MotoGP - Surtees traut MotoGP-Piloten Formel-1-WM-Titel zu

Der Zeitpunkt muss stimmen

John Surtees konnte sich als bisher einziger Pilot den Titel in der Formel 1 und der Motorrad-WM sichern. Ein Erfolg, den er aber für wiederholbar hält.
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Motorsport-Magazin.com - In den Jahren 1956 bis 1960 gewann John Surtees nicht weniger als sieben Weltmeistertitel in der Motorrad-WM, davon vier in der 500ccm-Klasse. Während seinem letzten Weltmeisterjahr bestritt er auch bereits Rennen in der Formel 1, um sich dann in der kommenden Saison vollkommen auf den Vierradsport zu konzentrieren. 1964 krönte er sich auch hier zum Weltmeister. Ein Kunststück, das bisher nur ihm gelang.

Über Jahre hinweg testete Rossi immer wieder den F1-Ferrari - Foto: Ferrari

In den vergangenen Jahren war es Valentino Rossi, der häufig mit einem Wechsel in die Formel 1 in Verbindung gebracht wurde. Dazu kam es aber nie, im Frühjahr des Vorjahres zog der siebenfache MotoGP-Weltmeister im Alter von 34 Jahren endgültig einen Schlussstrich unter das Kapitel Formel 1: "Ich bin unglücklicherweise fertig mit der Formel 1. Ich bin zu alt, der Zug ist abgefahren."

Dennoch hält es Surtees nicht für ausgeschlossen, dass er irgendwann einmal nicht mehr der einzige Weltmeister au zwei und vier Rädern sein könnte. "Ich glaube nicht, dass es unmöglich ist. Meiner Meinung nach ist es eine ziemlich natürliche Sache. Als ich das erste Mal in einem Formel-1-Auto gesessen bin, war ich sofort schnell. So schnell wie alle anderen auch, die diesen Wagen gefahren sind", erklärt der 79-Jährige.

Ich glaube nicht, dass es unmöglich ist.
John Surtees

Vieles spreche sogar für die heutigen Piloten: "Sieht man sich an, wie man ein Motorrad heutzutage fahren kann - mit den modernen Reifen, den elektronischen Kontrollen und all den Hilfsmitteln - dann liegen Motorräder und Autos heute wahrscheinlich deutlich näher zusammen als damals. Wenn nun also ein Motorradpilot bereits früh in seiner Karriere seine Ziele erreicht hat und auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist, könnte es passieren. Er darf aber natürlich nicht schon auf dem absteigenden Ast sein. Als ich den Wechsel gemacht habe, hätte ich vielleicht noch zehn Jahre an der Spitze der Motorrad-Weltmeisterschaft fahren können."

Marquez als möglicher Kandidat

Jung genug für einen derartigen Wechsel wäre klarerweise noch der amtierende Weltmeister Marc Marquez. Der 20-Järhgie fuhr bereits in seiner ersten MotoGP-Saison zu Pole Positions, Siegen und holte sich schließlich den Titel. Gut möglich, dass er schon in wenigen Jahre für sich selbst genug Erfolge auf zwei Rädern gesammelt hat und den Wechsel in den Automobilrennsport wagt. Valentino Rossi hatte dem Spanier bereits nach dem Tschechien-Grand-Prix in der Vorsaison einen Wechsel empfohlen. "Ich hoffe, dass er sich für einen Wechsel in die Formel 1 entscheidet! Das wäre eine gute Idee, die ich ihm ans Herz legen werde", meinte der Altmeister damals.

Ich denke, dass ich mit ein bisschen Training schnell sein könnte.
Jorge Lorenzo

Auch Marquez' Widersacher im Kampf um den WM-Titel 2013, Jorge Lorenzo, zeigt sich der Formel 1 gegenüber nicht abgeneigt. "Natürlich wäre es ohne das ganze Training und die verbrachte Zeit im Auto unmöglich, im Formel-1-Wagen wettbewerbsfähig zu sein, aber man könnte nah herankommen. Ich denke, dass ich mit ein bisschen Training schnell sein könnte. Vielleicht nicht innerhalb einer Sekunde, aber vielleicht zwei Sekunden dahinter ", erklärte er einst beim Besuch des spanischen Formel-1-Grand-Prix.

Pol Espargaro sammelte bereits erste Erfahrungen in einem Formel-Rennwagen. Er durfte im November einen Formel-Renault-3.5-Boliden am Circuit de Catalunya testen. Die Testfahrt war aber nur von kurzer Dauer. Schon nach wenigen Runden überschritt de jüngere der Espargaro-Brüder das Limit etwas und krachte in die Streckenbegrenzung. Dennoch zeigte er sich begeistert von dieser Erfahrung: "Es war ein toller Tag für mich. Das WSR-Auto ist wirklich unglaublich, ich war von der Power, dem Handling und den Bremsen, die wirklich phänomenal waren, beeindruckt." Einen Umstieg auf vier Räder wollte er nicht ausschließen: "Ich habe Autos schon immer gemocht. Und wer weiß, ob ich nicht eines Tages, wenn ich älter bin, mit Autos Rennen fahren will."


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