MotoGP - Open-Klasse einig: Strecke ein Reifenfresser

Abraham Best of the Rest

Für die Open-Piloten liefen die Trainings der MotoGP auf der Strecke in Rio Hondo erwartungsgemäß schwierig. Karel Abraham überzeugte dennoch. Aspar floppte.
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Motorsport-Magazin.com - Die Open-Piloten hatten beim Trainingsauftakt zum dritten MotoGP-Rennen der Saison im argentinischen Termas de Rio Hondo einen schweren Stand. Überflieger Aleix Espargaro ausgenommen, platzierte sich Karel Abraham als Dreizehnter als 'Best of the Rest'. Für den Cardion-AB-Pilot bedeutete dies ein starkes Resultat - ganz im Gegensatz zum Fünfzehnten Nicky Hayden. Der Ex-Weltmeister kommt nach seinem Wechsel zu Aspar nach wie vor nicht in Tritt und kassierte bereits 3,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Ebenfalls schwierig liefen die Freien Trainings für Danilo Petrucci. Der Ioda-Pilot kämpfte permanent mit Reifenproblemen und belegte lediglich den neunzehnten Tagesrang. Noch schlechter erwischte es Gresini-Pilot und Moto2-Vizeweltmeister Scott Redding. Auf seinem Honda-Production-Racer lief für den Engländer wenig zusammen. Lediglich Rang 22 stand so letztlich zu Buche. Einen Tag zum Vergessen erlebte der zweite Aspar-Pilot Hiroshi Aoyama. Mit über vier Sekunden Rückstand auf die Spitze belegte der Japaner lediglich den letzten Platz.

Gelungener Tag für Karel Abraham

Cardion-Pilot Karel Abraham mauserte sich als Tages-Dreizehnter hinter dem außer Konkurrenz fahrenden Aleix Espargaro zum zweitbesten Open-Piloten auf dem Kurs in Rio Hondo. Mit der persönlichen Bestzeit von 1:42.348 Minuten lag er lediglich knapp drei Sekunden hinter Pace-Setter Marc Marquez zurück und sogar knapp drei Zehntelsekunden vor Ex-Weltmeister Nicky Hayden auf der Open-Aspar-Honda. Trotz des weitestgehend verlorenen Trainings am Morgen fällt das Tagesfazit des Tschechen rundum positiv aus.

Unsere Probleme am Morgen auf der extrem rutschigen Strecke waren wirklich gravierend
Karel Abraham

"Unsere Probleme am Morgen auf der extrem rutschigen Strecke waren wirklich gravierend. Da diese zudem auch noch extrem dreckig war, war es quasi unmöglich, ernsthaft an einem stimmigen Setup zu arbeiten", offenbart Abraham die gängigen Probleme des gesamten Feldes. Wie viele andere Piloten auch reduzierte er daher seine Testarbeit, auch um Reifen für den Rest der Trainings zu sparen. "Es war absolut die richtige Entscheidung, denn so hatten wir am Nachmittag mehr Pneus, als die Tests sinnvoller und aussagekräftiger waren. Einige Piloten haben morgens zu viele Reifen verschlissen und konnten mittags nicht mehr mithalten. Ich denke, wir können uns morgen sogar weiter verbessern."

Hayden mit gebrauchten Reifen abgeschlagen

Für Ex-MotoGP-Weltmeister Nicky Hayden reichte es trotz Rang neun im allerdings weniger aussagekräftigen ersten Freien Training letztlich nur für Tagesrang 15. Um auf der aggressiven Strecke Reifen zu sparen, testete der Aspar-Pilot am Nachmittag jedoch ausschließlich auf gebrauchten Reifen, steigerte seine Bestzeit dennoch um rund zwei Sekunden auf 1:42.621 Minuten.

Der Grip war hier heute wirklich sehr schlecht, was jedoch bei einer neuen Strecke logisch ist
Nicky Hayden

"Der Grip war hier heute wirklich sehr schlecht, was jedoch bei einer neuen Strecke logisch ist", resümiert Hayden, der sich vor allem darauf konzentrierte, auf dem noch unbekannten Kurs eine gefühlsmäßig passende Abstimmung für das Rennen zu finden. "Wir haben heute Mittag leider leistungstechnisch etwas stagniert, da die Zeit zwischen den Sessions nicht genug war, das Setup entsprechend anzupassen. Immerhin haben wir das Schalten durch die Gänge etwas vereinfacht bekommen und so einen besseren Fahrfluss erzielt, der uns morgen hinsichtlich von Verbesserungen entgegen kommen sollte."

