MotoGP - Interview - Marc Marquez

Ich muss geduldig sein

Im Interview spricht Marc Marquez über die verpassten Wintertests, seine Favoriten für 2014 und seinen Bruder Alex.

Motorsport-Magazin.com - Jedes Team, jeder Rivale und Fan möchte eine Antwort auf die Frage haben: Wie geht es dem Weltmeister nach seiner Verletzung? Hast du dich erholt?
Marc Marquez: Wir verbessern uns. Der Knochen heilt im Moment, was wichtig ist. Jedes Mal, wenn ich Dr. Mir sehe, sagt er mir, dass mein Zustand sich verbessert. Ich trainiere nach und nach ein bisschen mehr, also werden wir sehen, wie es in Katar aussieht. Natürlich werde ich nicht zu 100% fit sein, aber ich sollte versuchen, so gut vorbereitet wie möglich zu sein.

Was denkst du, wie sich die Weltmeisterschaft entwickeln wird, nachdem du in den letzten zwei Monaten nicht auf der Strecke warst?
Marc Marquez: Natürlich würde ich es vorziehen, nach einer normalen Vorsaions völlig vorbereitet nach Qatar zu gehen, aber die Situation ist, wie sie ist. Ich muss geduldig sein, speziell im ersten Training, denn es werden anderthalb Monate vergangen sein, dass ich zum letzten Mal auf dem Bike gesessen bin. Die Tatsache, dass der erste Sepang-Test gut lief und wir eine Menge Dinge ausprobieren konnten, gibt uns einen Anhaltspunkt, aber wir haben immer noch Dinge auf der "Zu Erledigen"-Liste aus der Vorsaison, deshalb werden wir in den ersten Rennen etwas härter arbeiten müssen. Die Priorität in Katar ist, die Dinge ruhig anzugehen.

Anfang Februar bist du die Honda gefahren. Hat sich das Bike im Vergleich zum letztjährigen sehr verändert?
Marc Marquez: Nein, das Bike von 2014 ist dem letztjährigen sehr ähnlich. Natürlich mussten wir das Bike an die neuen Regeln anpassen, speziell im Bezug auf den Spritverbrauch. Das Chassis und die Schwinge sind anders, aber das Bike benimmt sich in einer sehr ähnlichen Art und Weise. Das Wichtige ist, dass wir uns verbessert haben. Mit diesen Veränderungen und der Basis aus dem letzten Jahr fühlen wir uns besser, aber jetzt müssen einige Dinge auf verschiedenen Strecken bewerten.

Wie siehst du diese Saison mit einem neuen Kampf zwischen den drei Spaniern, der Verjüngung von Rossi und der Open-Klasse?
Marc Marquez: Die Weltmeisterschaft 2014 wird hart und sogar noch mehr, nachdem ich die Vorsaison von zu Hause aus verfolgen musste. Viele Fahrer haben gute Zeiten hingelegt. Es wird auch interessant sein, zu sehen, was die Bikes in der Open-Klasse ausrichten können, denn speziell in der Qualifikation könnten sie sich dank dem weichen Hinterreifen oft vor uns platzieren. Es wird eine große Herausforderung sein - es ist klar, dass in der Theorie die Hauptkonkurrenten Lorenzo und Pedrosa sind, aber Rossi hatte eine großartige Vorsaison. Er hat jetzt die Pace, die ihm letztes Jahr fehlte. Wir sollten auch sehen, welche Rolle Ducati spielt, das Debüt von Pol Espargaro in der MotoGP und von Aleix Espargaro auf dem Open-Bike... Ich bin sicher, dass es eine lustige Saison für die Fans werden wird.

Nach dem Titelgewinn bist du dieses Jahr der Favorit, um ihn zu verteidigen. Fühlst du den Druck?
Marc Marquez: Der Druck ist da: Weltmeister zu sein, den Titel zu verteidigen. Ich muss vorsichtig sein, denn ab der ersten Session werden alle Augen auf uns gerichtet sein. Beim ersten Rennen haben wir die Entschuldigung, dass wir die Vorsaison verpasst haben, also müssen auch wir sehen, wie es läuft. Die wichtige Sache ist, Punkte zu holen. Austin wird dann ein normales Wochenende sein.

