MotoGP - Rossi: Reifenwahl kostete Podium

Bike zum richtigen Zeitpunkt gewechselt

Valentino Rossis Reifenpoker in Assen wurde vom Regen verhindert. Möglicherweise kostete das den Italiener ein Podium.
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Motorsport-Magazin.com - Vor dem Start in Assen entschied sich Valentino Rossi zu einem riskanten Poker: Als die Strecke nach dem verregneten Moto2-Rennen wieder abzutrocknen begann, fuhr der Italiener auf Slicks in die Startaufstellung. Dann begann es allerdings für kurze Zeit wieder zu regnen und Rossi holte an der Box Regenreifen, weswegen er aus der Boxengasse starten musste. "Ich dachte in diesem Moment, es sei die richtige Entscheidung", so Rossi.

Dann begann die Strecke erneut abzutrocknen, worauf Rossi in der Boxengasse auf seine Maschine für trockene Verhältnisse sprang. "Ich war im Nassen ziemlich schnell, aber es gab eine Menge Verkehr und nach fünf oder sechs Runden habe ich das Bike gewechselt", schilderte der "Doktor". "Ich habe dabei keine Zeit verloren, das war wichtig für das Ergebnis." Nach einer Aufholjagd lief der neunmalige Weltmeister auf Platz fünf ein.

In einem normalen Rennen hätte ich sicher um das Podium kämpfen können
Valentino Rossi

"Es ist schade, denn ich war das Wochenende über konkurrenzfähig und fühlte mich wohl auf dem Bike. In einem normalen Rennen hätte ich sicher um das Podium kämpfen können", glaubt Rossi. Obwohl er sich auch im Nassen wohl fühlte, schaffte Rossi es nicht aufs Podium. "Aber es hätte schlimmer sein können, denn ich habe elf Punkte geholt." Nun liegt der Yamaha-Pilot gleichauf mit Dani Pedrosa auf Platz zwei der WM-Wertung. "Jetzt konzentriere ich mich darauf, beim nächsten Rennen auf dem Sachsenring stark zu sein", kündigte Rossi an.

Machte Lorenzo sein schwerer Sturz aus dem Vorjahr zu schaffen? - Foto: Milagro

Verständnis für Lorenzo

Rossis Teamkollege Jorge Lorenzo brachte in Assen nur einen blassen dreizehnten Platz zustande. "Es gibt keine Ausreden. Ich bin eines meiner schlechtesten Rennen in der MotoGP gefahren. Ich möchte mich bei meinen Fans und meinem Team entschuldigen", postete der Spanier nach dem Rennen auf Facebook und Twitter. Möglicherweise blockierten Lorenzo die Erinnerungen an seinen schweren Assen-Crash im Vorjahr. Rossi kann das völlig nachvollziehen: "Heute war es sehr gefährlich, besonders als ich auf Slicks rausgefahren bin. Jede Kurve ist gefährlich, denn wenn sie nur etwas feucht ist, stürzt du. Deshalb verstehe ich Jorge und dass er weiter zurücklag."

Rossi ist diese Situation nicht unbekannt. "Vielleicht hatte er wegen dem Sturz im letzten Jahr Angst und wollte nicht wieder stürzen. Ich habe mir mein Bein gebrochen [Mugello 2010], weil die Reifen kalt waren. Jedes Mal denke ich, dass ich vorsichtig sein muss, denn die Reifen sind neu und kalt."

Nach acht Rennen liegen Rossi und Pedrosa mit je 128 Punkten auf Platz zwei der Fahrer-Wertung - Foto: Repsol

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