MotoGP - Wie fit ist Marc Marquez tatsächlich?

Erst fünf Tage ohne Krücken

Marc Marquez spuckt vor dem MotoGP-Auftakt ungewohnt leise Töne. Hält sein Fuß ein viertägiges Rennwochenende überhaupt aus?
von

Motorsport-Magazin.com - Wenn am Donnerstag das erste Training der MotoGP in Katar auf dem Programm steht, werden die moisten Augen auf Marc Marquez gerichtet sein. Wie fit ist der Titelverteidiger? Wie sehr kann er bereits ans Limit gehen?

"Es wird immer besser, aber meine tatsächliche Verfassung sehe ich erst, wenn ich auf meinem Bike sitze", stellte Marquez bei der Pressekonferenz am Mittwoch klar. "Es kann eine Weile dauern, bis ich mein Tempo wiederfinde. Es ist schwierig, weil ich über ein Monat Training verloren habe und erst vor fünf Tagen wieder gehen konnte."

Ich kann normal gehen und wenn ich das kann, sollte es auch auf dem Motorrad gut gehen.
Marc Marquez

Krücken - wie einst Rossi bei seinem Comeback nach dem offenen Unterschenkelbruch - braucht der Weltmeister in der Garage in Katar also keine. "Ich kann normal gehen und wenn ich das kann, sollte es auch auf dem Motorrad gut gehen", gab sich Marquez kämpferisch. "Es war eine schwierige Zeit, als ich daheim rumsitzen musste während alle Anderen testeten. Jetzt geht es mir aber wieder gut. Ich bin aber nicht sicher, ob mein Ziel hier sein sollte, um den Sieg zu kämpfen. Denn ich muss erst abwarten, wie sich mein Fuß über das gesamte Wochenende verhält."

Startvorteil für die Konkurrenz?

Die Situation des Duells zwischen Marquez und seinem Titelrivalen Jorge Lorenzo stellt sich im Vergleich zum Vorjahr nun mit umgekehrten Vorzeichen da. Lorenzo, der in der zweiten Saisonhälfte 2013 an den Folgen seines Schlüsselbeinbruchs litt, ist zurück bei voller Fitness. "Körperlich bin ich wieder annähernd bei hundert Prozent", stellte der zweifache MotoGP-Champion klar.

Ich hatte im Winter drei Operationen und musste richtig hart arbeiten, damit ich wieder fit werde.
Jorge Lorenzo

"Ich hatte im Winter drei Operationen und musste richtig hart arbeiten, damit ich wieder fit werde", so Lorenzo. "Das erste Rennen wird richtungsweisend, denn du willst Fehler um jeden Preis verhindern und nicht crashen, weil es wichtig ist, gleich hier das Podium zu erreichen."

Pedrosa und Rossi in Lauerstellung

Dani Pedrosa, der sich - so er denn endlich einmal verletzungsfrei bleibt - ebenfalls Chancen auf den Titel ausrechnen darf, pflichtete Lorenzo bei: "Das erste Rennen ist ein Schlüssel. Allerdings ist die Meisterschaft lang und du hast 18 Events, in denen du beweisen musst, dass du der Beste bist. Klar will ich hier einen möglichst guten Saisonstart hinlegen, aber das wollen die anderen Fahrer auch."

Wir müssen erst in den Rennen sehen, wie stark wir tatsächlich sind.
Valentino Rossi

Einer davon ist Valentino Rossi. Vor allem die zweiten Testfahrten in Sepang verliefen für den neunfachen Weltmeister vielversprechend, weshalb 2014 wieder stärker mit Rossi zu rechnen sein dürfte als im Vorjahr. "Wir müssen erst in den Rennen sehen, wie stark wir tatsächlich sind", beschwichtigte Rossi. "Beim Testen waren wir zwar sehr konkurrenzfähig, aber ich denke, Aleix und die Ducati-Fahrer werden sowohl auf eine schnelle Runde, als auch im Renntempo schnell sein. Wir könnten ganz andere Rennen als im Vorjahr sehen - besonders am Start und dem ersten Teil jedes Rennens."

Gefährliche Außenseiter

Alleine schon, dass Rossi den Open-Piloten Aleix Espargaro als Bedrohung für die Werksteams sieht, zeigt wie überzeugend der Spanier bei den Testfahrten unterwegs war. "Ich habe ein sehr konkurrenzfähiges Paket", sagte Espargaro bescheiden. "Aber die Millionenfrage ist, ob ich mein Tempo von den Tests über die gesamte Renndistanz halten kann." Allerdings stimmen die Rennsimulationen den Forward-Piloten zuversichtlich. Ganz anders Cal Crutchlow, dessen Wechsel zu Ducati sich nicht als der erhoffte große Wurf herausstellte. Das soll sich aber noch ändern. "Ich lerne das neue Motorrad erst kennen und muss meinen Fahrstil noch anpassen. Ich muss mich auf der Bremse und beim Umlegen noch verbessern, aber Andrea Dovizioso hat schon gezeigt, dass unser Motorrad konkurrenzfähig ist." Die erste Chance dazu erhält Ducati am Sonntag.


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x