MotoGP - Regenfreude und Regenfrust bei den Open-Fahrern

Regen, Setup und falsche Strategie

Scott Redding jubelte in den gemischten Bedingungen von Assen über Platz zwölf, während bei Nicky Hayden und Hiroshi Aoyama der Frust immer größer wurde.
von

Motorsport-Magazin.com - Scott Redding kann sich nach dem Assen GP als Sieger fühlen. Der Brite holte in seinem ersten Regenrennen in der MotoGP den zwölften Rang und wurde beste Production-Honda. Damit schob sich Redding in der Gesamtwertung an Nicky Hayden vorbei und liegt nun auf dem zwölften Gesamtrang. "Es fühlt sich gut an, bei so schwierigen Bedingungen die beste Open-Honda zu sein", freute sich der Brite.

Es fühlt sich gut an, bei so schwierigen Bedingungen, die beste Open-Honda zu sein.
Scott Redding

Dabei hatte er sein erstes Regenrennen etwas vorsichtig begonnen und bezeichnete sich selbst als etwas zu langsam. Als die Strecke immer trockener wurde, war Redding einer der Ersten, der sein Motorrad in der Box wechselte. "Im Trockenen war ich recht schnell", freute sich Redding, der sogar Jorge Lorenzo überholen konnte und über vier Sekunden vor dem Doppelweltmeister ins Ziel kam.

Abraham hadert mit der Strategie

Karel Abraham erlebte in Assen ein spektakuläres Rennen, das zu seinem Frust nur mit Position 14 zu Ende ging. In der chaotischen Startphase verpasste es seine Mannschaft, ihn auf zwei Sichtungsrunden zu schicken. Wie die meisten Fahrer setzte der Tscheche bei abtrocknenden Bedingungen aber auf die Regenreifen und wechselte später das Motorrad. "Mein Team hat während des Motorradwechsels wirklich gute Arbeit geleistet, aber wenn wir das zwei Runden früher getan hätten, hätten wir noch eine bessere Position einfahren können", ärgerte sich Abraham.

Wenn wir das zwei Runden früher getan hätten, hätten wir noch eine bessere Position einfahren können.
Karel Abraham

Zum Ende des Rennens lieferte sich der Honda-Pilot noch ein Duell mit der Werks-Yamaha von Jorge Lorenzo, zog schließlich aber den Kürzeren. Dennoch zog Abraham ein insgesamt gutes Fazit, obwohl er Scott Redding ziehen lassen musste und somit nur als zweitbeste Production-Honda ins Ziel kam. "Ich war in der Lage eine Menge Fahrer zu überholen und sie weit hinter mir zu lassen. Zudem konnte ich den Abstand zu Redding am Ende deutlich verkürzen", erzählte Abraham zu seinen rund fünf Sekunden Rückstand auf Redding.

Danilo Petrucci fuhr einen Punkt ein - Foto: Ioda Racing Project

Petrucci: Keine Kraft mehr für die Kupplung

Platz 15, ein Punkt und ein strahlender Danilo Petrucci - trotz schwierigem Start. Als die Lichter der Ampel ausgingen, tat es ihnen die ART von Petrucci gleich. Der Italiener konnte mit seinem verletzten Handgelenk die Kupplung nicht fest genug drücken, wodurch der Motor abstab. "Am Start war ich sehr erschrocken, weil ich die Kupplung nicht mit zwei Fingern halten konnte und das Motorrad ausging", erklärte Petrucci, dessen Motorrad durch die Hilfe eines Mechanikers aber wieder gestartet werden konnte.

Am Start war ich sehr erschrocken, weil ich die Kupplung nicht mit zwei Fingern halten konnte und das Motorrad ausging.
Danilo Petrucci

Trotz 20 Sekunden Rückstand griff Petrucci an und holte schnell auf die Gruppe vor ihm auf. Er kämpfte sich nach dem Motorradwechsel bis auf den 13. Platz nach vorne, musste zum Ende allerdings noch zwei Fahrer passieren lassen. "Unglücklicherweise wurden die Schmerzen in meinem Handgelenk zehn Runden vor dem Ende wieder sehr stark", erklärte Petrucci. Daher entschied der Italiener gemeinsam mit den Ärzten der Clinica Mobile, am Mugello-Test in der kommenden Woche nicht teilzunehmen, um wieder fit für das Rennen auf dem Sachsenring zu sein.

Aoyama zwischen Traum und Wirklichkeit

Es hätte das Rennen des Hiroshi Aoyama werden können, als er sich bei feuchten Bedingungen in der Startphase bis auf Rang acht nach vorne kämpfte. Am Ende reichte es nur zu Rang 16 und viel Frust. "Ich fühlte mich mit dem Regen-Setup sehr wohl, wir waren in der Lage, wirklich Druck zu machen und zu den Top-Leuten aufzuschließen", sagte Aoyama zur Startphase.

Wir waren in der Lage, wirklich Druck zu machen und zu den Top-Leuten aufzuschließen.
Hiroshi Aoyama

Sobald es aber abtrocknete und er sein Motorrad wechseln musste, war das gute Gefühl dahin. "Sobald ich auf das Motorrad mit Trockenabstimmung stieg, war das Gefühl schlechter und ich war nicht mehr so schnell wie gestern." Von diesem Moment an ging es Position um Position nach hinten und Aoyama musste sich mit dem undankbaren 16. Platz begnügen.

Nicky Hayden landete hinter Hiroshi Aoyama - Foto: Aspar

Hayden: Ein frustrierendes Wochenende

Ähnliche Probleme hatte auch Aoyamas Teamkollege Nicky Hayden zu verzeichnen, der auf Position 17 das Rennen beendete. Nach gutem Start überholte der Production-Honda-Fahrer sogar Stefan Brandl auf der Satelliten-Honda. Sobald allerdings die Strecke trocken wurde und Hayden auf sein anderes Motorrad wechselte, ging es nur noch zurück. "Als ich die Box verließ, fiel mir etwas Merkwürdiges bei der Beschleunigung auf", erklärte Hayden.

Dieses Wochenende war recht frustrierend für uns.
Nicky Hayden

Hinzu kamen Probleme mit der Front, die keinen Angriff nach vorne zuließen. "In den ersten beiden Runden nach dem Wechsel verlor ich eine Menge Zeit und Positionen." Auch das Trockensetup war nicht so gut wie erwartet, was die Rundenzeit weiter verschlechterte, weshalb Hayden letztlich ein ernüchterndes Fazit zog: "Dieses Wochenende war recht frustrierend für uns. Jetzt müssen wir uns auf Deutschland konzentrieren, um dort ein gutes Ergebnis zu erzielen und den faden Beigeschmack dieses Wochenendes zu vergessen."


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x