MotoGP - Forward dominiert Open-Klasse in Katar

Aleix Espargaro knapp am Podium vorbei

Trotz eines völlig verpatzten Qualifyings kam Aleix Espargaro beim Grand Prix von Katar noch bis auf den vierten Rang nach vorne, Colin Edwards wurde Neunter.
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Motorsport-Magazin.com - Das erste Rennwochenende der neuen MotoGP-Saison wurde für Aleix Espargaro zu einer Gefühlsachterbahn. In den Freien Trainings fuhr er Bestzeit um Bestzeit und ging so als großer Favorit ins Qualifying, wo er allerdings zwei Mal stürzte und so nur von Rang neun ins Rennen ging. Dort zeigte Espargaro aber wieder seine Klasse, profitierte auch von einigen Ausfällen und verpasste als Vierter das Podium schließlich nur knapp. "Ich bin mit dem Resultat zufrieden. Die zwei Stürze am Samstag haben mein Rennen heute natürlich deutlich schwieriger gemacht. Ich musste aus der dritten Reihe starten und hatte mit vollem Tank große Probleme die zwei Ducatis zu überholen, denn sie hatten auf den Geraden einen deutlichen besseren Topspeed. Ich wollte auf keinen Fall einen Fehler machen, deshalb habe ich nicht von Beginn an voll gepusht. Ich bin geduldig geblieben und habe den richtigen Moment für die Überholmanöver abgewartet."

Die zwei Stürze am Samstag haben mein Rennen heute natürlich deutlich schwieriger gemacht.
Aleix Espargaro

Trotz seines besten Karriereergebnisses in der MotoGP blieb für Espargaro das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. "Es ist schade, denn wir hatten die Pace um gegen die Spitzenpiloten zu kämpfen, aber ich muss dennoch zufrieden sein. Immerhin sind wir Vierter in der Weltmeisterschaft. Ich möchte mich bei Colin bedanken, der mit einige Teile von seinem zweiten Bike gegeben hat, nachdem ich meines am Samstag vollkommen zerstört habe", so der beste Open-Pilot nach dem Rennen.

Sein Forward-Teamkollege Colin Edwards landete auf Rang neun, kämpft aber nach wie vor mit der Charakteristik der Yamaha: "Ehrlich gesagt hätte ich mir ein anderes Rennen erhofft, denn ich hatte von Beginn an große Schwierigkeiten mit dem Grip. Das Hauptproblem ist nach wie vor das gleiche, ich kann das Bike einfach nicht richtig einlenken. Wir werden aber weiterhin daran arbeiten und ich bin zuversichtlich, dass wir uns noch verbessern können. Immerhin haben wir einige Punkte gesammelt und jetzt freue ich mich auf mein Heimrennen in Texas."

Freitag: Espargaro dominiert weiter

Der Erfolgslauf von Forward-Racing-Pilot Aleix Espargaro nimmt kein Ende. Auch in den beiden Trainingssessions zum Grand Prix Einheiten liegt Espargaro über vier Zehntel vor dem zweitplatzierten Pramac-Fahrer Andrea Iannone. Trotz starker Testleistungen ist die bisherige Dominanz des letztjährigen CRT-Champions beim Saisonauftakt doch eine Überraschung.

"Nach den Testfahrten hier vor zwei Wochen habe ich mir schon gedacht, dass wir hier ein gutes Wochenende haben könnten, aber ich habe absolut nicht damit gerechnet, in dieser Position zu sein. Im Winter hätte ich niemals gedacht, dass ich am ersten Tag der Saison eine halbe Sekunde vorne liegen werde und am zweiten Tag erneut. Es ist unglaublich", zeigte sich Espargaro von seiner Performance selbst überrascht.

