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MotoGP - Favoriten-Check: Endet die Marquez-Serie?

Die Lücke schließt sich

Kann die Konkurrenz den Siegeslauf von Marc Marquez in Mugello stoppen? Die Chancen stehen so gut wie lange nicht mehr.
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Motorsport-Magazin.com - Ja, natürlich ist Marc Marquez der große Favorit auf den Rennsieg im Grand Prix von Italien. Doch der Weltmeister ist in Mugello von den unfassbaren Abständen die er in dieser Saison bereits auf seine Konkurrenten herausfahren konnte weit entfernt, sein Vorsprung ist geschrumpft. Durchaus möglich, dass am Sonntag die Siegesserie Marquez' endet und wir einen zweiten Saisontriumphator sehen. Wer für das oberste Treppchen in Frage kommt, erfahrt ihr im Favoriten-Check von Motorsport-Magazin.com:

Marc Marquez: Auch in Mugello wird der Weg zum Sieg nur über Marc Marquez führen. Der Führende in der Weltmeisterschaft befindet sich in bestechender Form, hat die ersten fünf Saisonrennen souverän gewonnen und alle sechs Pole Position in diesem Jahr geholt. Im Vorjahr erlebte er in Italien ein Horrorwochenende mit vier Stürzen, darunter einem Abflug bei gewaltigem Tempo auf der Start-Ziel-Geraden und dem einzigen Ausfall in einem MotoGP-Rennen. Doch Marquez scheint all das aus seinem Gedächtnis gestrichen zu haben und fährt ein bisher fehlerfreies Wochenende. Er wird nur ganz schwer zu biegen sein.

Das Wichtigste für mich hier ist nicht zu stürzen.
Andrea Iannone

Andrea Iannone: Er könnte zur ganz großen Sensation dieses Wochenendes werden - Andrea Iannone. Der Pramac-Pilot ließ in diesem Jahr, seinem zweiten in der Königsklasse, bereits mehrmals sein Talent aufblitzen, doch es fehlte immer ein kleines Stück für zählbare Erfolge. Das würde der Italiener vor heimischem Publikum in Mugello natürlich gerne ändern und im Qualifying lieferte er eine starke Darbietung. Nur 18 Hundertstel verlor er auf Polesetter Marc Marquez und stellte seine Ducati so auf den zweiten Startplatz. Im Zweikampf ist "The Maniac" ein Tier, das könnte ihm in dem zu erwartenden engen Rennen in die Hände spielen. Vorausgesetzt er sieht die Zielflagge, denn auch er selbst befürchtet, dass er vorzeitig aus dem Sattel fliegen könnte: "Das Wichtigste für mich hier ist nicht zu stürzen."

Jorge Lorenzo: Der Vizeweltmeister ist so etwas wie die Wundertüte der MotoGP-Saison 2014. Stellenweise zeigt er seine Klasse und es wird klar, warum sich dieser Mann bereits zwei Mal den Titel in der Königsklasse sichern konnte. In krassem Kontrast stehen seine Fehler wie der Sturz in Katar und der unglaubliche Fehlstart in Austin oder einfach enttäuschende Rennen wie in Le Mans. Doch Mugello war in den letzten Jahren stets Lorenzo-Land, drei Mal in Serie konnte der Mallorquiner den Grand Prix von Italien gewinnen. Die schnelle und flüssige Strecke kommt dem Fahrstil Lorenzos und der Charakteristik seiner Yamaha M1 entgegen, was sie auf dem Kurs in der Toskana zu einem bärenstarken Paket verschmelzen lässt. Einer Einheit, die vielleicht die größte Chance hat, das Package Marquez/Honda zu schlagen.

Dani Pedrosa: In den Trainingssessions am Samstag präsentierte sich Dani Pedrosa von seiner besten Seite und fuhr in beiden Einheiten die Bestzeit. Es schien, als könnte er seinem Teamkollegen Marc Marquez die Pole Position streitig machen, doch im Qualifying verlor er erneut mehr als drei Zehntel auf den Überflieger. Pedrosa hatte dabei allerdings Pech und versehentlich in ein falsches Motormapping geschalten, das ihm einige Pferdestärken kostete. Seine Qualifyingleistung ist also nur bedingt aussagekräftig und die Pace scheint insgesamt gut zu sein. An einem guten Tag könnte Pedrosa im Repsol-Honda-Stallduell zurückschlagen.

