MotoGP - So startet Bradl in Katar in die Saison

Nullnummer nach Traumstart

Stefan Bradl in Führung - darüber durften sich seine Fans in Katar acht Runden lang freuen. Dann kam allerdings das böse Erwachen.
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Motorsport-Magazin.com - Stefan Bradl steht nach einem starken Auftritt in Katar ohne WM-Punkte da. Der Bayer führte den Grand Prix acht Runden lang an, rutschte dann aber in Führung liegend aus und musste das Rennen vorzeitig beenden. Eine rote Null statt eines möglichen Triumphes. Da fehlten dem ehemaligen Moto2-Champion die Worte. "Es ist für mich ganz schwierig meine Gefühle zu beschreiben", sagte Bradl.

"Ich habe schon einen sehr guten Job gemacht, weil ich aus der dritten Reihe den Start und die erste Runde gut erwischt habe. Ich habe eine derartige Leistung nach den ganzen Problemen an den letzten Tagen nicht erwartet", gestand der LCR-Honda-Pilot.

Ich kann es nicht sagen, weil ich das exakt gleiche Manöver in der Runde zuvor gemacht habe.
Bradl über seinen Ausfall

Warum Bradls Motorrad in Runde neun wegrutschte, kann er sich nicht erklären. "Ich kann es nicht sagen, weil ich das exakt gleiche Manöver in der Runde zuvor gemacht habe. Viele Fahrer sind in Linkskurven gestürzt, also vielleicht war die Feuchtigkeit zu hoch und hat das Gripniveau beeinflusst", mutmaßte er.

"Glücklicherweise bin ich aber okay und das Positive ist, dass mir im Rennen ein großer Schritt gelungen ist. Ich denke jetzt schon an Austin", gab Bradl abschließend zu Protokoll. Schon im Vorjahr schied der Deutsche beim Saisonauftakt aus, schon beim Folgerennen in Texas konnte er aber mit Platz fünf aufzeigen.

Durchwachsene Quali-Bilanz

Stefan Bradl wird das erste Rennen der Saison von Startplatz sieben in Angriff nehmen. "Platz sieben ist so ein wenig das weinende Auge, die drei Zehntel Abstand zum Ersten das lachende", sagte der LCR-Honda-Pilot gegenüber Sport 1. "Ich habe gemischte Gefühle. Es lief auf jeden Fall besser als gestern und ich konnte mich ein wenig steigern. Ich habe das Potenzial des weichen Reifens besser nutzen können."

Es hat sich aber schon in den Trainings gezeigt, dass viele Fahrer den gleichen Rhythmus fahren.
Stefan Bradl

Was am Sonntag möglich ist, darüber will Bradl nicht spekulieren. Zu viele Unbekannte gibt es noch. "Es ist ganz schwierig vorherzusagen. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie die Ducatis über die Renndistanz drauf sind. Es hat sich aber schon in den Trainings gezeigt, dass viele Fahrer den gleichen Rhythmus fahren. Ich glaube, dass wir eine große Gruppe haben werden."

Ein langweiliges Rennen erwartet Bradl jedenfalls nicht: "Vielleicht werden wir in der MotoGP so eine Art Moto2-Rennen sehen, denn viele Leute haben denselben Speed. Es wird eine spannende Kiste morgen."

Kummer im Training

Stefan Bradl hat die Pflichtaufgabe am Freitag erfüllt. Der LCR-Honda-Pilot zog nach dem dritten Training direkt in Q2 ein, allerdings nur als Neunter. "Ich bin nicht glücklich darüber, dass ich keine ausreichend schnelle Runde auf dem weichen Reifen zusammengebracht habe", ärgerte sich Bradl über 0.903 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Aleix Espargaro.

Unsere Pace passt, denn der Renn-Speed ist in ähnlich wie jener der anderen Jungs.
Stefan Bradl

"Zwischen den beiden Sessions konnten wir das Motorrad zwar verbessern, aber es war nicht genug um an die Rundenzeit vom Test heranzukommen. Es scheint aber, als würden sich auch die Anderen schwer tun, gute Zeiten zu fahren", analysierte der Bayer. "Es war ein harter Tag für uns. Unsere Pace passt, denn der Renn-Speed ist in ähnlich wie jener der anderen Jungs."

Auch für die restlichen beiden Tage erwartet er fordernde Bedingungen: "Es wird nicht leicht für uns und wir müssen genau im Auge behalten, wie sich die Strecke morgen entwickelt und wie wir uns mit den Reifen daran anpassen."

Donnerstag: Verzicht auf schnelle Runde

Für Stefan Bradl begann das Wochenende des Katar GP mäßig. Der Bayer fuhr zwar mit 19 Runden die zweitmeisten im Feld, doch seine Zeit von 1:56.726 war um ganze 1.525 Sekunden langsamer als die Bestzeit von Aleix Espargaro. Als Zwölftplatzierter war Bradl nur der langsamste aus dem Honda-Quartett und um über eine Sekunde langsamer als beim Test vor eineinhalb Wochen.

Es war uns wichtig, von Anfang bis Ende auf dem harten Reifen zu fahren.
Stefan Bradl

Beunruhigt war Bradl deshalb aber nicht. "Es war unser Plan, dass wir Reifen für die nächsten Tage sparen. Es war uns wichtig, von Anfang bis Ende auf dem harten Reifen zu fahren. Daher war klar, dass wir nicht an der Spitze der Zeitentabelle abschließen würden", erklärte der LCR-Pilot. Bradl fuhr seine schnellste Runde des Tages daher auch schon in der sechsten seiner 19 Umläufe.

"Heute haben wir uns einen ersten Eindruck verschafft und morgen werden wir dann pushen und die Feinabstimmung vornehmen", gab sich der Bayer gelassen.


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