Du warst noch nie der Titelverteidiger. Ist die Titelverteidigung ein großes Ziel?
Marc Marquez: Es wird interessant sein, die Erfahrung einer Titelverteidigung zu machen. Zuvor habe ich eine Klasse gewonnen und bin dann aufgestiegen. Dieses Jahr ist es eine neue Herausforderung, auch wenn ich in der selben Klasse bleibe. Ich hatte diese Erfahrung noch nie und ich denke, es wird schön sein. Ich werde nicht mit der Nummer 1 fahren, weil die 93 mir Glück gebracht hat und ich sie deswegen behalten wollte. Trotzdem weiß ich, dass ich der amtierende Weltmeister bin und wir werden versuchen, den Titel zu verteidigen.

Welche Erinnerungen bringt der Katar Grand Prix mit sich?
Marc Marquez: Ich habe gute Erinnerungen an Katar, speziell an mein erstes MotoGP-Rennen im letzten Jahr. Während des Wochenendes war ich sehr nervös, sowohl im Training als auch im Rennen. Ich war unruhig, sogar noch mehr als in Valencia, als der Titel auf dem Spiel stand. Trotzdem bringt es innige Erinnerungen zurück. Ich holte mein erstes Podium, hatte ein gutes Rennen, fuhr hinter Dani und kämpfte mit Valentino in den letzten Runden. Es war ein Wochenende, das ich nie vergessen werde.

Lass uns über die Moto3 sprechen. Wie geht es deinem Bruder nach seiner Verletzung und welche Chancen siehst du für ihn in dieser Saison?
Marc Marquez: Nach dem Wechsel von KTM zu Honda steht Alex dieses Jahr vor der Herausforderung, ein neues Bike zu entwickeln. Letzte Saison hat er mich überrascht; ich wusste, er hat Potential, aber er hat sogar ein Rennen gewonnen - was jeden schockiert hat. Er hat in diesem Winter hart gearbeitet mit dem Trainingsplan für seine Schulter und verbessert sich langsam. Er hat nicht viel Zeit und das hat ihn beim Testen etwas geschwächt, aber jetzt denke ich, dass er viel stärker ist als im letzten Jahr.

Vom Moto2- zum MotoGP-Weltmeister. Wie hat sich dein Leben verändert, seit du den Titel in Valencia geholt hast?
Marc Marquez: Es ist wahr, nach dem MotoGP-Titel habe ich gemerkt, dass ich mich weiterentwickelt habe und das nicht nur auf der Strecke. Logischerweise ist der Aufstieg von der Moto2 zur MotoGP eine bemerkbare Veränderung über die ganze Saison, aber speziell, als ich den Titel holte, ist alles explodiert. Die Leute erkennen dich häufiger, du fühlst dich geschätzt von den Fans und das ist sehr wichtig. Ihre Zuneigung zu fühlen macht dich selbstbewusster und bringt dich dazu, du selbst zu sein, denn du siehst, dass du akzeptiert wurdest. Für einen Fahrer ist das ein Traum. Natürlich möchtest du manchmal ein "normaler" Mensch sein und unerkannt auf die Straße gehen, aber wenn dich die Menschen auf der Straße anhalten und nach einem Bild fragen, ob an den Rennstrecken oder abseits, macht dich das glücklich.

Gib und abschließend deine Vorhersage für die Top-3 dieser Saison, die die 20. für Repsol-Honda sein wird.
Marc Marquez: Meine Vorhersage für die MotoGP ist, auch wenn es nicht nett ist: Ich auf Platz ein, dann Dani (Pedrosa), um Repsol Hondas 20-jähriges Jubiläum zu krönen und Jorge (Lorenzo) auf drei.


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