MotoGP - Best of 2013: Die Super-Rookies

Sie kamen, sahen und siegten

Schon lange vor Marc Marquez gab es Ausnahmekönner, die von Anfang an in der Königsklasse an ganz vorne mitmischten. Motorsport-Magazin blickte zurück.
von

5: Jorge Lorenzo

Als zweifacher Weltmeister der Viertelliterklasse aufgestiegen, lehrte der Mallorquiner im Alter von 20 Jahren der Konkurrenz zu Beginn des Jahres 2008 das Fürchten. Schon damals Teamkollege von Valentino Rossi, stellte er seine Yamaha in den ersten drei Rennen jeweils auf die Pole Position und das Podium. Er gewann rund drei Wochen vor seinem 21. Geburtstag in Estoril sein erstes MotoGP-Rennen und übernahm damit als jüngster Pilot aller Zeiten die WM-Führung.

Jorge Lorenzo lehrte allen das Fürchten - Foto: Yamaha

Mit dieser im Rücken kam er nach Shanghai, wo er seinen ersten schweren Highsider verkraften musste. Für Lorenzo begann damit eine wahre Crash-Serie, die sich in Le Mans, Mugello und Barcelona mit einigen schweren Verletzungen und einer Zwangspause fortsetzte. Bis Saisonende konnte er kein Rennen mehr gewinnen und musste sich in der WM-Endabrechnung mit dem vierten Rang begnügen. Eine erste Duftmarke hatte der spätere zweifache MotoGP-Weltmeister Lorenzo in seinem Rookie-Jahr dennoch gesetzt.

4: Freddie Spencer

Der US-Amerikaner stieg 1982 als Honda-Werkspilot in die Königsklasse ein. In den Jahren zuvor hatte er das Motorrad mitentwickelt, das ihm später zwei WM-Titel einbringen sollte. In seiner Rookie-Saison legte er zunächst aber gemächlich los - mit Rang drei in Argentinien. Bei Spencer sollte es von Beginn an auf Hopp oder Drop hinauslaufen. In Salzburg, Jarama und Assen sah er die Zielflagge nicht, dazwischen gab es aber Rang zwei in Misano zu bejubeln.

Freddie Spencer beendete seine Rookie-Saison als Dritter - Foto: Honda

Im vierten Rennen holte er seine erste Pole Position (drei weitere sollten 1982 folgen), ehe er sich am 4. Juli im Alter von 20 Jahren und 196 Tagen in Spa-Francorchamps zum jüngsten GP-Sieger in der Geschichte der Königsklasse kürte. Diesen Rekord hielt "Fast Freddie" bis zum 21. April 2013, dem Tag als Marc Marquez in Austin triumphierte. Spencer gewann in seiner Rookie-Saison ein weiteres Rennen in Mugello, fiel aber noch zwei weitere Male aus, weshalb er die WM-Wertung als Drittplatzierter abschloss. Bis 1985 waren Spencer allerdings drei Titel vergönnt.

3: Giacomo Agostini

Im Alter von 22 Jahren ging es für Giacomo Agostini und seine MV Agusta 1965 erstmalig in der 500cc-Klasse zur Sache. Am Nürburgring landete er bei seinem Debüt hinter Serien-Weltmeister Mike Hailwood auf dem zweiten Platz, war zudem der einzige, der sich mit dem Briten in einer Runde halten konnte. Nach einem Ausfall auf der Isle of Man folgten weitere zweite Ränge in Assen, Spa, am Sachsenring und in Brünn - jeweils hinter Hailwood.

Giacomo Agostini gewann acht Mal die WM - Foto: Milagro

Der Brite blieb für den jungen Agostini in seinem Rookie-Jahr unbezwingbar. Dem Rennen in Imatra blieb Hailwood allerdings fern und prompt schlug Agostini zu und siegte mit über zwei Minuten Vorsprung. Nach einem weiteren zweiten Rang in Monza (elf Sekunden hinter Hailwood) gratulierte er dem alten und neuen Weltmeister zu seinem letzten von vier Titeln. Damit war aber die Zeit der Wachablöse gekommen: Ab 1966 sollte Agostini regieren und insgesamt acht Mal die WM-Wertung in der Königsklasse gewinnen.

2: Valentino Rossi

Siegen war der Dottore schon gewöhnt, als er 2000 in die Königsklasse kam. 27 GP-Erfolge und zwei WM-Titel hatte Rossi in den kleinen Klassen zwischen 1996 und 1999 auf Aprilia geholt. Seine allerersten Schritte in der 500cc-WM auf seiner Honda waren allerdings etwas holprig. In Kyalami und Sepang sah er die Zielflagge nicht, in Suzuka belegte er nur Rang elf und zur Saisonmitte hatte er nur drei dritte Plätze auf seinem Konto.

Valentino Rossi wurde in seiner Rookie-Saison Vizeweltmeister - Foto: Milagro

Dann zündete Rossi allerdings den Turbo und lachte in den letzten acht Rennen sieben Mal vom Podium. In Donington gewann er sein erstes Rennen und feierte einen zweiten Triumph in Rio de Janeiro. Beim vorletzten Saisonrennen in Motegi unterlag er allerdings Kenny Roberts jr., der sich damit den Titel sicherte. Am Ende des Jahres hatte der US-Amerikaner die Nase um 49 Punkte vorne. Es sollte bis 2006 allerdings Rossis einzige "Niederlage" in der Königsklasse bleiben. 78 weitere Siege und stattliche sieben WM-Titel für zwei Marken konnte der Rookie des Jahres 2000 bis heute gewinnen.

1: Kenny Roberts

Der Jüngste war Kenny Roberts ja nicht mehr, als er am 16. April 1978 im spanischen Jarama sein Debüt in der Königsklasse der Motorrad-WM gab. 27 Jahre war der Kalifornier alt, als er auf seiner Yamaha Pole Position, schnellste Rennrunde und Platz zwei einfuhr. Sein Siegeswille wurde durch diesen Einstand nach Maß so richtig entfacht. Er gewann in Folge am Salzburgring, in Nogaro und Mugello und belegte in Assen und Spa jeweils Rang zwei. Nach Rückschlägen im schwedischen Karlskoga (7.) und dem finnischen Imatra (Ausfall) schlug er beim vorletzten Saisonlauf in Silverstone zurück.

Kenny Roberts war der erste Fahrer, der sich im Debütjahr den Titel schnappte - Foto: Milagro

Beim Finale auf dem Nürburgring gelang es ihm, den amtierenden Zweifachweltmeister Barry Sheene zu entthronen. Roberts hielt als Dritter den britischen Superstar hinter sich und setzte sich damit selbst die Krone auf. Roberts war damit der erste Fahrer in der Geschichte, der sich in seinem Debütjahr in der Königsklasse den Titel schnappte und der erste US-amerikanische Weltmeister.

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