MotoGP - Bradl: Eine Saison voller Höhen und Tiefen

Am Ende überwiegt die Freude

Stürze, ein "Goldener Juli" und ein Knöchelbruch. Stefan Bradl und LCR durchlebten in der Saison 2013 wirklich alles.
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Motorsport-Magazin.com - LCR Honda und Stefan Bradl durchliefen in der abgelaufenen Saison ein Wellenbad der Gefühle und deckten dabei das komplette Spektrum an Emotionen ab. Enttäuschungen, Probleme mit einer instabilen Front und eine Verletzung hatte das Jahr 2013 für Bradl und sein Team ebenso zu bieten wie Jubelstunden nach guten Erfolgen und die vorzeitige Verlängerung der gemeinsamen Partnerschaft.

Mit zwei Stürzen in den ersten drei Rennen begann die Saison für Bradl denkbar schlecht. Beide Male knickte dem Moto2-Champion von 2011 das Vorderrad ein - ein Problem, dass sich wie ein roter Faden durch das erste Drittel der Saison zog. "Hauptsächlich ist das bei schlechten Gripverhältnissen aufgetreten: In Katar durch den Sand und in Jerez durch die Temperatur und die zu weiche Vorderradmischung", verriet Bradl Motorsport-Magazin.com vor dem Rennwochenende in Mugello. Bremsenhersteller Nissin besserte mehrfach nach, dennoch entschieden sich Bradl und Teamchef Lucio Cecchinello vor dem siebenten Saisonlauf in Assen bei der Vorderradbremse zum Wechsel auf Brembo.

Die Brembo-Bremsen vermitteln mir ein viel besseres Gefühl und ich komme damit super zurecht.
Bradl zum Wechsel von Nissin auf Brembo

Besserung stellte sich schnell ein und mit dem italienischen Material hatte Bradl endlich das nötige Selbstvertrauen um in eine Art "Goldenen Juli" zu starten. In Assen stand er erstmalig in der MotoGP als Dritter in Reihe eins, am Sachsenring gab es eine Freitags-Bestzeit und die ersten fünf Führungsrunden seiner Karriere. "Die Brembo-Bremsen vermitteln mir ein viel besseres Gefühl und ich komme damit super zurecht", sagte er vor seinem Heimrennen, bei dem er das Podium vorerst aber noch verpasste.

Eine Woche später in Laguna Seca war es aber soweit. Zwar wurde Bradls Aufgabe in den USA ein wenig erleichtert, weil Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa angeschlagen antraten, dennoch bog der Deutsche in Laguna Seca nicht nur die Satellitenkonkurrenz von Tech 3 oder Gresini, sondern auch Valentino Rossi und bot selbst dem Weltmeister Marc Marquez die Stirn. Der Pole Position folgten 18 Führungsrunden und am Ende mit Platz zwei der erste Podiumsplatz des Bayern in der Königsklasse.

Bradl genoss seine erste Siegerehrung in der MotoGP sichtlich - Foto: Milagro

Damit hatte sich Bradl auch seine Honda für die Folgesaison gesichert, denn noch vor dem nächsten Rennen in Indianapolis gab LCR die Vertragsverlängerung bekannt. "Stefan hat in seiner Debütsaison alle Leute erstaunt und zeigt auch in dieser Saison große Fortschritte. Sein erstes Podium war ein großartiges Resultat und wir werden unser Bestes geben, damit wir Stefan auch 2014 unsere bestmögliche Unterstützung geben", sagte Lucio Cecchinello, der sich bei HRC für den Verbleib seines Schützlings einsetzte, unmittelbar nach der Bekanntgabe.

In Sepang und auf Phillip Island blieb Bradls Honda in der Garage - Foto: Milagro

In der zweiten Saisonhälfte biss sich Bradl in den Top-6 fest. Das vor der Saison ausgegebene Ziel des besten Satelliten-Fahrers konnte er aber nicht mehr erreichen. Mit Schuld daran war auch eine Zwangspause nach einem unglücklichen Unfall. In Sepang rutschte er unmittelbar vor dem Qualifying gegen Ende des vierten Trainings mit seiner Honda seitlich in die Auslaufzone. Dort schnitt der Lenker seiner RC213V den Rasenteppich auf, in dem Bradl mit dem Fuß hängenblieb und sich dabei den Knöchel brach. Der Malaysia GP und das Folgerennen auf Phillip Island, bei dem er einen Comebackversuch abbrechen musste, waren für Bradl damit Nullnummern, die sich in der Endabrechnung rächen sollten.

Platz sieben und 156 WM-Punkte im Jahr 2013 bedeuten eine deutliche Verbesserung, auf den besten Privatfahrer Cal Crutchlow fehlten Bradl am Ende aber 32 Zähler. Das Ziel für 2014 scheint damit aber bereits klar.


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