Valentino Rossi wird vor seinem Heimpublikum alles geben - Foto: Bridgestone

Valentino Rossi: Was für ein enttäuschendes Qualifying für Valentino Rossi. Ausgerechnet seinen 300. Grand Prix muss der Routinier aus dem zehnten Startplatz in Reihe vier in Angriff nehmen. Alles andere als eine ideale Ausgangsposition und dennoch darf man den Doktor nicht abschreiben. Erstens weil er in der Vergangenheit bereits bewiesen hat, zu welch beeindruckenden Aufholjagden er in der Lage ist und zweitens, weil diesem Mann auf der Strecke, wo er von 2002 bis 2008 sieben Siege in Serie feiern konnte, alles zuzutrauen ist. Auch ein Sieg von Startplatz zehn aus.

Die anderen Fahrer: Abgesehen von dem bereits genannten Quintett scheint kein Pilot ernsthafte Chancen auf einen Sieg in Mugello zu haben. Die Ducati-Werkspiloten Cal Crutchlow und Andrea Dovizioso boten zwar durchaus ansprechende Qualifyingleistungen, von der Pace ihres Markenkollegen Andrea Iannone waren sie allerdings ein Stück entfernt. Stefan Bradl startet nur von Rang neun aus und stellte selbst fest, dass er seinen vierten Platz aus dem Vorjahr nur sehr schwer wiederholen können wird. Die besten Chancen unter den Außenseitern hat da wohl noch Pol Espargaro, der trotz eines Sturzes im Qualifying mit 0,342 Sekunden auf Startplatz fünf steht.

Die Tipps der Redaktion

Maria Pohlmann: "Dieses Jahr ist es anders" - Ja, das haben Jorge Lorenzo und Valentino Rossi wohl richtig festgestellt. Marc Marquez ist auch auf der Strecke, auf der er in seiner Rookie-Saison noch Schwächen zeigte, unschlagbar. Die Zeiten liegen dieses Mal zwar etwas enger beieinander, aber so wie es scheint, ist Marquez auch noch lange nicht an seinem Leistungslimit. Leider wird wieder einmal nichts am Dauerbrenner vorbeiführen. Marquez zum Sechsten, da können sich auch Mugello-Dreifachsieger wie Lorenzo und Publikumslieblinge wie Rossi nur dahinter einreihen.

Marias Top-3-Tipp: 1. Marquez, 2. Lorenzo, 3. Rossi

Schafft Andrea Iannone die Sensation? - Foto: Milagro

Michael Höller: Ohne einen Sturz wie im Vorjahr kann nichts und niemand Marquez am Sonntag von sechsten Sieg abhalten. Es wird diesmal aber enger und Dani Pedrosa wird lange mithalten können. Platz drei ist das größte Rätsel: Hält Lorenzo die Reifen über die Renndistanz am Leben? Kann Ducati den Topspeed-Vorteil ausspielen? Trumpft der hochmotivierte Doktor auf?

Michaels Top-3-Tipp: 1. Marquez, 2. Pedrosa, 3. Rossi

Samy Abdel Aal: Ich bin zwar eigentlich Realist, jedoch ist manchmal auch ein wenig Risiko ganz lustig. Marc Marquez' Serie von fünf Siegen in Folge wird am Sonntag von Teamkollege Dani Pedrosa beendet. Mit Rang zwei sichert der WM-Leader jedoch problemlos seine Führung im Gesamtklassement. Als Dritter rehabilitiert sich Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo ein wenig und schlägt somit Teamkollege Rossi in dessen 'Wohnzimmer'.

Samys Top-3-Tipp: 1. Pedrosa, 2. Marquez, 3. Lorenzo

Nico Pappelau: Ich gehe volles Risiko und tippe Rossi auf Sieg! Er steht zwar nur auf Platz zehn in der Startaufstellung, doch darf man ihn im Rennen nie unterschätzen, speziell in Mugello nicht. Es wird sicher ein enger Kampf, immerhin sind die Top-10 innerhalb von 0,6 Sekunden. Darauf gründet mein Tipp: Im Zweikampf ist Rossi einfach immer noch sehr stark und vor heimischem Publikum wird der "Doktor" besonders motiviert sein.

Nicos Top-3-Tipp: 1. Rossi, 2. Marquez, 3. Pedrosa

Markus Zörweg: Eine Triumphfahrt wird der Grand Prix von Italien für Marc Marquez nicht werden. Ich gehe davon aus, dass er zu Beginn gegen eine Vielzahl von Gegnern kämpfen wird müssen wie schon lange nicht mehr. Am Ende wird der Weltmeister aber wohl doch wieder das bessere Ende für sich haben. Das gilt nicht für Rang zwei, dort sehe ich nämlich Überraschungsmann Andrea Iannone. Am Topspeed seiner Ducati wird sich auch Yamaha-Ass Valentino Rossi die Zähne ausbeißen, der durch den dritten Platz in seinem Jubiläumsrennen aber doch noch Grund zur Freude haben wird.

Markus Top-3-Tipp: 1. Marquez, 2. Iannone, 3. Rossi


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