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MotoGP - Interview - Best of 2013: Das Forward-Trio

Eine spielerische Strategie

Bei Forward Racing ist immer etwas los. Motorsport-Magazin.com lüftet das Geheimnis mit Colin Edwards, Claudio Corti und Teamchef Giovanni Cuzari.
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Motorsport-Magazin.com - Ihr seid in dieser Saison von Suter-BMW auf FTR-Kawasaki gewechselt. War das im Nachhinein eine gute Idee?

Colin Edwards: Ja, das war definitiv die richtige Entscheidung. FTR hilft uns sehr, sie bauen alles, was wir brauchen richtig gut und schnell. Auch der Kawasaki-Motor ist extrem gut. Er ist zwar nur eine Straßenbike-Version und kein Prototyp, aber echt stark.

FTR ist eine wirklich gute Firma. Sie können uns bei jedem Rennen neue Teile liefern und das ist bei Herrn Suter nie passiert.
Giovanni Cuzari

Giovanni Cuzari: Das war eine gute Idee. FTR ist eine wirklich gute Firma. Sie können uns bei jedem Rennen neue Teile liefern und das ist bei Herrn Suter nie passiert. Das Suter-Bike war seit dem Malaysia-Test bis zum Ende der Saison das gleiche. Sie haben nichts entwickelt. Bei FTR ist das ganz anders.

Wie schätzt ihr die Arbeit innerhalb eures Teams ein?

Colin Edwards: Die Zusammenarbeit mit Claudio ist gut. Wir stimmen unsere Bikes etwas unterschiedlich ab. Ich liege zum Beispiel viel weiter in der Kurve als er. Was auch immer wir finden, wir teilen alle Informationen, was wirklich gut ist.

Claudio Corti: Ich fühle mich in diesem Team sehr wohl. Ich war schon 2010 in der Moto2 bei ihnen. Obwohl die Leute damals natürlich andere waren. Wenn alle Personen neu sind, müssen sie mein System kennenlernen und ich muss lernen, wie ich am besten mit ihnen arbeite. Es braucht immer ein bisschen Zeit, bis man so gut zusammen funktioniert. Wir haben zu Beginn der Saison viel Zeit verloren, einfach um einander zu verstehen. Ich habe schon im Jahr zuvor bemerkt, dass man zwei Jahre braucht, um die Leute richtig gut zu kennen, mit denen man arbeitet.

Giovanni Cuzari: Ich bin glücklich. Claudio ist ein Rookie, Colin ist ein Fuchs. Er ist 39 Jahre alt und hat eine Menge Erfahrung und deshalb ist das Bike im Moment in der Nähe der Aprilia.

Ist es ein gutes Gefühl zu den erfolgreichsten CR-Teams zu gehören?

Colin Edwards: Das Ziel war von Anfang an nicht das CRT Bike, sondern die MotoGP an sich. Wir wollten ein Team aufbauen, etwas, das viele Jahre Bestand hat. Forward hat mit den Sponsoren ein gutes Team kreiert. Es ist fantastisch, für sie zu arbeiten. Wenn wir noch ein richtig gutes Paket bekommen, wird es noch besser.

Es ist aber schade, denn für mich ist es nicht wirklich gut auf dem Motorradmarkt. Wir wissen, dass es so gut wie unmöglich ist, Aspar zu schlagen.
Claudio Corti

Claudio Corti: Hinter Aspar, natürlich. Colin hat einige CRT Pole Positions geholt, ich weiß nicht wie er das gemacht hat. Espargaro hat in ein paar Rennen Fehler gemacht, also konnte Colin ihn schlagen. Es ist aber schade, denn für mich ist es nicht wirklich gut auf dem Motorradmarkt. Wir wissen, dass es so gut wie unmöglich ist, Aspar zu schlagen. Also ist es gut, Zweiter zu sein. Wir sind das erste richtige CR-Team.

Giovanni Cuzari: Wir sind die Zweitbesten. Die CRTs werden aktuell kaum wahrgenommen. Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit und deshalb investieren wir mehr Geld.

