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MotoGP - Rennanalyse: So schlitterte Bradl ins Debakel

Konstante Talfahrt

Der Grand Prix von Deutschland war ohne Zweifel das bitterste Rennen in der Karriere von Stefan Bradl. Seine Achterbahnfahrt der Gefühle in der Analyse.
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Motorsport-Magazin.com - Hoch gepokert, und verloren. So einfach lässt sich das MotoGP-Rennen von Stefan Bradl am Sachsenring zusammenfassen. Vor heimischem Publikum ging er volles Risiko und bewiese eine mächtige Portion Mut, aber Ende blieb er aber unbelohnt. Bradl war als einziger der Spitzenpiloten mit Slicks in der Startaufstellung gestanden und musste so nicht nach der Aufwärmrunde zum Motorradwechsel an die Box und von dort aus starten. So kam Bradl mit beinahe acht Sekunden Vorsprung aus der ersten Runde, der Sieg im Grand Prix von Deutschland schien zum Greifen nahe. Allerdings nur für kurze Zeit.

Der Umbau von Bradls Honda ging gründlich in die Hose - Foto: LCR Honda

Der Grund: Bradls Crew hatte beim Umbau von Regen- auf Trockensetup gepatzt, ein Teil und dadurch viel Zeit verloren, weshalb man am Vorderrad nicht mehr die nötigen Veränderungen vornehmen konnte. Somit stand Bradl mit einem Motorrad, das hinten auf trockene Bedingungen und vorne auf Regen abgestimmt war, in der Startaufstellung. Sein LCR-Honda-Team hatte ihm selbst die Entscheidung überlassen, noch auf sein Ersatzmotorrad zu wechseln oder den Poker mit dem suboptimal Bike einzugehen. Der Zahlinger entschied sich für die zweite Möglichkeit. Es war die falsche Wahl, wie sich rasch herausstellen sollte. "Zu Beginn habe ich gedacht, ich gewinne das Rennen. In Runde zwei habe ich aber gemerkt, dass das nicht passieren wird", meinte Bradl.

Wie unser Diagramm deutlich zeigt, war Bradl lediglich in der ersten Runde, in der Marquez aus der Box starten musste, schneller als der Weltmeister. Vom zweiten Umlauf holte dieser konstant auf den Deutschen auf, war nach sechs Runden an ihm vorbei und zog von da an unaufhaltsam davon, zwischenzeitlich war er auf dem kurzen Sachsenring um mehr als drei Sekunden schneller als Bradl.

Bradl hatte im Rennen nicht den Hauch einer Chance und kämpfte mit stumpfen Waffen. Zwei bis drei Sekunden pro Runde verlor er auf den späteren Rennsieger Marc Marquez, wodurch Fahrer um Fahrer an ihm vorbei gingen.

Zu Beginn habe ich gedacht, ich gewinne das Rennen.
Stefan Bradl

Von Platz eins beim Start wurde er bis auf den 16. Rang durchgereicht und konnte so nicht einmal einen einzigen Zähler für die Weltmeisterschaft einfahren. Aus den zu Beginn knapp acht Sekunden Vorsprung waren nach 30 Runden knapp 54 Sekunden Rückstand geworden. Eine richtige Watschn für den Bayer.


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