Wenn niemand mehr sein Setup extrem verbessert, können wir meiner Meinung nach um die Pole kämpfen.
Aleix Espargaro

Durch seine bisherigen Leistungen hat sich der 24-Jährige auch zum Mitfavoriten für das Qualifying am Samstag gemacht. Valentino Rossi sieht Espargaro sogar als Topanwärter auf Startplatz eins, doch dieser bleibt bescheiden: "Ich möchte nicht sagen, dass ich der Favorit auf die Pole Position bin, denn das gehört sich nicht. Wir waren aber natürlich am Donnerstag um 0,5 und heute um 0,4 Sekunden schneller als der Rest. Wenn also niemand mehr sein Setup extrem verbessert, können wir meiner Meinung nach um die Pole kämpfen. Sollte ich es wirklich schaffen wäre das ein Traum und ich würde mich sehr freuen, aber mein Ziel ist es im Rennen auf das Podium zu fahren."

Auch für dieses ehrgeizige Ziel sieht sich der Überflieger der Open-Klasse durchaus gut aufgestellt: "Wir wissen, dass wir mit dem weichen Reifen sehr viel Potential haben. Was aber viel mehr zählt ist die Tatsache, dass wir auch auf dem harten Reifen eine gute Pace haben und so im Rennen alle Möglichkeiten haben."

Colin Edwards verpasste den direkten Einzug in Q2 relativ deutlich. Ihm fehlte auf Rang 13 mehr als eine halbe Sekunde auf den rettenden zehnten Platz. So muss der Texaner auf einen Einzug in das finale Qualifying über die Vorstufe Q1 hoffen.

Donnerstag: Espargaro zum Auftakt voran

Die MotoGP-Saison 2014 begann direkt mit einem Knalleffekt. Gleich beim ersten Rennwochenende sicherte sich mit Aleix Espargaro ein Vertreter der neu geschaffenen Open-Klasse die Bestzeit im ersten Freien Training. Der letztjährige CRT-Champion, der vom Aspar Team zu Forward Racing wechselt und bereits bei den Wintertests beeindruckte, war in 1.55.201 Minuten um 0,466 Sekunden schneller als Alvaro Bautista auf Rang zwei.

Es ist ein super Gefühl in der Zeitenliste ganz oben zu stehen.
Aleix Espargaro

Ein toller Erfolg für Espargaro und das Forward Racing Team, wo die Freude dementsprechend groß war. "Das ist ein großartiger Start. Es ist ein super Gefühl in der Zeitenliste ganz oben zu stehen", so der Mann aus Granollers, der seine Bestzeit aber gleich relativierte. "Uns ist klar, dass wir im Vergleich zu den Werkspiloten hier einen gewissen Vorteil haben, weil wir hier vor zwei Wochen schon getestet haben und so bereits mit einem guten Setup in die Session starten konnten. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden, weil ich sowohl mit dem weichen als auch dem harten Reifen schnell war. Morgen wird sich mit Sicherheit jeder verbessern, aber das gilt auch für uns." Die Zielsetzung Espargaros ist auf jeden Fall eine ehrgeizige: "Wir müssen konzentriert weiterarbeiten, denn unser Ziel am Sonntag ist das Podium."

Edwards passt sich an

Colin Edwards, der bei den Wintertests oft noch große Probleme mit dem für ihn ungewohnten Handling der Forward-Yamaha hatte, scheint sich mittlerweile an sein Arbeitsgerät gewöhnt zu haben. Er holte sich im ersten Training Platz acht. "Zu Beginn der Session haben wir den weichen Reifen probiert und dann haben wir auf den harten gewechselt. Alles in allem war es ein wirklich gutes Training und ich konnte meine beste Rundenzeit auf dem harten Slick fahren. Ich passe meinen Fahrstil jetzt an das Motorrad an, anstatt das Setup des Bikes zu verändern. Ich muss das Motorrad mit mehr Belastung am Hinterrad fahren, was mir nach 22 Jahren ziemlich schwer fällt, aber es ist eine neue Herausforderung und ich bin mit viel Enthusiasmus dabei", erklärte der Texaner seine Vorgehensweise.


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