte in der Verfolgergruppe nur kurzzeitig die Führung von Dovizioso übernehmen, fiel aber schon bald wegen abbauenden Reifen zurück. So konnten sich Dovizioso und auch Simoncelli an ihm vorbei arbeiten und eine kleine Lücke herausfahren. Der Zweikampf um Platz zwei war entschieden, als auch Simoncelli mit seinen Reifen zu kämpfen hatte. Die dritte Position vor Lorenzo bedeutete für ihn aber immer noch die erste Podiumsplatzierung in der MotoGP-Klasse. Stoner hielt durch seinen Sieg nun bei 218 Zählern nach elf Rennen und konnte sich weiter von Lorenzo (186) und Teamkollege Dovizioso (163) absetzen.

2012: Der Thriller des Jahres

Brünn hielt 2012 für die Fans den spannendsten Zweikampf des Jahres um den Sieg bereit. Das ganze Rennen über bekriegten sich Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa, die schnell dem restlichen Feld davonfahren konnten. Ihr Fight gipfelte in einer unglaublichen letzten Runde, in deren Verlauf Lorenzo Pedrosa zunächst im Omega austrickste. Pedrosa konnte auf der Bergauf-Geraden vor Start-Ziel dank der Honda-Power zurückschlagen und Lorenzo vor der letzten Links-Rechts-Kombination ausbremsen und danach den Zielsprint gewinnen. Geschichtsträchtiges auch auf Platz drei: Cal Crutchlow fuhr nicht nur zu seinem ersten MotoGP-Podium, sondern auch zum ersten Podium eines britischen Fahrers seit Jeremy McWilliams in Donington 2000. Stefan Bradl überquerte die Ziellinie als Fünfter und konnte sich im Laufe des Rennens gegen Alvaro Bautista und Rossi durchsetzen. In der Gesamtwertung war Lorenzo auch nach zwölf Rennen noch mit 245 Punkten in Führung, Pedrosa (232) konnte seinen Rückstand aber weiter verkürzen. Dahinter lag der verletzte Stoner (186).

2013: Die Repsol-Hondas sind zu stark für Lorenzo

Im Vorjahr zeigte das spanische Spitzentrio einen Dreikampf - Foto: Yamaha

Der tschechische Lauf war auch im vergangenen Jahr eine Sache zwischen den großen Drei. Lorenzo versuchte es mit seiner bewährten Taktik, von Anfang ans Limit zu gehen und dem Rest davon zu brausen. Marquez und Pedrosa ließen sich jedoch nicht entscheidend abhängen. Nach und nach schloss sich die kleine Lücke zwischen Lorenzo und seinen beiden Verfolgern. Nach 16 Runden wagte Marquez ein erstes Manöver gegen Lorenzo, das dieser aber direkt konterte. Einige Kurven später übernahm Marquez schließlich die Führung. Lorenzo konnte sich diese zwei Runden später zwar zurückholen, wurde aber kurz darauf endgültig vom späteren Sieger Marquez kassiert. Auch Pedrosa drückte nun und konnte den Mallorquiner, der die Honda-Pace nicht mehr halten konnte, drei Runden vor Schluss erfolgreich passieren. Damit waren die Top-Positionen bezogen. Stefan Bradl sah nach einem einsamen Rennen als Sechster die Zielflagge. Mit seinem vierten Sieg in Folge baute Marquez seine Führung im Gesamtklassement weiter aus. Nach elf Läufen hatte Marquez 213 Punkte erreicht. Seine Verfolger Pedrosa und Lorenzo hielten bei 187 bzw. 169 Zählern.


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