MotoGP - Best of 2013: Top-5: Comebacks

Ende der Durststrecke

Es gibt viele Gründe, warum Motorrad-Piloten Durststrecken durchmachen. Nur die Allergrößten kommen nach solchen Rückschlägen zurück.
von

5. Loris Capirossi

Top-Comeback Nummer 5 - Loris Capirossi - Foto: Milagro

Im Alter von nur 21 Jahren kam Loris Capirossi 1995 für den Rennstall von Paolo Pileri in die 500ccm-Weltmeisterschaft. Mit Rang sechs in der Gesamtwertung war er bester Rookie und wechselte im folgenden Jahr zum Rainey-Yamaha-Team. Obwohl er mit dem Grand Prix von Australien ein Rennen gewinnen konnte, verlief die Saison für den Italiener insgesamt enttäuschend und für ihn reichte es nur zu Rang zehn in der Fahrerweltmeisterschaft. Daraufhin kehrte Capirossi in die 250ccm-Klasse zurück, wo er 1998 Weltmeister wurde. Mit starken Leistungen auch im nächsten Jahr schaffte er erneut den Sprung in die Königklasse. In den folgenden zwölf Saisons zählte er zu den erfolgreichsten Piloten, konnte acht weitere Siege für Honda und Ducati einfahren und wurde zwei Mal Weltmeisterschafts-Dritter.

4. Phil Read

Am 8. August 1964 gewann Phil Read auf Norton den Ulster-Grand-Prix auf dem Dundrod Circuit in Nordirland in der 500ccm-Klasse. Nachdem er im selben Jahr auch die 250ccm-Weltmeiterschaft für sich entscheiden konnte, schien der Weg zu ruhmreichen Zeiten in der Königsklasse frei. Doch es kam alles anders als gedacht. Read war zwar weiterhin in der 125ccm- und 250ccm-Klasse erfolgreich, in der Königsklasse konnte er jedoch in den folgenden acht Jahren kein einziges Rennen gewinnen. 1973 sollte es dann so weit sein. Der Brite durfte endlich wieder einen Erfolg auf einer 500ccm-Maschine feiern und gewann auf einer MV Agusta den Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring. Er siegte außerdem in Assen, Anderstorp sowie Jarama und entschied damit auch die Weltmeisterschaft für sich. In der folgenden Saison triumphierte er erneut in vier Rennen und wiederholte seinen Titelgewinn.

3. Valentino Rossi

Rossis Ducati-Ausflug war nicht von Erfolg gekrönt - Foto: Bridgestone

Sieben Mal war Valentino Rossi Weltmeister in der Königsklasse des Motorradsports. 79 Rennen konnte er in der 500ccm- und später der MotoGP von 2000 bis 2010 für Honda und Yamaha gewinnen. Damit avancierte er zum Piloten mit den meisten Siegen in dieser Klasse. Doch vor der Saison 2011 suchte er eine neue Herausforderung. Er verließ Yamaha, wo er vier seiner sieben Titel holte, und wechselte zu Ducati. Die Italiener befanden sich in einer Krise. Die Desmosedici war zwar schnell, galt aber als praktisch unfahrbar. Rossi sollte das ändern. Doch auch er scheiterte am störrischen Charakter und konnte in zwei Jahren bei der Edelschmiede aus Bologna kein einziges Rennen gewinnen. Von vielen Kritikern wurde der "Doctor" bereits abgeschrieben. Er sei zu alt, könne mit der jungen Garde um Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo nicht mehr mithalten, hieß es. Dann folgte im Jahr 2013 die Heimkehr zu Yamaha, die Wiedervereinigung mit "seiner" M1 und der 34-jährige Routinier zeigte es noch einmal allen. Ausgerechnet beim traditionsreichsten Grand Prix im Kalender, dem Rennen im niederländischen Assen, fand Rossi zu alter Stärke zurück, ließ die gesamte Konkurrenz in eindrucksvoller Manier hinter sich und feierte seinen 80. Erfolg in der Königsklasse.

2. Casey Stoner

2006 kam Casey Stoner in die MotoGP und nur ein Jahr später dominierte er auf Ducati das Geschehen mit zehn Saisonsiegen und dem überlegenen Weltmeistertitel. Dann ging es für den Australier jedoch stetig bergab. 2008 konnte er immerhin noch sechs Siege feiern und wurde Vize-Weltmeister, in der folgenden Saison reichte es für ihn, gebremst von gesundheitlichen Problemen, nur noch zu vier Erfolgen und dem vierten WM-Rang. 2010 stellte das schlechteste Jahr in der Königsklasse für Stoner dar - drei Siege und erneut Platz vier in der WM waren das höchste der Gefühle. Aufgrund seiner Laktose-Intoleranz und heftigen Schmerzen durch Armpump wurde sogar über ein Karriereende Stoners spekuliert. Doch er benötigte lediglich einen Tapetenwechsel, den er mit dem Transfer von Ducati zu Honda erhielt. Auf der RC212V konnte er wieder sein volles Potenzial ausschöpfen und gewann erneut zehn Saisonrennen, stand in 17 Läufen sechszehn Mal auf dem Podium und wurde mit 90 Punkten Vorsprung zum zweiten Mal Weltmeister.

1. Mick Doohan

Eine Legende des Sports: Mick Doohan - Foto: Milagro

Er war der aufgehende Stern am Motorrad-Himmel in den frühen 90er-Jahren - Mick Doohan. Der Australier wurde 1990 Dritter in der 500ccm-Weltmeisterschaft und musste sich ein Jahr später Wayne Rainey nur um neun Punkte geschlagen geben. 1992 sollte seine große Saison werden und tatsächlich schien die Gesamtwertung schon nach sieben von 13 Rennen entschieden. Er gewann bis zu diesem Zeitpunkt fünf Läufe und wurde zwei Mal Zweiter. Doch dann folgte das Rennwochenende in der Kathedrale des Motorradsports, dem TT Circuit von Assen. Doohan stürzte im Qualifying und brach sich das rechte Bein zwei Mal. Er musste vier Rennen pausieren und konnte erst in den letzten beiden Grand Prix wieder eingreifen, war jedoch alles andere als fit und verlor die WM abermals an Rainey, dieses Mal fehlten ihm nur vier Zähler. In der Folge musste er seinen Fahrstil vollkommen umstellen, so bremste er von nun an mit dem linken Daumen, da sein rechter Fuß dazu nicht mehr in der Lage war. Diese Veränderungen machten ihm zu Beginn schwer zu schaffen und er hatte 1993 in der WM nicht den Hauch einer Chance. Zu Beginn der nächsten Saison hatte Doohan den Dreh dann aber raus. Er gewann neun der 14 Rennen und wurde souverän Weltmeister. Seinen Titel verteidigte er vier Mal in Folge, besonders imposant 1997. Er siegte in zwölf der 15 Grand Prix, dabei zehn Mal hintereinander.

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