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MotoGP - Kommentar: Testwahnsinn

Explosionsstoff aus Malaysia

Mit den ersten Testfahrten läuten die MotoGP-Piloten traditionell die neue Saison in Sepang und damit auch erste Auseinandersetzungen und Überraschungen ein.
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Motorsport-Magazin.com - Wir sind außer uns vor lauter Vorfreude. Die ersten Testtage des Jahres sind zwar schon wieder vorbei, versprachen aber schon jetzt eine Menge Action und vor allem Zündstoff für die komplette Saison. Bevor diese allerdings losgeht, könnte sich noch so Einiges ändern. Für Marc Marquez ändert sich unter Garantie nicht allzu viel. Er machte genau dort weiter, wo er am Ende seines ersten MotoGP-Jahres aufgehört hatte und stellte die vormaligen Stars in den Schatten. Doch auch ein Rekord-Weltmeister zahlt nach der Winterpause seinen Tribut...

Ganz so leicht gingen Marc Marquez die Zeiten wohl nicht von der Hand - Foto: Marc Marquez

Marquez fuhr an den drei Tagen in Malaysia zwar allen weit voran, doch haben uns die letzten Jahre bewiesen, dass ein Vorsaisontest nicht immer unbedingt ein Indiz für den Verlauf einer kompletten Saison ist. Wir sollten das Ganze also nicht überbewerten. Den 20-Jährigen auszubremsen dürfte dennoch für keinen seiner Konkurrenten eine leichte Aufgabe sein. Apropos ausbremsen: Mit wem Stefan Bradl am Dienstag zusammenstieß bleibt ein Mysterium. Niemand verletzte sich ernsthaft, dennoch wurde der Sturz des Deutschen zu einem riesigen Drama. Dabei hieß es allerdings nur: Bradl kollidierte mit einem PBM-Fahrer. Namen spielen bei den unwichtigen Fahrern schon keine Rolle mehr. Interessant.

Schlechte Verlierer?

Aleix Espargaro hat sich hingegen deutlich in den Vordergrund gespielt - mit einer starken Leistung auf einem Bike, das alle für unterlegen hielten. Der zweifache CRT-Sieger fuhr auf der neuen FTR-Yamaha nicht nur auf weniger als eine halbe Sekunde an Marc Marquez heran, sondern knackte sogar die zwei Minuten in Sepang - die selbst Fahrer wie Valentino Rossi erst beim Test 2014 unterbieten konnten. Espargaro zeigt unglaubliches Potential und weiterhin sein beeindruckendes Talent. Colin Edwards hat das gleiche Material. Doch hat der 39-Jährige noch den Biss wie sein junger Teamkollege? Die Saison ließ er auf jeden Fall erst einmal mit viel Ruhe anlaufen.

Nach dem Bootcamp braucht auch ein routinierter Edwards erst einmal eine Pause im feutchwarmen Malaysia - Foto: Forward Racing Team

Espargaro zog mit seiner starken Leistung allerdings nicht nur positives Feedback an. Shuhei Nakamoto und Livio Suppo durften sich wahrlich die Köpfe zerbrechen. Der Production Racer von Honda lag fast zwei Sekunden hinter der Spitze. Nicky Hayden konnte sich zwar beispielsweise nach und nach steigern, dennoch bleibt sehr fraglich, warum Nakamoto und Suppo die Rundenzeiten der vorherigen Tests am Donnerstag plötzlich revidierten. Gleichzeitig löste das natürlich Ärger, Neid und Beschuldigungen aus. "Die M1 von Aleix ist nicht nach der Philosophie der Open-Klasse gebaut", stachelten Nakamoto und Suppo.

In Bologna nichts Neues

Die Italiener bei Ducati haben einen Vorteil: Sie müssen sich gar nicht erst mit den anderen beiden Werken rumstreiten, denn sie haben ganz andere Sorgen. Obwohl sich Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow wie alle anderen an den drei Testtagen deutlich steigern konnten, fällt sofort auf, dass der Abstand zur Spitze kein bisschen kleiner geworden ist. Noch vor der Winterpause versprach Gigi Dall'Igna alles in Bewegung zu setzen, um die Traditionsmarke wieder nach ganz vorne zu bringen.

Das könnte allerdings auch zur Folge haben, dass erst einmal einen Gang zurückgeschalten wird und Ducati nur noch in der Open-Klasse an den Start geht, um ihre Desmosedici weiterzuentwickeln. "Wird Ducati nur noch in der Open-Klasse antreten? Gigi Dall'Igna sagte, dass er das vor dem nächsten Test entscheiden wird", twitterte Journalistenkollege David Emmett, woraufhin Crutchlow direkt konterte: "Ich habe ihm gesagt, dass er euch nichts erzählen soll! Ha" Für den Briten eine frustrierende Vorstellung - wollte er doch endlich in ein Werksteam. Bis 28. Februar können sich Dall'Igna und Co. entscheiden. Die Zeit läuft.


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