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MotoGP - Die MotoGP-Asse im Favoriten-Check

So stark sind Marquez, Lorenzo & Co. drauf

Hält die Fitness von Marquez? Kann Lorenzo seine Probleme lösen? Überrascht Espargaro im Rennen doch noch? Die Top-10 im Check:
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Motorsport-Magazin.com - Die Gruppe der Favoriten und Podiumskandidaten für den Katar Grand Prix ist nach dem spannenden Qualifying lang. Wie groß der Vorteil von vier Litern mehr Sprit und weicheren Reifen für die Open-Fahrer und Ducati ist, wird sich ohnehin erst am Sonntag zeigen. Im Favoriten-Check beleuchten wir diesmal die Top-10 der Startaufstellung.

Marquez war im Qualifying wieder voll da - Foto: Repsol Honda

Marc Marquez: Der angeschlagene Weltmeister hielt sich nur im ersten Training zurück. In den Sessions zwei bis vier reihte er sich zweimal auf P5 und einmal auf P2 ein. Im Qualifying schlug er eiskalt und überraschend zu. Ist er am Sonntag zu stoppen? Wenn, dann nur durch die Verletzung, die ihm vor allem in der zweiten Rennhälfte ein wenig zusetzen könnte. "Es wird hart für mich, weil ich bei so vielen Runden noch rasch müde werde", sagte Marquez. Das könnte der einzige Grund sein, wieso der Champion nicht siegfähig sein sollte. Die Honda funktioniert, dass er über den nötigen Kampfgeist verfügt, steht außer Frage.

Alvaro Bautista: Der Gresini-Pilot zählt zu den ganz heißen Anwärtern auf den Sieg beim Saisonauftakt. Bautista war in jeder Session vorne mit dabei, oftmals bester Factory-Fahrer und bestätigte damit seine ausgezeichneten Leistungen aus den Testfahrten in der Winterpause. Im Qualifying musste er sich Marquez nur um 57 Tausendstel geschlagen geben. Dieser befürchtet allerdings aufgrund seiner Verletzung einen Leistungsabfall gegen Rennende. Sollte Bautista zu diesem Zeitpunkt noch mit ihm an der Spitze liegen, wäre das die große Chance auf seinen ersten MotoGP-Erfolg.

Bradley Smith: Zum ersten Mal in seiner Karriere steht Bradley Smith in der ersten Reihe. Bislang präsentierte er sich klar als der stärkste Pilot auf einer Factory-Yamaha und war in drei der vier Trainings Schnellster seiner Fraktion. Im Rennen wird es dennoch schwer, denn die M1 weist vor allem beim Top-Speed deutlichen Rückstand (zwischen 4 und 6 km/h) auf Ducati und Honda auf. Dass er über die nötige Ellbogenqualität im Kampf um das Podest verfügt, muss der letztjährige Rookie auch erst beweisen.

Wundertüte Ducati: Was kann die Desmosedici im Renntrimm? - Foto: Milagro

Andrea Dovizioso: Von Startplatz vier aus geht Andrea Dovizioso ins Rennen, so weit vorne sah man den Ducati-Fahrer zuletzt im Vorjahr in Mugello. Nach Anlaufschwierigkeiten am Donnerstag kam der Italiener immer besser in Fahrt und arbeitete sich an die Spitze heran. Doviziosos großes Ass im Ärmel: Als einziger der ersten Sieben hat verfügt er über die Vorteile der Open-Piloten. Eine Tatsache, die möglicherweise das Rennen zu seinen Gunsten entscheiden könnte.

Jorge Lorenzo: Was für ein schwieriges Wochenende für den Vizeweltmeister. Selten sah man Lorenzo derart verbittert und ratlos. Der Mallorquiner kommt auf seiner Yamaha M1 mit den neuen Bridgestone-Pneus einfach nicht zu Rande. Startplatz fünf ist in Anbetracht der Tatsachen wohl das Maximum des Möglichen für Lorenzo gewesen. Eine große Aufholjagd im Rennen wirkt unwahrscheinlich, eine Podiumsplatzierung wäre als Erfolg zu werten.

Dani Pedrosa: Der kleine Mann aus Sabadell bestritt bisher ein unauffälliges Wochenende. Sein Rückstand im Qualifying hielt sich mit knapp zwei Zehnteln noch in Grenzen, Startplatz sechs ist ebenfalls okay. Die Honda läuft in Katar gut, das haben Marquez und Bautista eindrucksvoll bewiesen. Pedrosa ist mittlerweile ein Routinier und weiß, was er im Rennen zu tun hat. Ein Platz unter den ersten Drei ist ihm definitiv zuzutrauen.

Stefan Bradl sieht viele Fahrer auf gleicher Pace - Foto: Milagro

Stefan Bradl: 12, 7, 8, 9 - so lauteten Bradls Platzierungen im Training. Am Sonntag geht er von P7 ins Rennen und sollte im Renntempo zumindest mit den Yamaha mithalten können. Bradl selbst rechnet mit einer großen Führungsgruppe. "Es hat sich schon in den Trainings gezeigt, dass viele Fahrer den gleichen Rhythmus fahren. Ich glaube, dass wir eine große Gruppe haben werden", sagte Bradl. Außenseiterchancen auf ein Podium sind da, denn die Honda dürfte das beste Motorrad in Katar sein.

