MotoGP - Open-Klasse: Piloten droht Horror-Wochenende

Ex-Weltmeister Hayden abgeschlagen

Für das Open-Quartett Aoyama, Hayden, Abraham und Petrucci verlief der Trainingsfreitag in Assen ernüchternd. Wirkliche Hoffnungen scheinen nicht vorhanden.
von

Motorsport-Magazin.com - Geteiltes Leid ist halbes Leid. Unter diesem Motto könnte der Trainingsfreitag der Open-Fahrer nach den ersten beiden Sessions im niederländischen Assen zusammengefasst werden. Das Aspar-Duo Hiroshi Aoyama und Nicky Hayden beendete den Arbeitstag trotz des Vorteils der extraweichen Reifen mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf den Zweiten Marc Marquez mit den Rängen sechzehn und siebzehn. Cardion AB-Pilot Karel Abraham reihte sich direkt dahinter auf Platz 18 ein. Danilo Petrucci belegte für sein Ioda-Racing Team den 22. und somit vorletzten Rang und rundete somit das bittere Abschneiden der niedrigsten Klasse der MotoGP 'angemessen' ab.

Aspar-Duo unisono: Vorstellung enttäuschend!

Sowohl Ex-Weltmeister Hayden als auch Aoyama zeigten sich von ihren Tagesergebnissen und vor allem dem deutlichen Rückstand enttäuscht. "Auf der einen Seite hatten wir Glück mit dem Wetter, denn zwei sonnige und trocken Sessions sind in Assen nicht gerade typisch", verrät der Japaner. Zwar gelang ihm bis zum zweiten Training eine Verbesserung des Fahrgefühls für die Frontpartie seiner Maschine, jedoch stimmte ihn auch dies nicht sonderlich zuversichtlich: "Es ist klar, dass wir uns enorm verbessern müssen, wenn wir hier etwas Zählbares mitnehmen wollen. Wir brauchen auf jeden Fall auch morgen gutes Wetter, um die Setup-Arbeit weiter nach vorne treiben zu können."

Die Verbesserungen des Fahrverhaltens meiner Maschine bis zum Nachmittag waren okay, aber nicht annähernd ausreichend
Nicky Hayden

Auch Hayden übt Kritik am Gesamtpaket: "Um ehrlich zu sein haben wir uns hier viel mehr ausgerechnet. Die Verbesserungen des Fahrverhaltens meiner Maschine bis zum Nachmittag waren okay, aber nicht annähernd ausreichend. Der Kurs hier ist sehr technisch, weswegen wir nun doppelt hart arbeiten müssen, um das Handling des Bikes perfekt hinzubekommen. Das einzig Positive heute war, dass das Wetter den ganzen Tag mitgespielt hat und ich mich nach meiner Verletzung schon wieder deutlich besser und frischer fühle.

Abraham mit Reifenproblemen, Petrucci nach Comeback nicht fit

Mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:35.925 Minuten lag Abraham als 18. nur knapp hinter dem Aspar-Duo und zeigte sich zudem mit seiner Maschine sehr zufrieden. Allerdings machten dem Tschechen permanent Reifenprobleme zu schaffen, die ihn am weiteren Wochenende massive Nachteile einbringen könnten. "Wir haben auf dem Hinterrad quasi permanent Wheelspin und bekommen diesen nicht unter Kontrolle. Wir verlieren in allen Kurvenausgängen massiv Zeit, vor allem auch, da wir kaum die Ideallinie halten können. Wir müssen dies sowohl für das Qualifying als auch für das Rennen in den Griff bekommen, sonst wird es ein schwieriges Wochenende für uns."

Danilo Petrucci gab nach knapp 50 Tagen Verletzungspause sein Comeback - Foto: Ioda Racing

Nach knapp 50 Tagen Verletzungspause gab Petrucci in Assen sein Comeback, hatte mit über drei Sekunden Rückstand auf die Spitze und dem vorletzten Platz jedoch wenig Grund zur Freude. In der ersten Session am Vormittag versuchte es der Italiener noch ohne Schmerzmittel, musste aber schnell einsehen, dass vernünftiges Fahren so nicht möglich sein würde. Da das operierte Handgelenk zudem noch nicht die vollständige Funktionalität erreicht hat, erfuhr der Polizist quasi ein doppeltes Handicap. "Ich freue mich sehr, endlich wieder auf dem Bike zu sitzen, jedoch enden hier auch schon die positiven Aspekte des Tages", gab er zerknirscht zu Protokoll. "Ich fühle mich einfach noch nicht wohl auf dem Bike und kann logischerweise auch nicht am Limit operieren, jedoch wollte ich unbedingt ausprobieren, ob es wieder klappt und zumindest konnte ich beide Freien Trainings durchfahren. Ich habe keine so große Lücke zur direkten Konkurrenz und wenn mein Arm und das Bike sich noch verbessern, kann ich vielleicht in den direkten Kampf mit ihnen einsteigen.


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x