MotoGP - Ducati präsentiert sich in München

Dall'Igna und Ciabatti wollen wieder gewinnen

Zur offiziellen Teampräsentation erläuterten Gigi Dall'Igna und Paolo Ciabatti, was sich bei Ducati bisher schon geändert hat und was noch kommen soll.
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Motorsport-Magazin.com - Ducati präsentierte das neue MotoGP Team am Montagnachmittag im Audi Forum in München. "Für mich ist es großartig, hier zu sein und das MotoGP Ducati Team für die Saison 2014 zu präsentieren. Das ist die wichtigste Herausforderung meines Lebens. Ich bin wirklich stolz, für einen der wichtigsten Motorradhersteller der Welt zu arbeiten", eröffnete Gigi Dall'Igna. "Vor einigen Monaten bin ich erst zu Ducati gekommen und für mich ist das Wichtigste, den Negativtrend der letzten Jahre zu beenden. Dabei konzentriere ich mich auf zwei wichtige Bereiche: der eine ist auf jeden Fall die Organisation, denn ich würde die Kommunikation zwischen der Rennstrecke und den Leuten zu Hause gern verbessern. Der zweite Bereich ist natürlich die Entwicklung des Bikes."

Wir haben die Möglichkeit, die Motoren weiterzuentwickeln und auf anderen Strecken zu testen
Gigi Dall'Igna

Nachdem der Italiener einige Menschen bei Ducati kennengelernt habe, sei er zuversichtlicher als zu Beginn seines neuen Abenteuers. "Die Daten, die wir bei den letzten Tests in Sepang und Phillip Island sammeln konnten, lieferte uns die Möglichkeit, aus zwei verschiedenen Optionen zu wählen. Am Ende entschieden wir uns für die Open-Option. Das ist sehr wichtig, denn wir müssen das Bike verbessern und um das zu schaffen, müssen wir etwas am Bike verändern und mit der Factory-Option ist es nicht möglich, zum Beispiel den Motor zu verändern." In der Open-Klasse könne er zwölf anstatt fünf Motoren verwenden. "Wir haben die Möglichkeit, die Motoren weiterzuentwickeln und auf anderen Strecken zu testen. Denn in der Open-Kategorie sind die Testfahrten weniger eingeschränkt als bei den Werken."

"Wichtig ist auch zu sagen, dass die Open nicht deshalb wichtig ist, weil wir die Kosten der Open-Bikes reduzieren müssen, sondern die der ganzen MotoGP-Welt", fuhr Dall'Igna fort. "Die Open ist so wichtig, weil wir die Bikes entwickeln und 2015 an andere Teams verkaufen wollen. Ich hoffe wirklich, dass es schneller ist und näher an die Konkurrenten herankommt. Ich denke, das ist wirklich wichtig für uns, aber nicht nur für uns, sondern für die ganze MotoGP Welt, dass Ducati diese Lösung gewählt hat."

Beim letzten Test waren Cal Crutchlow und Andrea Dovizioso recht gut unterwegs. "Die Rundenzeit war recht gut, die Konstanz war auch da. Die Kommentare der Fahrer waren wirklich positiv. Das ist wichtig, denn wir haben noch immer viel zu tun, aber ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg", so Dall'Igna weiter. "Wir können das nur erreichen, weil wir die Philosophie und den Ansatz, das Bike zu ändern, verändert haben. In der Vergangenheit dachte man, dass man nur eine Sache ändern muss, um das Bike zu verbessern. Das ist nicht meine Philosophie. Schritt für Schritt wollen wir hier 0.1 Sekunde oder da 0.5 Sekunden gutmachen und so nach und nach den Rückstand verkleinern."

Zwei verschiedene Fahrer

"Wir haben zwei Fahrer, die wohl die besten für den Job sind, den wir vor uns haben, denn wir müssen das Bike weiterentwickeln und ich denke, dass wir jetzt die richtigen Fahrer für diese Aufgabe haben", zeigte sich der neue Hauptgeschäftsführer von Ducati Corse überzeugt. "Sie haben verschiedene Fahrstile und das ist ebenso wichtig, denn so können wir mehr Informationen sammeln. Ich bin auch zuversichtlich, dass wir mit ihrer Hilfe nach und nach weiter an die Spitze herankommen."

Wir hatten bei Ducati wirklich drei schwierige Jahre im Rennsport. Wir mögen aber Herausforderungen, also gehen wir diese wieder an
Paolo Ciabatti

Ein weiterer Schlüssel sei Paolo Ciabatti. "Er ist sportlicher Leiter bei Ducati Corse. Er kümmert sich um alle nicht-technische Aspekte der MotoGP. Ich denke, dass seine Erfahrung wirklich wichtig für mich und Ducati ist, um unser Ziel zu erreichen. Es ist wirklich schwierig und ich will nicht über das sprechen, was wir im Laufe des Jahres schaffen können, ob wir es aufs Podest schaffen oder irgendetwas anderes. Ich brauche mehr Zeit, denn momentan sind wir erst zwei Tests gefahren. Ich würde gern die ersten drei bis vier Rennen abwarten, bevor ich versuche ein mögliches Szenario für 2014 auszumalen."

Zurück an die Spitze

Ciabatti schloss sich an: "Wir hatten bei Ducati wirklich drei schwierige Jahre im Rennsport. Wir mögen aber Herausforderungen, also gehen wir diese wieder an. Wir wollen eine wirklich schwierige Situation ändern und begannen mit organisatorischen Änderungen. Das Wichtigste dabei ist Gigi Dall'Igna als Hauptgeschäftsführer bei Ducati Corse zu engagieren, dazu haben wir noch weitere Veränderungen im Team und in Bologna vorgenommen."

Dazu machte Ciabatti auch auf Davide Tardozzi aufmerksam: "Er hat schon viele Rennen in der Superbike gewonnen und kommt nun als Supervisor ins MotoGP Team. Er übernimmt eine sehr wichtige Rolle in der Organisation und spricht für das Team." Das Team arbeite jetzt mit mehr Motivation. "Wir wissen, dass wir unter der Führung von Gigi Dall'Igna stehen. Die Aufgabe ist sehr hart. Wir wissen, dass wir viel Arbeit und Hingabe brauchen, aber wir ziehen gemeinsam an einem Strang. Wir wissen, dass wir alle technischen Ressourcen haben, um unser Endziel zu erreichen: Ducati dahin zurückzubringen, wo es verdient zu sein, an der Spitze."


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