MotoGP - Le Mans: Strecke & Statistik

Frag nicht nach Sonnenschein

Von Südspanien geht es nach Frankreich: Die MotoGP gastiert an geschichtsträchtigem Ort, nämlich in Le Mans. Im Vorjahr war Dani Pedrosa auf Honda unantastbar.
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Motorsport-Magazin.com - Jedes Jahr wird das Rennen in Frankreich von der Frage dominiert: Regnet es und wenn ja, wann, wie lange und wie stark? Das MotoGP-Event auf dem 1969 erbauten und 2008 modifizierten Circuit Bugatti gilt quasi als Garantie für Wasserschlachten. Nur wenige MotoGP-Wochenenden in Le Mans gingen in den vergangen Jahren komplett trocken über die Bühne.

Das Wahrzeichen von Le Mans: Der Dunlop-Bogen - Foto: Andrew Northcott

Die 4,185 Kilometer lange Strecke ist ein klassischer Stop-and-Go-Kurs, bietet aber gerade dank seiner vielen harten Bremszonen in der Regel immer sehr spannende Rennen. Der Kurs wird im Uhrzeigersinn befahren, ist 13 Meter breit und hat neun Rechts- und vier Linkskurven. Die längste Gerade misst 674 Meter. Die berühmteste Kurve ist die bergabführende Spitzkehre "La Chapelle", die auf die Schikane unter dem Dunlop-Bogen folgt. Weitere bekannte Kurven sind die "Museum"-Haarnadel und die Schikane am Ende der Runde.

Die Ehre des Rekordsiegers in Le Mans teilen sich die Yamaha-Teamkollegen Valentino Rossi und Jorge Lorenzo, die jeweils drei Mal auf dem Circuit Bugatti triumphieren konnten. Doch auch mit Honda-Pilot Dani Pedrosa ist in Frankreich zu rechnen: Der Spanier fuhr im vergangen Jahr allen davon und hält außerdem den Pole- und den Runden-Rekord. In den vergangen Jahren jubelten die französischen Fans am meisten für Randy de Puniet. Als Suzuki-Testfahrer ist de Puniet dieses Jahr nicht mit von der Partie. Nun muss Open-Pilot Mike Di Meglio in der MotoGP die Kohlen für Frankreich aus dem Feuer holen. Mit Johann Zarco haben die Fans einen vielversprechenden Lokalmatadoren in der Moto2 am Start sowie Louis Rossi, der 2012 als Moto3-Pilot in Le Mans sein erstes Rennen gewinnen konnte. In der Moto3 gibt es ebenfalls drei französische Starter: Jules Danilo, Alexis Masbou und Louis Rossi.

Wer wird König von Frankreich?

In Le Mans muss man grundsätzlich mit allem rechnen. 2013 war das beste Beispiel dafür. Der als Regenhasser verschriene Honda-Pilot Dani Pedrosa fuhr ungefährdet voraus, während Jorge Lorenzo große Reifenprobleme hatte und Valentino Rossi und Stefan Bradl trotz Stürzen noch das Ziel erreichten. Auch ein Flag-to-Flag-Rennen mit Motorrad-Wechsel liegt aufgrund der wechselhaften Bedingungen im Bereich des Möglichen. Zuletzt griff die Regel, die den Motorrad-Tausch ermöglicht, 2009, als Jorge Lorenzo seinen ersten MotoGP-Sieg in Frankreich feierte. Der Circuit Bugatti gilt wegen seiner Stop-and-Go-Charakteristik als Honda-Strecke, doch darf man Yamaha hier nie unterschätzen. Auch Ducati darf sich hier Chancen ausrechnen, denn sollte es regnen, stehen die Chance für das rote Team deutlich besser. Im Vorjahr konnte sich Andrea Dovizioso lange auf Platz drei halten und wurde erst in den letzten Runden von Marc Marquez auf Rang vier verdrängt.

Die Statistik

Le Mans trug bereits 1969 zum ersten Mal den Großen Preis von Frankreich der MotoGP, damals noch 500ccm-Weltmeisterschaft, aus und war schon oft Schauplatz historischer Ereignisse. Nach dem schweren Unfall von Alberto Puig 1995 fiel das Rennen allerdings aus dem Kalender.

Das große Duell: Valentino Rossi greift 2012 Casey Stoner an - Foto: Bridgestone
Erst im Jahr 2000 wurde der Große Preis von Frankreich wieder in Le Mans ausgetragen und bescherte Alex Criville seinen letzten Sieg. Auch Suzuki feierte in Le Mans den bislang letzten MotoGP-Sieg, als Chris Vermeulen 2007 durch den Regen tanzte und den einzigen Triumph seiner MotoGP-Karriere sicherstellte. Lebhaft in Erinnerung ist den Fans auch das Duell von Valentino Rossi mit Casey Stoner im Jahr 2012, als Rossi den Australier in der letzten Runde schlug und sein bestes Ducati-Ergebnis erzielen konnte.

MotoGP-Rekorde Le Mans
Im Kalender 1969-70, 76, 79, 83, 85, 87, 89-90, 94-95, seit 2000 (25 Rennen)
KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Jorge Lorenzo und Valentino Rossi (3)
Rundenrekord: 1:33.617 (Dani Pedrosa 2011)
Quali-Rekord: 1:32.647 (Dani Pedrosa 2008)
Top-Speed: 309.1 km/h (Hector Barbera 2012)

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