MotoGP - Freud und Leid bei Ducati

Dovizioso bremst sich ins Glück

Während Andrea Dovizioso im Qualifying von Jerez in die zweite Reihe fuhr, blieb den restlichen Ducati-Piloten nur eine Menge Frust und das Aus in Q1.
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Motorsport-Magazin.com - Nach seiner Qualifying-Zeit von 1:39.222 Minuten in Jerez strahlte Andrea Dovizioso über beide Ohren. "Ich bin sehr zufrieden über Platz sechs und die zweite Startreihe", jubelte der Ducati-Pilot. "Eine 39.2 ist bei diesen heißen Bedingungen sehr gut für uns." Wie alle anderen Piloten kämpfte auch der Ducati-Mann mit den schnell abbauenden Reifen. "Ich war froh, dass ich meine Rundenzeit mit dem zweiten Satz gleich in der ersten Runde fahren konnte." Positiv stimmte den Italiener, dass sein Motorrad perfekt reagierte und immer im richtigen Moment die Pace stimmte.

Letztes Jahr fuhr ich hier eine 38.9 und nun bin ich eine Sekunde davon entfernt. Aber genau da stehen wir im Moment.
Cal Crutchlow

Ganz anders bei Teamkollege Cal Crutchlow, der bei seinem ersten Rennen nach den schweren Verletzungen bereits am Einzug in Q2 scheiterte. "Letztes Jahr fuhr ich hier eine 38.9 und nun bin ich eine Sekunde davon entfernt. Aber genau da stehen wir im Moment", zeigte sich der Ducati-Pilot etwas frustriert.

Der Brite war sich darüber im Klaren, dass ihm ein paar Zehntel zu Teamkollege Dovizioso fehlten. Genau diese paar Zehntel sei Nicky Hayden langsamer als Dovizioso gewesen und hätte damit als Sieger von Q1 den Sprung ins zweite Segment geschafft. Allerdings seien diese paar Zehntel für Crutchlow im entscheidenden Moment nicht möglich gewesen. Seine Verletzungen wollte der Brite aber nicht vorschieben. "Über die Renndistanz wird es sicherlich hart, aber ehrlich gesagt fühle ich mich körperlich auf dem Bike nicht so schlecht und denke nicht, dass es mich so sehr hindert", verriet Crutchlow, der zugab, nach drei Wochen Pause aber noch etwas eingerostet und zögerlich zu sein.

Eng, enger, Jerez

"Es war ein schwieriger Tag für mich und Ducati insgesamt", resümierte Crutchlow, nachdem Dovizioso als einzige Ducati an Q2 teilnehmen konnte. "Dovi hat ein großartiges Qualifying gezeigt und alles richtig gemacht. Er steht in der zweiten Reihe, aber wir hatten bei diesen Bedingungen ein schwieriges Paket und dafür hat er sehr gut gemacht", gab es Lob von Crutchlow.

Dovi hat seine Rundenzeit wie immer beim Bremsen geholt, das ist nicht mein Fahrstil. Zudem bin ich noch schwach und das Bremsen fällt mir schwer.
Cal Crutchlow

Dovizioso selbst war etwas überrascht, als einzige Ducati so weit vorne zu stehen. "Ich hatte mir schon mehr von den anderen Ducati-Piloten vorne erwartet. Sicherlich nicht von Cal, denn mit seinen Schmerzen ist es schwierig", so der Italiener. "Ich war in der Lage, das Motorrad richtig zu nutzen."

Verantwortlich dafür: Doviziosos Fahrstil: "Dovi hat seine Rundenzeit wie immer beim Bremsen geholt, das ist nicht mein Fahrstil. Zudem bin ich noch schwach und das Bremsen fällt mir schwer", erklärte Crutchlow. Das sei schon immer die Stärke des Italieners gewesen und nun sei dies noch mit der Stärke der Ducati vereint. "Wir müssen den Grip des Bikes verbessern, damit wir auch meine Stärken nutzen können - den Kurvenspeed." Aktuell würden die Räder der Ducati so stark durchdrehen, dass Crutchlow kaum Speed aus der Kurve mitnehmen könne. Mit ähnlichen Problemen würden auch Fahrer wie Andrea Iannone oder Michele Pirro kämpfen, obwohl laut Crutchlow seit dem Freien Training eine massive Verbesserung zu erkennen war.

Unerklärliche Lücke

Im Rennen rechnet Dovizioso damit, dass die Spitzengruppe um Marc Marquez, Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Valentino Rossi davonziehen wird. "Danach gibt es eine große Gruppe und dort sind wir dabei", so der Italiener. Allerdings gilt es zu jeder Zeit, die Reifen im Blick zu behalten. "Das Rennen wird sehr schwierig, denn der Reifenabbau bei diesen Bedingungen ist unglaublich." Seiner Meinung nach wird der bessere Umgang mit der Front die Entscheidung über Erfolg oder Niederlage bringen. "Wer also sanft und konstant im Rennen fährt, wird den Unterschied machen."

Das Rennen wird sehr schwierig, denn der Reifenabbau bei diesen Bedingungen ist unglaublich.
Andrea Dovizioso

Wobei es zunächst gilt, nicht schon in den ersten Kurven zu viel Boden zu verlieren, was den guten Startplatz umso wertvoller macht. "Jerez ist ein enger Kurs und in den ersten Runden kannst du eine Menge Zeit verlieren, wenn du nicht an der Spitze startest", überlegte er. Trotz guter Startposition bleiben aber einige Sorgenfalten für das Rennen. Die Pace sei noch nicht wirklich da und nach einigen Runden sei ein zusätzlicher Leistungsabfall zu erwarten. "Wenn es dann noch heiß ist, erschwert das unsere Situation zusätzlich."


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