Petrucci verzweifelt am 'Reifen-Fresser-Kurs' Rio Hondo

Bitter verlief der Trainingsfreitag für IodaRacing-Project-Pilot Danilo Petrucci. Der Italiener kam auf seiner ART nicht über die neunzehntbeste Zeit von 1:43.151 Minuten hinaus und hatte dabei knapp 3,8 Sekunden Rückstand zur Spitze. Vor allem der extrem hohe Reifenverschleiß auf dem erstmals in der MotoGP befahrenen Kurs machte Petrucci schwer zu schaffen. "Die Strecke ist zweifellos großartig, jedoch hat sie für meinen Geschmack zu viele kleine Schlaglöcher, eine unebene Oberfläche und rauen Asphalt."

Ich konnte den extra-weichen Reifen für die Open-Klasse nicht einsetzen wie erhofft, denn er ging einfach zu schnell kaputt
Danilo Petrucci

Um diesen Gegebenheiten gerecht zu werden, musste Petrucci hauptsächlich auf die harten Reifen zurückgreifen. Die leistungsschwächeren Open-Maschinen, die diese nicht so schnell und einfach auf Temperatur bringen wie die meisten Werks- und Satelittenmaschinen, erfuhren seiner Meinung nach somit einen weiteren Nachteil. "Ich konnte den extra-weichen Reifen für die Open-Klasse nicht einsetzen wie erhofft, denn er ging einfach zu schnell kaputt. Auch die weichen Reifen gehen noch zu schnell kaputt und für das Rennen sehe ich so im Moment wirklich schwarz. Ich hoffe auf deutlich Verbesserungen bis zum Sonntag."

Redding nach Setup-Problemen abgeschlagen

Harte Lernstunde für MotoGP-Neuling Scott Redding. Auf seinem Honda-Production-Racer reichte es mit der Bestzeit von 1:43.162 Minuten lediglich zu Rang 22. Nach Platz elf am Morgen steigerte Redding auf der immer schnelleren Strecke zwar seine Zeit, wurde aufgrund eines unstimmigen Setups jedoch gnadenlos durchgereicht. "Der Tag hat mit Platz elf in der ersten Session eigentlich gut angefangen, jedoch ging es danach leider rapide bergab", konstatiert Redding.

Wir wissen immer noch nicht, mit welchen Pneus wir das Rennen angehen werden und ich bereite mich auf ein langes und hartes Wochenende vor
Scott Redding

Nach mehreren Versuchen, eine Verbesserung der Einstellungen seiner Honda zu erzielen, gab es zwar keine deutliche Steigerung mehr, jedoch wisse das Team nun, in welche Richtung die Entwicklung am Samstag gehen müsse. "Die Situation ist nach wie vor kompliziert, aber schon deutlich klarer. Allerdings haben wir auch noch die Baustelle mit den Reifen, die uns noch einige Probleme bereiten wird. Wir wissen immer noch nicht, mit welchen Pneus wir das Rennen angehen werden und ich bereite mich auf ein langes und hartes Wochenende vor."

Aoyama Setup- und Reifen-technisch im Nirgendwo

Aspar-Pilot Hiroshi Aoyama erlebte zum Auftakt des Argentinien-Wochenendes einen regelrechten Alptraum. Nach Rang fünfzehn im ersten Freien Training fiel der Japaner in der zweiten Session mit seiner besten Rundenzeit von 1:43.347 Minuten auf den letzten Rang zurück. Setup-Veränderungen brachten dabei nicht den gewünschten Erfolg, zudem kam sein Honda-Procution-Racer quasi mit keinem Reifentyp auf der rauen Strecke richtig klar.

Die Strecke war natürlich dreckig, aber ich habe auch so in keiner Kurve richtig Grip gehabt
Hiroshi Aoyama

"Die Strecke war natürlich dreckig, aber ich habe auch so in keiner Kurve richtig Grip gehabt. Das Setup hat einfach noch nicht gepasst und ich hatte ein ganz schlechtes Gefühl auf dem Bike." Zwar erhofft sich Aoyama Verbesserungen, gibt sich angesichts der Probleme mit den Reifen allerdings wenig optimistisch. "Wir haben Zweifel bezüglich sämtlicher Variationen, denn keine hat so richtig funktioniert. Das wird ein hartes Wochenende und ich hoffe, dass es zumindest etwas aufwärts geht morgen."


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