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MotoGP - Interview - Best of 2013: Valentino Rossi

Generationswechsel

Valentino Rossi ist Racer durch und durch. Doch wie kann er sich auch nach neun WM-Titeln noch motivieren? Was bedeutet ihm der Rennsport und wie trainiert er?
von

Motorsport-Magazin.com - Was bedeutet dir der Motorradrennsport?
Valentino Rossi: Motorräder sind meine Leidenschaft seit ich noch ein kleiner Junge war. Sie sind das Wichtigste in meinem Leben. Ich liebe es, Motorrad zu fahren.

Ehrlich gesagt, konnte ich mir vorher nicht vorstellen, wie gut oder schlecht wir sein würden.
Valentino Rossi

Nach zwei Jahren auf Ducati bist du nun wieder auf Yamaha unterwegs. Sind die bisherigen Ergebnisse in dieser Saison das, was du erwartet hattest?
Valentino Rossi: Ehrlich gesagt, konnte ich mir vorher nicht vorstellen, wie gut oder schlecht wir sein würden. Ich hatte mehr oder weniger aber schon erwartet, gut unterwegs zu sein. Nun will ich aber noch besser werden. Ich will mit Yamaha mehr als nur ein Rennen gewinnen.

Was motiviert dich nach neun WM-Titeln noch?
Valentino Rossi: Die Leidenschaft und der Spaß, wenn ich auf dem Bike sitze.

Marc Marquez ist zwar noch sehr jung, in dieser Saison aber schon sehr schnell. Obwohl er Rookie ist, kann kaum einer ihn einholen. Dazu bringt er einen neuen, aggressiveren Fahrstil mit. Warum ist er deiner Meinung nach so schnell?
Valentino Rossi: Ich denke, dass es ganz normal ist, dass eine jüngere Generation immer schneller ist als die ältere. Es gab eine Generation mit Jorge Lorenzo und Casey Stoner. Auch sie waren sehr stark und sind es zum Teil natürlich noch. Nun ist aber die Marquez-Ära angebrochen und er ist eben noch ein bisschen stärker.

Um ehrlich zu sein ist unser Verhältnis jetzt richtig gut, viel besser als in der Vergangenheit.
Valentino Rossi

In dieser Saison bist du wieder Teamkollege von Jorge Lorenzo. Jetzt sieht es aber so aus, als wäre euer Verhältnis viel besser als vor ein paar Jahren?
Valentino Rossi: Um ehrlich zu sein ist unser Verhältnis jetzt richtig gut, viel besser als in der Vergangenheit. Zunächst einmal hat sich Jorge auf dem Motorrad verbessert und dazu ist er viel freundlicher. Die Situation im Team ist eine andere und ich bin echt glücklich, denn jetzt arbeiten wir beide daran, die YZR-M1 zu verbessern und sie in jedem Rennen aufs Podest zu bringen.

Einige behaupten, dass die Königklasse zu sehr von der Elektronik beherrscht wird. Denkst du das auch?
Valentino Rossi: Ja, meiner Meinung nach haben wir zu viel Elektronik in der MotoGP. Die Bikes sind einfach alle zu perfekt und deshalb werden auch die Rennen langweiliger. Ich denke, dass man die Elektronik für die Sicherheit der Fahrer schon braucht, das gleiche gilt auch bei den Motorrädern auf der Straße. Dazu würde aber auch die Hälfte von dem reichen, was wir jetzt haben. Der Teil für die Sicherheit ist wichtig, der andere Teil, der nur dazu da ist, um die Maschinen fahrbarer zu machen, kann meiner Meinung nach weg und dann werden auch die Rennen wieder spannender.

Honda und Yamaha kämpfen das ganze Jahr lang schon an der Spitze gegeneinander. Denkst du, dass Honda einen Vorteil hat?
Valentino Rossi: Die Honda und die Yamaha sind zwei sehr verschiedene Motorräder. Die Yamaha ist leichter zu fahren, leichter zu handeln. Das Bike slidet aber relativ häufig in schnellen Kurven, während die Honda stabiler ist. Sie hat eine extrem gute Beschleunigung und ist auch stark auf der Bremse. Das Motorrad ist körperlich anspruchsvoller. Die Leistung ist aber bei beiden Maschinen gut. Es ist gut, wenn wir auf dem gleichen Niveau sind, denn die Motorräder fahren sich total verschieden, am Ende einer Runde sieht man an den Zeiten jedoch, dass sie mehr oder weniger gleich sind. Honda und Yamaha zeigen zwei verschiedene Ansätze, ein Motorrad zu bauen, doch beide sind sehr konkurrenzfähig.

Eine private Strecke zu besitzen ist der Traum jedes Fahrers. Es hat Spaß gemacht, den Kurs zu entwickeln und komplett neu zu bauen.
Valentino Rossi

Seit noch nicht allzu langer Zeit hast du deine Motor Ranch. Was bringt es dir, eine solche Privatstrecke zu betreiben?
Valentino Rossi: Eine private Strecke zu besitzen ist der Traum jedes Fahrers. Es hat Spaß gemacht, den Kurs zu entwickeln und komplett neu zu bauen. Ziel war es einfach, dort trainieren zu können. Wir haben zu Hause schon immer mit modifizierten Motocross-Bikes auf Flat-Tracks geübt. Meine Strecke gibt es nur ein Mal auf dieser Welt, denn sie ist oval, hat aber gleichzeitig Links- und Rechtkurven, Höhenunterschiede und Sprünge. Das ist einzigartig und dabei ist es natürlich schön zu sehen, wenn die Leute fahren, von ihren Bikes steigen und dann sagen: "Das ist großartig!"

Wie bereitest du dich mental und körperlich auf die MotoGP-Rennen vor? Trainierst du viel auf dem Fahrrad und mit Offroad-Bikes?
Valentino Rossi: Ich trainiere hart im Fitnessstudio. Ich mache Belastungstrainings und gehe laufen. Ich fahre nicht gerne Fahrrad. Umso lieber fahre ich mit dem Motorrad auf meiner Ranch, ab und an sogar im Kart. Das ist ein ebenso gutes Workout. Das Wichtigste ist für mich, auf der Strecke zu bleiben. Für mich ist es sehr wichtig, verschiedene Disziplinen zu trainieren und nicht nur in der MotoGP gut unterwegs zu sein.

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