MotoGP - Interview - Pedrosa: Vorteile durch Repsol und Honda

Leistungsniveau erst in Katar absehbar

Kurz vor dem Saisonstart der MotoGP 2014 in Katar gibt sich Repsol Honda Pilot Dani Pedrosa zuversichtlich. Er will von Beginn an alles auf Erfolg setzen.
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Motorsport-Magazin.com - Wie resümierst Du vor der neuen Saison die Testfahrten in Malaysia und Australien?
Dani Pedrosa: Die Tests waren sehr positiv. Wir sind sehr viele Runden gefahren auf den beiden verschiedenen Kursen und haben vor allem sehr effektive Reifentests absolviert. Wir haben uns definitiv enorm gesteigert, verfügen aber sicherlich noch über Raum zur Verbesserung. Schauen wir einfach mal, wie lange wir brauchen, um das Optimum zu erreichen.

Wir haben uns definitiv enorm gesteigert, verfügen aber sicherlich noch über Raum zur Verbesserung
Dani Pedrosa

Welche Hausaufgaben hast Du Honda für das erste Rennen aufgegeben?
Dani Pedrosa: Das Bike muss in seiner Gesamtheit sicherlich noch verbessert werden. Die zwei Hauptansatzpunkte sind jedoch das Chassis sowie die Elektronik. Hier können wir mit Verbesserungen die größten Fortschritte erzielen. Ich denke jedoch, dass wir uns auch während der ersten Rennen der Saison noch merklich verbessern werden.

Können wir die 2014er-Honda als gänzlich neue Maschine bezeichnen, oder ist diese hauptsächlich ein Update auf Basis der Vorjahresversion?
Dani Pedrosa: Das Bike behält in der Tat viele Teile und Einstellungen der Vorjahresversion bei. Jedoch sind natürlich auch klare Veränderungen erkennbar, denn diese werden ja über das Reglement mehr oder weniger so vorgegeben. Wir mussten dementsprechend viel anpassen, aber wie auch im Vorjahr gilt es primär, die Maschine weiterzuentwickeln und zu verbessern. An der Arbeit ändert sich also nicht viel.

Bei den zweiten Tests in Sepang teilte sich Dani Pedrosa die Bestzeit mit Valentino Rossi - Foto: Repsol Honda

Denkst Du, Du verfügst über ein noch stärkeres Bike als in der Vorsaison? Was sind denn seine größten Stärken?
Dani Pedrosa: Zu diesem Zeitpunkt ist es immer ein bisschen schwer zu sagen, ob und wie wettbewerbsfähig ein Bike ist, denn wir sind ja noch immer kein Rennen gefahren. Wir werden also abwarten müssen, ob sich die Testeindrücke auch bewahrheiten. Die Reifen haben sich ja auch geändert und sind immer eine entscheidende Komponente. Im Endeffekt ist dieser Sport aber auch ein Kampf Pilot gegen Pilot - deine Position ist also nicht nur auf die Leistung des Bikes zurückzuführen. Wir werden sehen, wer auch fahrerische beim Saisonauftakt einen Vorsprung hat.

Hat die um einen Liter gesenkte Benzinmenge eine gravierende Auswirkung auf das Fahrverhalten der Maschine? Inwiefern hat die Arbeit mit Repsol dazu beigetragen, trotz dieses Defizits das Leistungsniveau des Vorjahres weiterhin aufrecht zu erhalten?
Dani Pedrosa: Die Zusammenarbeit hat in der Tat geholfen, was das angeht. Unser Team hat das große Glück, gleichermaßen eng mit Honda und Repsol zusammenzuarbeiten. Wir können also eine viel bessere Synergie zwischen Motor und Treibstoff erzielen und uns an schwierige Herausforderungen wie das neue Spritlimit viel besser adaptieren. Ich hoffe sehr, dass uns diese Kombination wieder zu einem Siegerteam macht. Momentan ist alles noch ein wenig im Ungewissen. Bis zum Startschuss in Losail wissen wir also nicht genau, wer genau wo steht.

Wir müssen mit dem größtmöglichen Hunger und Siegeswille starten
Dani Pedrosa

Bis zu ersten Rennen sind es nicht einmal mehr zwei Wochen. Wie fühlst Du dich so kurz vor dem GP von Katar? Wie gehst Du in die neue Saison, bezogen auf deine aktuelle Form, dein Fitnesslevel und deine Erfahrung?
Dani Pedrosa: Wenn ich ganz ehrlich bin, sprühe ich vor Enthusiasmus und Vorfreude. Das ganze Team hat während des Winters hart gearbeitet und es ist unser gutes Recht, die neue Saison so positiv wie möglich anzugehen. Wir müssen mit dem größtmöglichen Hunger und Siegeswille starten.

Letztes Jahr gingen die Rennsiege mit Ausnahme von Assen - wo Du und Jorge verletzungsbedingt nicht angetreten seid - stets an einen der 'großen Drei'. Denkst Du, wir werden eine offenere und ausgeglichenere Saison erleben?
Dani Pedrosa: Es ist noch viel zu früh um solche Vorhersagen zu treffen. Bevor die Saison überhaupt begonnen hat kann doch niemand eine Ahnung haben, wie sich diese entwickeln wird.

Wenn es eine größere Bandbreite an Fahrern gäbe, die um Siege kämpfen kann, wäre dann eine größere Anzahl an Siegen wichtiger, als Konstant in der Spitze zu fahren?
Dani Pedrosa: Ein Sieg gibt dir logischerweise immer mehr Punkte und je öfter du gewinnst, desto konstanter sind auch deine Resultate. Siegen ist sehr wichtig, aber stets gute Punkte mitzunehmen ebenso.

Auch das Mountainbiken gehört zu Dani Pedrosas Trainingsplan in der Offseason - Foto: Repsol Honda

Jetzt, da die Tests vorbei sind - fühlt sich die Wartezeit bis zum ersten Rennen lang an? Wie wirst Du die Zeit bis zum 'Moment der Wahrheit' verbringen?
Dani Pedrosa: Die Zeit vergeht dieser Tage ehrlich gesagt relativ schnell. Ich habe immer etwas zu tun, sei es trainieren, mich vorzubereiten, Dinge zu organisieren oder nur, mich mental vorzubereiten. Wenn du gerade nicht mit dem einen Training beschäftigt bist, hast du ein anderes vor der Nase. Alleine schon das Fitnesstraining nimmt einen großen Teil der alltäglichen Routine ein. Urlaub gibt es nur zwischen November und Dezember. Ab Januar trainiere ich jeden Tag, außer es sind besondere Events oder Sponsorentermine.

Wie siehst Du die Rolle von Ducati in dieser Saison, nachdem Du jetzt bei den Testfahrten einen ersten Eindruck gewonnen hast? Was hältst Du von ihrer Entscheidung, in der Open-Klasse anzutreten?
Dani Pedrosa: Ich denke, Ducati wird in diesem Jahr definitiv einige Änderungen erleben. Vielleicht hilft ihnen der Wechsel in die unter Klasse dabei, sich wieder weiter vorne im Feld zu platzieren, aber wie gesagt: Momentan ist alles einfach eine Unbekannte. Erst beim ersten Rennen in Losail sehen wir, wer effektiv wo steht.


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