Cal Crutchlow: Verglichen mit seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso, der bereits ein Jahr Erfahrung auf der Desmosedici hat, scheint sich Ducati-Neuzugang Cal Crutchlow in Katar noch nicht so wohlzufühlen. Startplatz acht ist in Ordnung, weiter nach vorne wird es für ihn aber wohl nicht gehen. Eher muss der WM-Fünfte des Vorjahrs aufpassen, nicht hinter Valentino Rossi, Andrea Iannone oder die Espargaro-Brüder zurückzufallen und so die Top-Ten zu verpassen.

Aleix Espargaro: Nach drei Trainings-Bestzeiten schossen die Erwartungen an den Open-Primus in die Höhe. Und Espargaro versagten im Qualifying die Nerven. Von P9 wird es schwierig, in den Kampf um die Podestplätze einzugreifen. Beim Topspeed fehlen der Open-Yamaha auf die Schnellsten rund 15 km/h. Die großen Unbekannten sind allerdings die vier Liter mehr im Tank und die weicheren Reifen. Pokert Espargaro könnte das in der Schlussphase aufgehen oder eben komplett in die Hose.

Qualifyings zählten noch nie zu Rossis Stärken - Foto: Milagro

Valentino Rossi:Der 35-jährige Italiener kam in keinem Training über Platz 7 hinaus. Im Qualifying folgte der Absturz auf Rang 10, obwohl der neunmalige Weltmeister nur 0.589 Sekunden auf Marc Marquez verlor. Was wird im Rennen passieren? "Wir müssen auf alles gefasst sein und das Unerwartete erwarten", so Rossi. Das Feld liegt eng zusammen, doch an Zweikampfstärke mangelt es dem Doktor für gewöhnlich nicht.

Die Tipps der Redaktion

Michael Höller: An Marc Marquez führt kein Weg vorbei. Mit Schmerzmittel in den Venen, dem lodernden Feuer in den Augen und dem Killerinstinkt unter dem Helm wird er sein lädiertes Bein erst nach den 22 Runden wieder spüren. Dahinter folgen mit Dani Pedrosa und Alvaro Bautista zwei weitere Honda-Fahrer, denn die RC213V läuft in Katar am besten. Gefahr für das spanische Trio sehe ich am ehesten noch von Ducatis Andrea Dovizioso, denn Yamaha fängt sich am Renn-Sonntag nicht mehr.

Michaels Tipp: 1. Marquez, 2. Pedrosa, 3. Bautista

Nico Pappelau: Die Performance von Marc Marquez im Qualifying hat wohl jeden überrascht. Ich glaube jedoch, dass der angeschlagene Champ im Rennen nicht bis zuletzt mitkämpfen kann und nach einigen Runden seiner Verletzung Tribut zollen wird. Valentino Rossi sollte man trotz durchwachsenen Trainings nicht abschreiben. Schon oft genug hat der Altmeister am Renntag ein Kaninchen aus dem Hut gezaubert und konnte plötzlich doch um den Sieg mitfahren. Das Feld liegt nahe zusammen. Das sollte Rossi in die Karten spielen, denn im Zweikampf ist der "Doktor" mit allen Wassern gewaschen. Darum lehne ich mich weit aus dem Fenster und tippe Rossi auf Sieg!

Nicos Tipp: 1. Rossi, 2. Pedrosa, 3. Lorenzo

Maria Pohlmann: Wie wir schon in der Vergangenheit gesehen haben, können Ramon Forcada und Co. wahre Wunder bewirken. Jorge Lorenzo wird sich über Nacht den Kopf zerbrechen, was er tun muss, um mit den Grip-Verhältnissen und den neuen Reifen zurecht zu kommen und da der Mallorquiner nicht umsonst zweifacher MotoGP-Weltmeister ist, bin ich fest überzeugt, dass er seinen dritten Katar-Sieg in Folge einfahren kann, nachdem er hart gegen den amtierenden Champion gekämpft hat.

Marias Tipp: 1. Lorenzo, 2. Marquez, 3. Bautista

Markus Zörweg: Alvaro Bautista wird in Katar seinen ersten MotoGP-Erfolg feiern! Der Gresini-Pilot ist stärker denn je, verfügt mit der Honda RC213V über das wohl beste Motorrad im Feld und hat drei Tage Testvorteil gegenüber seinen Werkskollegen Marquez und Pedrosa. Ersterer kämpft zusätzlich mit Verletzungsproblemen. Die Yamahas von Lorenzo und Rossi sind ebenfalls abgeschlagen. Sollte es zu einem Kampf bis zur Ziellinie kommen, ist Bautista ebenfalls gut gerüstet, denn dass er im Duell Mann gegen Mann ein Tier ist hat er bereits in der 250ccm-Klasse und im Vorjahr mehr als einmal gezeigt.

Markus' Tipp: 1. Bautista, 2. Marquez, 3. Dovizioso


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