In eurer Hospitality ist immer die beste Atmosphäre im ganzen Fahrerlager. Wie macht ihr das?

Colin Edwards: Ich weiß es nicht. Normalerweise ist es immer gut, einfach weil wir Spaß bei dem haben, was wir machen. Es gibt natürlich eine Zeit, in der es ernst wird. Es ist aber auch Zeit da, um Spaß zu haben. Die Atmosphäre im Team ist richtig geil.

haben zwei Hospitalitys, eine für die Hospitality-Dinge und einen Spielraum.
Giovanni Cuzari

Claudio Corti: Giovanni ist ein Party-Typ. Er weiß, wie er die Leute dazu bekommt, dass sie sich in seiner Nähe gut fühlen. Das gilt natürlich auch für die Sponsoren. Er hat irgendetwas Besonderes an sich, was die Menschen anzieht. Keine Ahnung. Alles spielt sich um ihn herum ab, er ist der Mittelpunkt.

Giovanni Cuzari: Ja? Danke für das Kompliment. [lacht] Wenn andere Leute das denken, macht mich das glücklich. Wir haben zwei Hospitalitys, eine für die Hospitality-Dinge und einen Spielraum, wo die Fahrer und Leute mit Permanentpass Tischtennis, Tischfußball und so spielen können. Ich habe ein eigenes Team und mein Ziel ist es, meine Investoren und all meine Kontaktpersonen glücklich zu machen und das Geschäft damit natürlich zu verbessern.

Wie geht es 2014 weiter?

Colin Edwards: Es sieht danach aus, als würde ich im gleichen Team bleiben. Wir haben dann ein neues Paket. Wir bekommen Yamaha-Motoren und ein Yamaha-Chassis und nach dem, was ich gehört habe, wird das richtig gut sein. Ich freue mich darauf.

Claudio Corti: Es wird schwer. Ich habe den Vertrag mit diesem Team schon, denn ich habe im letzten Jahr einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Hier scheint es aber nur um Geld zu gehen. Wir werden sehen, was passiert. Natürlich muss ich allen zeigen, dass ich schneller und stärker sein kann. In diesem Moment kann ich nur davon ausgehen, dass ich hier bleibe und nächstes Jahr die M1 fahre. In die Moto2 will ich nicht zurück, das ist für meine Körpergröße nichts mehr. Ich habe dieses Jahr auch gesehen, dass man ohne Kalex oder Suter in der Moto2 nicht gewinnen kann.

Giovanni Cuzari: Wir haben für die kommende Saison mit Honda, mit Ducati, Kawasaki und Yamaha geredet und uns am Ende für Yamaha entschieden. Das scheint die beste Option zu sein.

Muss jeder erst ins Texas Tornado Boot Camp, um im Team aufgenommen zu werden?

Colin Edwards: Haha, ziemlich viele waren schon da. Die meisten waren vor dem Austin-Grand-Prix da. Es ist keine Pflicht, aber die Tür steht natürlich offen. Wenn sie kommen wollen, können sie kommen.

Der 'Texas Tornado' hat mit seinem Boot Camp interessante Dinge erschaffen.
Giovanni Cuzari

Claudio Corti: Ja, man muss ein Militär-Training mit Colin machen. 5:00 Uhr morgens geht es los, man muss schießen, Tabak kauen und einfach alles erschießen. Ich finde, alle sollten ins Boot Camp gehen. Es macht Spaß, ist aber gleichzeitig hart. Es ist gut, ein solches Training zu machen. Schießen und Motorrad fahren, perfekt. Das einzige Problem dort sind die hohen Temperaturen. Es ist so heiß wie in Malaysia. Wenn man dort fünf Stunden Motorrad fährt, ist das härter, als würde man von frühmorgens bis abends zur Arbeit gehen.

Giovanni Cuzari: Nein, Pflicht ist es nicht. Der 'Texas Tornado' hat mit seinem Boot Camp interessante Dinge erschaffen. Ich selbst war bisher leider noch nicht dort. Ich werde aber hinfliegen. In den nächsten sechs Monaten auf jeden Fall.

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