MotoGP - Rainey: Marquez denkt nicht nach

Es macht Spaß, ihm zuzusehen

Wayne Rainey war beim Texas-Grand-Prix in Austin zu Gast im Fahrerlager und verschaffte sich direkt vor Ort einen Eindruck von Überflieger Marc Marquez.
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Motorsport-Magazin.com - Weltmeister Marc Marquez wird derzeit von allen Seiten mit Lob überschüttet. Fahrerkollegen, Fans, Journalisten und ehemalige Piloten sind begeistert vom Mann mit der Nummer 93. Nun stimmt auch Wayne Rainey, selbst dreifacher Weltmeister in der Königsklasse, in die Jubelgesänge mit ein: "Marquez leistet großartige Arbeit und es macht Spaß, ihm zuzusehen. Ich glaube, dass er direkte Duelle und den Kampf um Positionen liebt, egal wer seine Gegner sind. Die Jungs gegen die ich damals gefahren bin waren übrigens sehr ähnlich. Ich denke er ist einfach noch sehr jung, sprüht vor Energie und das kann man eben in seinem Fahrstil erkennen."

Er ist sehr jung, sprüht vor Energie und das kann man in seinem Fahrstil erkennen.
Wayne Rainey

Marquez' größte Stärke sieht Rainey in seiner jugendlichen Unbekümmertheit. "Er denkt wohl beim Fahren nicht so viel nach und reagiert einfach auf das, was er auf dem Motorrad fühlt und was die Piloten um ihn herum machen. Man hat es in Austin gesehen, als er auf der letzten Runde in der letzten Kurve fast ausgerutscht wäre. Das war ein kleiner Aussetzer, aber die Fahrer sind dort draußen einfach am Limit", erklärte er im Gespräch mit Crash.net.

Mehrere schwerwiegende Aussetzer leistete sich zuletzt Jorge Lorenzo. In Katar stürzte er im Rennen in Führung liegend, in Austin legte er einen unfassbaren Frühstart hin. Rainey, der nach seinem Karriereende als Teammanager bei Yamaha gearbeitet hatte, redete mit dem spanischen Werkspiloten über dessen bisherigen Saisonverlauf und erkannte erstaunliche Parallelen zu seiner aktiven Zeit: "Am Samstag habe ich mit Jorge über die Probleme mit seinem Bike gesprochen und es sind dieselben Schwierigkeiten die wir hatten, als ich gefahren bin."

Sehnsucht nach dem Rennsport

Raineys Karriere fand 1993 beim Grand Prix von Italien in Misano ein jähes Ende. Auf dem Weg zu seinem vierten 500ccm-Weltmeistertitel in Serie stürzte er im Rennen in Führung liegend und brach sich den sechsten Brustwirbel. Seitdem ist er querschnittsgelähmt. Dennoch schlägt sein Herz auch mehr als zwei Jahrzehnte später noch für den Rennsport: "Mir fehlt das Fahren. Ich sehe immer noch die Leidenschaft in diesem Sport, wenn ich die Leute bei der Arbeit beobachte oder die Fahrer reden höre. Natürlich kann ich den Sport nicht mehr ausüben, aber ich werde ständig daran erinnert warum ich es gemacht habe. Obwohl mein Karriereende 20 Jahre her ist und sich die Serie und die Technologie weiterentwickelt haben, ist das Racing immer noch das gleiche."


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